Quelle: Cover und Bildzitate: Twentieth Century Fox Home Entertainment
Quelle: Cover und Bildzitate: Twentieth Century Fox Home Entertainment

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unternehmen Feuergürtel, alternativ: Als der Weltraum zu brennen begann;

original: Voyage to the Bottom of the Sea (1961)

Irwin Allen Productions, Twentieth Century Fox, DVD: Twentieth Century Fox Home Entertainment;

Produktionsland: USA, Länge: ca. 100 Minuten

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Darsteller Team
Walter Pidgeon als Admiral Harriman Nelson Regie: Irwin Allen
Robert Sterling als Captain Lee Cran Produktion: Irwin Allen
Barbara Eden als Lt. Cathy Connors Drehbuch: Irwin Allen, Charles Bennett
Peter Lorre als Commodore Lucius Emery Kamera: Winton Hoch
Joan Fontaine als Dr. Susan Hiller Schnitt: George Boemler
Michael Ansara als Miguel Alvarez  Musik: Paul Sawtell, Bert Shefter

Besprechung:

Inhalt:

Wir schreiben das Jahr 1961. Der Marineadmiral und Wissenschaftler Harriman Nelson hat ein Super-U-Boot entwickelt, das unter Aufsicht einer Kommission am Nordpol getestet wird. Die SEAVIEW ist nicht nur das größte je gebaute Boot, sondern auch mit modernster Technologie und einem enormen Waffenarsenal ausgestattet. Zunächst scheint alles nach Plan zu laufen, bis das Boot plötzlich von großen, ins Wasser stürzenden, Eisschollen getroffen wird. Die Situation ist schnell unter Kontrolle. Geschockt und verwirrt lassen der Admiral und Captain Crane auftauchen.

 

Was die Mannschaft an der Oberfläche zu sehen bekommt, versetzt ihnen jedoch ein Schock! Der Himmel ist feuerrot und scheint zu brennen – die Temperatur steigt rasant und führt zum Abschmelzen des Polareises. Nachdem Nelson Rücksprache mit Washington gehalten hat, kennt er den schrecklichen Grund für das Phänomen: ein Meteroitenschauer hat den Van-Allen-Gürtel entzündet, was die Temperaturen soweit in die Höhe treiben wird, bis alles Leben in einem Feuerball verglüht. Schon machen sich erste Anzeichen bemerkbar. Waldbrände, versiegende Brunnen und brennender Asphalt versetzt die Menschheit in Panik.

Auf dem Weg zu einer Wissenschaftskonferenz finden Nelson und sein Assistent Lucius Emery schließlich eine Lösung: eine von der SEAVIEW auf den Van-Allen-Gürtel abgeschossene Atomrakete könnte den entzündeten Strahlungsgürtel von der Erde fortschleudern und so die Temperaturen sinken lassen. Doch der Admiral stößt auf enormen Widerstand, so dass ihm schließlich nichts anderes übrig bleibt, als sein Glück gemeinsam mit der Mannschaft seines U-Boots auf eigene Faust zu versuchen. Falls sein Vorhaben gelingt, ist er der Retter der Menschheit, falls nicht, hat er sie in den Untergang geführt. Ein Rennen auf Leben und Tod beginnt...

 

Fazit:

Irwin Allen war vielleicht einer der bedeutendsten Vertreter für Science Fiction der frühen bis mittleren 60er Jahre. Abgesehen von Filmen wie Versunkene Welt, Unternehmen Feuergürtel, oder Fünf Wochen im Ballon schuf er einige der kultigsten SciFi Serien seiner Zeit. Mit vier Staffeln und einhundertzehn Episoden sollte Die Seaview – In geheimer Mission, sein langlebigstes Projekt werden. Die Show basiert auf dem hier zu besprechenden Werk von 1961, wobei der Film selbst mit zwei Millionen Dollar für eine Irwin Allen Produktion recht hoch budgetiert war. Wie später in seinen TV-Produktionen, legte er auch hier großen Wert auf eine aufwendige Kulisse. So sieht etwa die Brücke des ultramodernen Atom U-Bootes SEEMÖWE wirklich sehr ansprechend aus.

 

Das Set ist mit allerlei Gerätschaften wie Sonar, Radar, aber auch futuristischen Gimmicks, geradezu vollgestopft. Dennoch achtete man sorgfältig darauf, den Schauspielern genug Raum für ihre Darbietungen zu lassen. Es wurde oft bemängelt, dass sowohl das Innenleben des Bootes, als auch das Verhalten der Crew nicht den realen Bedingungen einer U-Bootfahrt entsprächen. Dem ist entgegen zu halten, dass diese Absicht von jeher nie bestand. Gedacht war Unternehmen Feuergürtel als spannendes Abenteuer mit Science Fiction- und Katastrophenfilm-Elementen. Das ist dem Regisseur, Produzenten und Drehbuchautor hier auch weitestgehend gut gelungen. Zwar fehlt die beklemmende Enge, die derartige Streifen (etwa „Das Boot“ von 1981) ansonsten auszeichnen, dafür hat man einen guten Blick auf das eigentliche Geschehen.

Die Spezialeffekte sind zwar nicht so hochwertig, wie etwa jene aus der Schmiede von Projects Unlimited, mit der George Pal gerne zusammenarbeite. Doch Johnny Borgese und L.B. Abbott, die später noch oft mit Allen zusammenarbeiten sollten (Die Seaview, Lost in Space, Planet der Giganten) leisteten trotz der natürlichen Einschränkungen einer typischen Irwin Allen Produktion erstaunlich gute Arbeit. Dennoch ist die  Handschrift des Produzenten stellenweise unverkennbar, denn der Produzent war in der Branche durchaus als Sparfuchs verrufen. So wurden gerne Spezialeffekte recycelt, oder auch, im Gegensatz zu den Sets, am Detailgrad der Modelle gespart. Das tat dem Spaß damals allerdings ebenso wenig Abbruch wie heute. Immerhin spielte der Film mit sieben Millionen Dollar rund das dreieinhalbfache seiner Kosten ein und kann somit als sehr erfolgreich bezeichnet werden.

Die spätere Serienproduktion unterscheidet sich in einigen Belangen von der Kinoversion, die, wie oben erwähnt, immerhin drei Jahre vor Produktionsbeginn der Show in den Lichtspielhäusern zu sehen war. Der Streifen weist beispielsweise eine andere, aber recht gute Schauspielerriege auf. Walter Pidgeon (Admiral Nelson) etwa war bereits seit 1928 ein beliebter Mime. 1937 erzielte er mit der Komödie „Saratoga“ seinen Durchbruch. 1940 war er unter anderem in dem beliebten Western „“Schwarzes Kommando“ zu sehen und ein Jahr später wurde er für seine Darbietung im Drama „Blüten im Staub“ für einen Oscar nominiert. 1956 kam er zur Science Fiction und gab den Dr. Morbius in Alarm im Weltall, bevor er 1961 eine der Hauptrollen in Unternehmen Feuergürtel übernahm. Ähnlich positives lässt sich über Joan Fontaine berichten, die 1940 und 1943 für einen Oscar nominiert wurde und die begehrte Trophäe 1941 für Alfred Hitchcocks „Verdacht“ erhielt.

Barbara Eden dürfte vielen Nostalgiefans aufgrund Ihrer Hauptrolle in „Bezaubernde Jeannie“ mit „Dallas“ Fiesling Larry Hagman noch ein Begriff sein. Tatsächlich war sie bereits seit 1956 eine angesagte Schauspielerin und  unter anderem 1957 in „Flaming Star“ mit Elvis Presley zu bewundern. 1962 gab sie die Susan Gale in Fünf Wochen im Ballon. Bis 2007 war sie in etwa einhundert Film- und TV Produktionen zu sehen, was ein klarer Indikator für die Beliebtheit der blonden Schönheit ist. Der Österreicher Peter Lorre lebte seit 1933 in den USA im Exil. Kurz zuvor hatte er gemeinsam mit Hans Albers den Science Fiction-Abenteuerfilm F.P.1 antwortet nicht gedreht, sein letzter Film im deutschsprachigen Raum. In den USA erlangte der kauzig aussehende Lorre schnell durch die "Mr. Moto" Reihe Beliebtheit und erhielt für seine Leistungen 1960 einen Stern auf dem Walk of Fame. Last but not least soll Michael Ansara, TOS Fans als Klingone Kang ein Begriff, Erwähnung finden. Ich kenne Ansara aus einem meiner Lieblings-Abenteuerstreifen „Kim“ mit Errol Flynn in der Hauptrolle. Aber auch in „Die zehn Gebote“ und in zahlreichen Western war der gebürtige Syrer aufgrund seines „indianisch wirkenden“ Äußeren ein gern gebuchter Gaststar.

Abschließend noch einige Worte zur wundervollen Musik von Paul Sawtell, der für einen Film wie diesen geradezu prädestiniert war. Seine Filmmusik ist seit 1942 in fast jedem Tarzan-Abenteuer-Schinken zu hören. In den 50er Jahren kamen Western hinzu, bis er 1958 für Die Fliege einen grandiosen Score hinlegte. Es lohnt sich also, hier etwas genauer hinzuhören.

 

Alles in allem ist Unternehmen Feuergürtel ein angenehmer Trip in die Zeit, als Filme noch nicht am Computer entstanden, sondern noch echte Handarbeit waren. Sicherlich vermag Irwin Allen nicht mit einem George Pal oder Richard Fleischer (z. B. Die phantastische Reise) mitzuhalten. Beide waren für ihre tolle Kameraarbeit und für die Verwendung nur der besten Special Effects bekannt. Doch Spaß macht das Abenteuer allemal, zumal SciFi Streifen über U-Boote extrem selten sind. Allen hat hier also durchaus einen Mut bewiesen der durch gute Verkaufszahlen belohnt wurde.

 

persönliche Bewertung: 4/6