Quelle: DVD Cover und Szenenfotos: Studio Hamburg
Quelle: DVD Cover und Szenenfotos: Studio Hamburg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Krieg der Welten - Die Auferstehung, original: War of the Worlds, War of the Worlds the second Invasion (1988-1990)

Hometown Films, Paramount Television, Studio Hamburg (DVD); 2 Staffeln in 44 Episoden á ca. 45 min,

Produktionsland: USA; Idee: Greg Strangis, Produzent: Greg Strangis, Musik: Billy Thorpe, Larry Brown

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Darsteller  
Jared Martin als Dr. Harrison Blackwood Lynda Mason Green als Suzanne McCullough
Philip Akin als Norton Drake Richard Chaves als Colonel Paul Ironhorse
Adrian Paul als John Kincaid Rachel Blanchard als Debbie McCullough
Dennis Forrest als Mazor Catherine Disher als Mana

Besprechung:

Inhalt:

1953 versuchten Aliens die Welt zu erobern. Sie verloren den Krieg, weil ihre Körper nicht gegen gewöhnliche irdische Bakterien ankämpfen konnten. Ihre Leichname werden nun seit 35 Jahren in verschlossenen Fässern überall auf der Erde gelagert, so auch in Nevada in einer Atommüll-Anlage. Als eines Tages Terroristen dort eindringen, werden bei einem Schusswechsel einige der Behälter beschädigt. Ausgerechnet den Anführern der Außerirdischen, dem Triumvirat der „Advokaten“, gelingt es darauf hin, sich aus ihren blechernen Gefängnissen zu befreien und sich mittels eines brutalen Symbioseprozesses der Körper der Terroristen zu bemächtigen. Schnell werden so viele Kameraden wie möglich befreit, um mit den restlichen Eindringlingen zu verschmelzen.

 

In der Zwischenzeit forscht der Wissenschaftler Harrison Blackwood an der Geschichte des Krieges von 1953. Seine Stiefmutter, Sylvia van Buren, erlebte einst an der Seite von Dr. Clayton Forrester die schreckliche Invasion mit und ist seit einem Zwischenfall mental mit den Wesen derart verbunden, dass sie sie spüren kann. Als ihre Visionen Überhand nehmen und Blackwood anschließend im Fernsehen von dem Überfall auf das Atommüll-Lager erfährt, ist für ihn klar: die Körper der Toten können nicht durch irdische Waffen verletzt worden sein. Also begibt er sich mit seiner neuen Assistentin Suzanne McCullough, unterstützt von dem an den Rollstuhl gefesselten schwarzen Computerspezialisten Norton Drake, zum Ort des Geschehens.

 

Dort trifft er auf Colonel Ironhorse, der ihm den Zutritt verweigert. Erst als Blackwood ihm mitteilt, was er weiß, darf der hartnäckige Wissenschaftler den Ort des Geschehens betreten. Und die Beweise sind eindeutig: die Außerirdischen von 1953 sind nicht tot. Sie sind zu neuem Leben erwacht und haben sich der Körper von Menschen bemächtigt. Geschockt wendet sich Ironhorse mit Hilfe von Suzanne an ihren Onkel, General West. So wird unter Leitung Harrison Blackwoods eine Eingreiftruppe, das Blackwood Projekt, ins Leben gerufen, das nur ein Ziel hat: die Aliens bekämpfen, wo immer sie sich zeigen. Harrison, Suzanne, Norton, Colonel Ironhorse und eine kleine Spezialeinheit bekommen bald alle Hände voll zu tun, denn es sind bereits Tausende Außerirdische wiederweckt, bereit, die Menschheit zu vernichten...


Fazit:
Es geschieht sicherlich nicht alle Tage, dass ein Serienkonzept für einen 35 Jahre alten Science Fiction Film geschrieben wird und das von einem großen Network wie Paramount Television so viel Hoffnung in diese Serie gesetzt wird, wie 1988 in Krieg der Welten – Die Auferstehung. Tatsächlich wurde die Serie damals als einzige SciFi Show neben Star Trek: The Next Generation gekauft und massiv im Fernsehen beworben. Dabei war die Idee an sich denkbar einfach. Als Basis diente der Klassiker Kampf der Welten von 1953. Serienerfinder Greg Strangis ging in seiner Idee davon aus, dass die Aliens, die im Film die Erde fast erobert hatten,  aufgrund einer mangelnden Immunität gewöhnlicher Erdbakterien zwar vernichtet wurden, aber nicht getötet worden seien. Stattdessen seien sie in eine Art Winterschlaf verfallen. Aufgrund eines atomaren Unfalls in einem unterirdischen Testgelände in Nevada sei es ihnen gelungen, sich zu regenerieren und sich der Körper einiger Terroristen zu bemächtigen. Fortan strebte die Führungsriege der Marsianer, die drei Advokaten, die sich als erste befreien konnten, danach, so viele ihrer Kameraden wiederzuerwecken, wie möglich und sich anschließend die Erde endlich doch noch untertan zu machen.

Ein fast undurchdringlicher Wust an Logikfehlern, die jedem Fan des Originals sofort ins Auge springen müssen, wurde dabei allerdings wohlwollend unter den Tisch gekehrt. So sahen die Aliens nicht nur völlig anders aus, auch wurde von Fähigkeiten ausgegangen, von denen in der ursprünglichen Story nie die Rede gewesen war. Das alles war aber eigentlich nicht sonderlich tragisch. Denn die Show bot grundsätzlich von Anfang an eine ganze Menge von dem auf, was eine einstündige actionorientierte SciFi Serie eigentlich zu bieten haben müsste: einen mutigen Soldaten, eine hübsche und kluge Wissenschaftlerin, den Quotenschwarzen (sogar im Rollstuhl), sowie ein Kind und den Kopf des sogenannten Blackwood Projektes, Dr. Harrison Blackwood alias Jared Martin. Darüber hinaus war der Gorefaktor (die Anzahl an „Ekelszenen“) für die damalige Zeit mutig hoch. Ständig sah man irgendwelche zerschmolzenen Körper, Köpfe, denen das Hirn entnommen war, Blut in rauen Mengen und andere „Perversitäten“, die sich die Aliens so einfallen ließen, um mit uns armen Menschen herumzuexperimentieren.

Zusammen mit den actionlastigen in sich abgeschlossenen und doch einem losen Faden folgenden Episoden hätte also aus Krieg der Welten – Die Auferstehung durchaus eine erfolgreiche Serie werden können. Wenn da nicht die zum Teil einfach nur grottenschlechten Schauspieler gewesen wären. Zu allem Überfluss schmiss man die Besten der Riege dann auch noch am Ende der ersten Staffel raus und überarbeitete das Konzept, allerdings nicht zum guten, wie sich innerhalb der 19 Folgen der zweiten Staffel herausstellen sollte. Doch eins nach dem anderen.

Schon Lynda Mason Green als Biologin Suzanne McCullough stellte sich in meinen Augen als denkbar schlechte Wahl heraus. Einmal davon ab, dass sich die Drehbuchautoren auch offenbar nicht die geringste Mühe machten, ihre Figur etwas näher zu erforschen, machte sich auch niemand Gedanken über ihren Beruf. So ließ sie des öfteren ein fürchterliches Textgeschwafel vom Stapel, dass durch ihre schlechte schauspielerische Leistung leider auch nicht glaubwürdiger wurde. Ähnliches lässt sich über Jared Martin sagen, der immerhin die Hauptrolle des Harry Blackwood übernahm. Als ich vor kurzem die Serie erneut schaute, fiel mir wieder einmal auf, wie nervig dieser Charakter oft einfach ist. Großmäulig, besserwisserisch und dabei eigentlich einen Fehler nach dem anderen begehend. Martin gelingt es einfach nicht, Blackwood ein wenig Sympathie einzuhauchen. Schade, dabei scheint der Mime selbst eigentlich recht nett zu sein und im realen Leben durch soziales Engagement zu glänzen. So hat er in Philadelphia, wo er seit 2002 lebt, etwa die Big Picture Alliance ins Leben gerufen, in der er Jugendlichen die Grundlagen des Filmemachens beibringt. Von diesen sympathischen Zügen ist seiner Rolle leider nichts anzumerken, so dass mir jedes Identifizierungsmerkmal abgeht.

 

Wenn schon die Hauptdarsteller so schlecht weg kommen, reißen es die Nebenrollen auch nicht wirklich heraus. Der schwarze Mime Philip Akin spielte den am Rollstuhl gefesselten Computernerd Norton Drake und das auch noch recht gut. Leider kam er viel zu selten zum Einsatz und wurde, wie oben erwähnt, zu Beginn der zweiten Staffel auch noch aus der Serie geschrieben. Auch der relativ bekannte Richard Chaves, berühmt geworden durch seine Rolle als Scout in Predator, kann trotz eines steten Overactings punkten. Die Serie gab ihm Gelegenheit, in einer spannenden Folge näher auf seine indianischen Wurzeln einzugehen. In einem späteren Interview erzählte er, er haben vier bis fünf mal so viel Fanpost wie die anderen Schauspieler erhalten. Daher stellt sich die nicht ganz unberechtigte Frage, warum auch er zu Beginn der zweiten Staffel gehen musste.

 

 

Aus dem oben geschriebenen ist es bereits ersichtlich: ein großer Erfolg blieb der Serie trotz der großen Hoffnungen seitens Paramount schließlich verwehrt, weswegen man unter anderem Jonathan Glassner (Produzent bei Babylon 5 ) an Board holte und zu Beginn der zweiten Staffel einen aufwendigen einstündigen Pilotfilm produzieren ließ, der eindeutig zeigte, wohin die Reise nun gehen sollte. Die Spezialeffekte wurden besser, die Aliens etwas besser ausgearbeitet, dem ganzen noch ein fast postapokalyptisches Setting aufs Auge gedrückt. Ob dies nun gut war, soll jeder für sich selbst entscheiden. Meiner Meinung nach haben wir hier eine völlig neue Serie vor uns der alles fehlt, was in der ersten Staffel wenigstens noch einen Hauch Spannung aufkommen ließ.

Als größte Neuerung sollte sich außerdem die Änderung auf der Besetzungsliste herausstellen. Die beiden besten Schauspieler der ursprünglichen Crew gingen, dafür kam, später als Highlander (1992 bis 1998) berühmt geworden, Adrian Paul hinzu. Paul war damals noch ein relativer Neuling, doch schon in der zweiten Staffel von Krieg der Welten, nun mit dem Nebentitel, „The second Invasion“ versehen, zeigte er sein großes Potential als Star einer Fernsehserie. Paul verfügt über eine angenehme Präsenz und eine durchaus glaubwürdige Körperlichkeit, ganz im Gegensatz zu Jared Martin. Als außerirdische Gegenspieler wurden ihm Catherine Disher als Mana und Dennis Forrest als Mazor, Anführer der „Morthrens“, die Kinder des „Einzig Wahren“,  entgegen gestellt. Der relativ hohe Gore wurde stellenweise aufrecht erhalten, doch mit dem Einsatz von Rachel Blanchard als Suzannes Tocher Debbie wollte man sich offenbar unsinnigerweise einen familienfreundlicheren Anstrich verleihen, was nun gar nicht passte. Man hoffte, durch die neue Struktur mehr Zuschauer vor die Bildschirme locken zu können. Doch das Gegenteil war der Fall.

Es kann nur spekuliert werden, ob die Fans überwiegend wegen Richard Chaves Ausscheiden enttäuscht waren, oder ob die doch drastischen Umstrukturierungen letztlich den Ausschlag gaben. Auf jeden Fall wurde die Serie nach 19 Folgen der zweiten Staffel endgültig abgesetzt. Tatsächlich schaffte sie es nie über ein einfaches Mittelmaß hinaus und so verwundert es trotz einiger guter Ansätze nicht, dass Krieg der Welten – Die Auferstehung schließlich von den Bildschirmen verschwand.

persönliche Bewertung: 3/6