DVD Cover und Szenenfotos: Universal, Koch/Media
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Kampfstern Galactica, Original: Battlestar Galactica (1978 - 1980)

 

MCA/Universal; 34 Folgen in 2 Staffeln (24x Battlestar Galactica und 10x Galactica 1980),

 

sowie 3 Kinofilme: Kampfstern Galactica, 120 min (1978), Mission Galactica: Angriff der Zylonen,

 

105 min (1979), Galactica III: Das Ende einer Odyssee, 96 min (1981); Produktionsland: USA. Idee: Glen A. Larson; Musik: Stu Phillips

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Darsteller  
Lorne Greene als Commander Adama Richard Hatch als Captain Apollo
Dirc Benedict als Lt. Starbuck Terry Carter als Colonel Tigh
Herbert Jefferson Jr. als Lt. Boomer Anne Lockhard als Lt. Sheba
Maren Jensen als Athena Laurette Spang als Cassiopeia
Tony Swartz als Sergeant Jolly
Noah Hathaway als Boxey
 Jane Seymore als Serina  John Colicos als Baltar

Besprechung:

Inhalt:

Irgendwo in den Tiefen des Alls: in den 12 Kolonien Aries, Aquaria, Canceria, Caprica, Gemoni, Leosia, Libra, Piscon, Sagitaria, Scorpia, Taura und Virgon lebt ein Menschenvolk. Sie leiten Ihre Herkunft vom "Herren von Kobol" ab, dem ersten Menschen, der die Urheimat verließ, um die Kolonien zu gründen.

Doch ein friedliches Leben bleibt den Menschen verwehrt. Immer wieder brechen Kriege mit der  künstlichen Intelligenz, des Zylonen-Imperium aus, gestört, das alles organische Leben zutiefst verachtet und danach trachtet, die Menschheit auszurotten.

Nach langen Jahren Krieg zwischen Mensch und Maschine scheint es nun endlich, als sei der Tag des Friedens gekommen, denn die Zylonen baten durch ihren Unterhändler, dem Menschen Graf Baltar, um Waffenstillstand. Überall auf den 12 Kolonien wird gefeiert, so auch auf den Planeten Sagitaria und Caprica. Die Menschen sind ausgelassen, die zwölf Kampfsterne der kolonialen Flotte sind nicht kampfbereit.

Nur Commander Adama traut dem neuen Frieden nicht und belässt seine Piloten heimlich in Alarmbereitschaft. Seine Söhne Apollo und Lee starten zu einer Patrouille, entdecken jedoch einige Minungen nach dem Start in einem Nebel zwei leere Zylonen-Tanker. Der Nebel birgt aber viel mehr, als nur zwei Tanker. Eine riesige Angriffs-Streitmacht greift die Kampfersterne aus dem Hinterhalt an, während vier zylonische Basis-Schiffe die Kolonien dem Erdboden gleichmachen. Schnell realisiert Adama, dass Baltar sie verraten hat und die Menschheit verloren ist. Er befielt, alle auffindbaren Raumschiffe zu bemannen und aus dem System zu fliehen, um weit von den Zylonen entfernt eine neue Heimat zu finden, die Erde!...


Fazit:

Es muss um 1978, kurz nach meinem ersten Kinoerlebnis mit Star Wars, gewesen sein, als ich die Galactica zum ersten mal majestätisch durch das endlose All und somit über die Kinoleinwand schweben sah. Es war in einem alten Kino mit dem Namen „Film Casino“, dessen Reklame als  50er Jahre Leuchtschrift noch heute in meiner Heimatstadt über dem Eingang zur Passage angebracht ist, wo das Kino einst war. An das einstige Lichtspielhaus erinnert heute so gut wie nichts mehr. Das urige Theater, in dem damals noch ein Vorhang aufging, wenn der Film startete, existiert schon lange nicht mehr. Genau wie die meisten anderen Kinos meiner Heimatstadt fiel es einem riesigen Kinokomplex zum Opfer.

Das Kinoerlebnis hat sich seitdem grundlegend geändert, doch es gibt Erlebnisse, die sich auf ewig in das Gedächtnis eines SciFi Fans einbrennen. Dazu gehört die Anfangssequenz des Kinofilms Kampfstern Galactica, der, wie wir heute wissen, die leicht gekürzte Fassung des Pilotfilms zur gleichnamigen Serie von Altmeister Glen A. Larson war. Erst ertönte die mächtige Musik von Stu Phillips, die seinerzeit mit dem berühmten Los Angeles Philharmonic Orchestra aufgenommen worden war, dann sah man einen roten Nebel im All. Der Sprecher setzte ein und sprach folgende Worte:

 

„Manche glauben, dass das Leben hier da draußen begann,

weit entfernt im Weltall;

 

mit Stämmen menschlicher Wesen, die die Vorväter der Ägypter gewesen sein könnten,

oder der Tolteken, oder der Mayas,

 

dass sie vielleicht die Architekten der großen Pyramiden waren und dass es die versunkenen Kulturen von Laminaris sind,

oder Atlantis.

 

Manche glauben, dass dort draußen noch Brüder der Menschen leben,

die sogar jetzt noch um das Überleben kämpfen,

 

weit weit weg zwischen den Sternen.“

 

Mir läuft selbst jetzt, während ich diese Worte schreibe, ein wohliger Schauer über den Rücken. Noch nie zuvor war man als kleiner Junge so mit Weltraum-Märchen versorgt worden, wie in der Zeit zwischen 1977 und 1983, der Zeit, in der die Star Wars und die Kampfstern Galactica Trilogien im Kino zu sehen waren.

 

Beide waren überaus spannend und strotzten vor Special Effects, Laserwaffen, Helden, Guten und Bösen, riesigen Raumschiffen, wobei die der Guten immer cooler aussahen, als die der Bösen (außer die Zylonenfighter, die fand ich schon damals schnittiger). Lorne Greene war so etwas wie die Vaterfigur überhaupt mit seinem silbernen Haar. Klar kannte ich ihn aus Bonanza, doch als Adama gefiel er mir natürlich noch einmal viel besser.

 

Erst viele Jahre später, als ich die Kinofilme schon lange auf VHS hatte, bekam ich die TV Serie zu sehen. Natürlich war ich anfangs etwas enttäuscht, denn die meisten in der Show vorkommenden Special Effects wurden in den drei Filmen verschwenderisch repetetiv eingesetzt und wiederholten sich natürgemäß recht häufig. Doch als ich mich erst einmal auf die Geschichte einlassen konnte, gefiel sie mir immer besser. Schon die Doppelfolge „Der verlorene Planet der Götter“ war ausgezeichnetes Fernsehen und vertiefte die Geschichte um die Menschenkinder der zwölf Kolonien, die von Kobol, also der Erde abstammten. In der leider einzigen echten Staffel gab es überhaupt ungewöhnlich viele Doppelfolgen, so auch die spannende und actionreiche Doppelfolge: "Das Geschütz auf dem Eisplaneten Null", in der die Galactica von Zylonen eingekesselt wird.

 

Die Folgen, aus der der zweite Kinofilm zusammengeschnitten war, zwölf, dreizehn und vierzehn, und in der die Pegasus unter Commander Cain und seiner Tochter Sheba thematisiert wurden, wurden nicht einzeln, sondern als Film ausgestrahlt. Die einzelnen Episoden für sich genommen sind allerdings insgesamt wesentlich detaillierter und man bekommt einen viel besseren Eindruck über Cains Motivation und den Charakter seiner Tochter. Der Film lief in Deutschland als Folge zehn. Das alles war für mich spannendes Fernsehen und bald schon war das kleine Manko mit den Special Effects vergessen. Die Galactica bei der Flucht vor den Zylonen zu beobachten, war für die damalige Zeit ein gewagtes und innovatives Konzept auf höchstem qualitativen Niveau. Tatsächlich war die Show recht erfolgreich. Dennoch wurde sie nach nur vierundzwanzig Episoden ohne wirkliche Begründung eingestellt. Es hält sich hartnäckig das sehr glaubhafte Gerücht, die hohen Produktionskosten seien Schuld gewesen.

 

Dieser Verdacht erhärtet sich noch durch die sehr schwache zweite Staffel, die eigentlich eher ein Spin Off zu Kampfstern Galactica darstellt. Zehn schwache Folgen lang, versuchte Universal mit sehr geringem Budget Galactica 1980 zu verwirklichen. Die Serie war auf der Erde angesiedelt und spielte zwanzig Jahre nach den Ereignissen des Prequels. Dies war ein kläglicher Versuch, aus einem innerhalb kürzester Zeit groß gewordenen Namen mehr Kapital zu schlagen. Zurecht wurde die Show vom Publikum abgelehnt. Erstens waren die meisten Darsteller des Originals abgesprungen, zweitens sah die Serie so billig aus, wie sie in der Produktion wohl auch war. Immerhin wurde aus den zehn Folgen ein dritter Kinofilm zusammen gezimmert, dessen Anschauen auch völlig ausreicht, um die weiteren Ereignisse nachvollziehen zu können. In sechsundneunzig Minuten wird hier alles wichtige abgehandelt.

 

 

Das macht Galactica III: Das Ende einer Odysse nicht zu einem sehr guten Film, aber immerhin wird die Saga so beendet. Das ist mehr, als man von vielen anderen Serien sagen kann. 2003 startete der (damals noch) SciFi Channel mit einem Remake der Serie, dass grundsätzlich auf demselben Plot basiert und dieselben Charaktere beinhaltet. Diese werden jedoch völlig anders dargestellt, Col. Tigh ist etwa ein alkoholkranker abgewrackter weißer Offizier und Starbuck eine Frau. Apollo hasst seinen Vater, weil er ihm die Schuld am Tod seines während eines Trainingsfluges mit einer Viper abgestürzten Bruders gibt, der in der Originalserie noch durch Zylonenhand gestorben war.

 

Das Remake ist auf seine Art ganz anders, als das Original, aber nicht schlechter. Für mich ist es eine der besten Space-Operas der Neuzeit, die würdig ist, den großen Namen Galactica zu tragen. Edward James Olmos ist ein großarter Ersatz für Lorne Greene und spielt seine Rolle als Adama ausgezeichnet. Doch darüber berichte ich auf einer eigenen Seite, denn das Remake ist eine eigene Betrachtung wert.

Alles in allem ist Kampfstern Galactica Kult. Nach über fünfundreißig Jahren sieht die Show immer noch super aus, die Uniformen sind in ihrem Westernstyle immer noch cool und Richard Hatch und Dirc Benedict, der Action Fans übrigens wahrscheinlich auch als Mitglied des A-Teams bekannt sein dürfte, sind immer noch tolle Schauspieler. Wer von Euch nur das Remake kennt, darf gerne bedenkenlos zugreifen und sich den alten Schinken zu Gemüte führen. Ich denke, es wird Euch durchaus gefallen.

persönliche Bewertung Kampfstern Galactica: 6/6

persönliche Bewertung Galacatica 1980: 3/6