Quelle: Cover und Szenenfotos: BBC, Koch-Media
Quelle: Cover und Szenenfotos: BBC, Koch-Media

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Dreibeinigen Herrscher, Original: The Tripods (1984-1985);

 

BBC Television, Seven Network Australia; 25 Folgen á 25 min, eine Staffel als Hörbuch mit ca. 360 min;

 

Produktionsland: GB; nach der Trilogie von John Christopher, für das Fernsehen adaptiert von Alick Rowe,

Produktion: Richard Bates; Regie: Graham Theakston, Musik: Ken Freeman

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Darsteller  
John Shackley als Will Parker
Ceri Seel als Jean-Paul „Beanpole“ Deliet
Jim Baker als Henry Parker   Robin Hayter als Fritz Eger
Roderick Horn als Ozymandias     
Charlotte Long als Eloise de Ricordeau
Robin Langford als Duc de Sarlat  Richard Wordsworth als Julius
John Woodvine als Meister West 468
Richard Beale als Ulf

Besprechung:

Inhalt:

Wir schreiben das Jahr 2089. Die Erde wurde vor ca. einhundert Jahren von einer außerirdischen Macht erobert, die die stärksten Armeen der Welt innerhalb weniger Tage auslöschte. Alle Überlebenden wurden mit einem den Geist versklavenden Implantant versehen.

Nun vegetiert die Menscheit in ein frühindustrielles Stadium dahin, durch die Implantate dazu verdammt, den „Meistern“ nunmehr als Arbeitssklaven zu dienen. Laut Gesetz wird jeder Junge und jedes Mädchen mit Erreichen des 16. Lebensjahres „geweiht“ und verliert darauf hin die Fähigkeit zur Selbständigkeit.

John und Jim Parker sind 15 und möchten dieser "Weihe" unter allen Umständen entgehen. Eines Tages, nachdem ein Freund sein kappenförmiges Implantat bekommen hat, begegnen die beiden Jungen einem sogenannten Vaganten namens Ozymandias. Vaganten gelten gemeinhin als schwachsinnig, denn die außerirdischen kappenförmigen Kontrollgeräte scheinen bei Ihnen keine Wirkung zu haben. Doch Ozymandias ist alles andere als verrückt, er ist nicht einmal ein Vagant. Er gehört dem Widerstand, trägt eine falsche „Kappe“ und rekrutiert jugendliche Kämpfer.

 

Nach einem denkwürdigen Treffen sind sich Jim und John einig: sie müssen in die Berge Frankreichs fliehen, denn dort leben Ozymandias zu Folge die letzten wirklich freien Menschen. Und sie wehren sich verzweifelt gegen die Meister. Der seltsame Mann stattet die beiden Jungs mit einer Karte, einem Fernglas, einer Uhr und wichtigen Informationen über seine Hintermänner und Helfershelfer aus und schickt sie auf die gefahrvolle Reise in die „Weißen Berge“. Unterwegs treffen die beiden auf Jean-Paul, den jungen Erfinder, der sie von nun an begleitet. Immer auf der Flucht vor den riesigen Tripod-Maschinen und ihren Häschern, die sie weihen wollen, kommen die drei jungen Helden ihrem Ziel mit jedem Tag ein wenig näher...


Fazit:

In meiner Kindheit und Jugend gab es einige Serien, die ich gerne geschaut habe und die mir, wie vielen meiner Altersgenossen, in ewiger und wunderschöner Erinnerung geblieben sind. Dazu gehören natürlich einige Zeichentrickserien wie „Die Familie Feuerstein“, „Wicki“ oder die „Biene Maja“. Vor allem aber sind es die Realserien mit echten Kinder-Schauspielern, an die ich mich  zurück erinnere.

Wie gerne schaue ich mir z.B. heute noch „Catweazle“ an. Den kauzigen englischen Druiden, der aus der Zeit der Normannen in die Moderne versetzt wurde, hat wirklich jeder meiner Klassenkammeraden gesehen. Sogar ein geflügeltes Wort, „Elektriktrick“, das lange Jahre im Gebrauch war, hat die Serie hervorgebracht. Wundervoll sind auch meine Erinnerungen an die „Fünf Freunde“ oder aus noch früherer Zeit „Pipi Langstrumpf“ und „Michel aus Lönneberger“.

 

An eine Serie erinnere ich mich allerdings besonders, möglicherweise, weil ich zur Zeit der Austrahlung Ende der 80er Jahre die 20 Lenzen schon überschritten hatte. Trotzdem haben mich Die Dreibeinigen Herrscher von Anfang an in ihren Bann gezogen, auch, weil die Geschichte, wie Autor John Christopher in einem Interview erzählte,  eindeutig von H. G. Wells Kampf der Welten inspiriert ist und sie sozusagen für den Fall weiterspinnt, dass die Marsianer gewonnen hätten. Die Serie war für eine Kinderserie unglaublich aufwendig produziert. Schon in der ersten Episode tauchte eine riesige, dreibeinige Maschine aus den Wäldern auf, um einen Teenager mit Stahlklauen zu packen und in sich hinein zu ziehen.
Mit einer seltsamen Platte auf dem Kopf wurde der Junge wieder entlassen und galt von nun als „geweiht“. Mein Interesse war als SciFi-Fan allerdings  während der allerersten Einblendung geweckt worden, denn da stand das Jahr 2089 auf dem Bildschirm, während die Schauspieler in Kostümen steckten, die eher an das 19. Jahrhundert denken ließen. Das war natürlich ungemein interessant.

Gott sei Dank  kam die Story schnell in Gang, bei nur 13 Episoden mit 25 Minuten Länge war das auch nötig. Trotzdem empfinde ich auch heute noch das Erzähltempo als sehr gut und die Spannung blieb über die leider nur zwei von drei abgedrehten Staffeln erhalten. Irgendwie hatte es diese Kinderserie geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen und das tut sie noch heute. Leider wurde die dritte Staffel, wie oben angedeutet, nie fertig gestellt, da der BBC das Projekt zu teuer war. Wer da damals so unsinnige Entscheidungen getroffen hat, ist mir ein Rätsel. Fakt ist, dass zwei der erfolgreichsten Jugendserien aus England überhaupt, nämlich „Catweazle“ und „The Tripods“ jeweils vorzeitig eingestellt wurden, obwohl sie erfolgreich in Europa und sogar den USA liefen.

 

Die Show ist übrigens meines Wissens die erste Kinderserie überhaupt, in der digitale Effekte verwendet wurden. Es gab damals in ganz England nur zwei digitale Bildbearbeitungsgeräte, die DP0 100 Digital Paintbox, mit der man digitalisierte Bilder erstellen konnte und die wurde eigentlich für Nachrichtenbilder verwendet. Die Visual Effects- Spezialisten mussten sie abends oder früh morgens ausborgen, bevor die Maschine ihrem eigentlich Zweck, der Erstellung von Wetterkarten für die tägliche Wettervorhersage, zugeführt wurde. Die Verwendung digitalen Bildmaterials war für die damalige Zeit quasi revolutionär im Kinderserien-Sektor und verteuerte die Produktionskosten ungemein. Man einigte sich schließlich darauf, in jeder Folge etwa 60 Sekunden an Spezial Effekten zu verwenden, um die Kosten in Grenzen zu halten.  Andererseits konnte man dem Zuschauer Effekte bieten, die damals für das Fernsehen ungewöhnlich gut waren. Schließlich wurde die Serie in England Samstags Nachmittags auf dem klassischen Doctor Who classic Sendeplatz gezeigt. Das Publikum war also durchaus verwöhnt. Umso erfreulicher war, dass die Serie so gut ankam, dass sie bis heute zahlreiche Fans hat und inzwischen Kult ist.

Die Meister selbst wurden als etwa 1,60 Meter große Marionetten realisiert. In einigen Einstellungen kann man bei genauem Hinsehen sogar die Fäden erkennen, aber seis drum. Damals ist mir das sowieso nicht aufgefallen und heute stört es mich einfach nicht, denn für mich hängen eine Menge Erinnerungen an diesen 25 Folgen. Die Geschichte an sich dürfte auch heute noch für Begeisterungsstürme bei Kindern sorgen, ob es das Bildmaterial tut, ist eine andere Frage. Kinderaugen sind heute durch moderne CGI doch schon arg verwöhnt.Die Kids aus meinem Bekanntenkreis zeigten sich allerdings begeistert, so dass ich sie jungen Eltern eigentlich uneingeschränkt empfehlen kann, zumal die dritte Staffel in der Gesamtedition als Hörbuch enthalten ist. Allen älteren Fans biete ich hiermit ein Schwelgen in gemeinsamen Erinnerungen an, das schöner kaum sein könnte. Hach, war sie nicht schön, die gute alte Zeit?...

 

zur DVD:Die DVD Box von Koch-Media enthält auf 6 DVDs alle 25 Episoden. Auf weiteren vier DVDs ist die dritte Staffel als Hörbuch enthalten. Zahlreiche Extras, wie ein Interview mit Jim Baker, eine Original Promo- Sendung aus den 80ern, eine interessante Doku, sowie Audiokommentare und einiges mehr sind ebenfalls zu finden. Die Bildqualität ist ein wenig aufpoliert, insgesamt aber nicht so gelungen, wie etwa bei der "Catweazle" Box, die ebenfalls von Koch-Media stammt. Wie immer bei Koch-Media wurde viel Wert auf Qualität gelegt und man gibt sich Mühe, die Fans mit Bonusmaterial zu versorgen. Von daher gibt es eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

persönliche Bewertung: 5/6