Cover und Bildzitate: Carol Media
Cover und Bildzitate: Carol Media

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Thunder in Paradise - heiße Fälle, coole Drinks, original: Thunder in Paradise (1994)

 

MHM Television, Walt Disney Television, DVD: Carol Media;

 

Produktionsland: USA; 1 Staffel in 22 Folgen á ca. 45 Minuten; Idee: Michael Berk, Douglas Schwartz, Gregory J. Bonann; Produktion: Michael Berk,

Douglas Schwartz, Terry "Hulk" Hogan; Musik: John D' Andrea, Cory Lerios

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Darsteller  
Terry Hulk Hogan als Hurricane Spencer Chris Lemmon als Martin Brubaker
Carol Alt als Kelly LaRew Patrick Mcnee als Edward Whitaker
Ashley Corell als Jessica Whitaker-Spencer Jimmy Hart als Jimmy
Ed Leslie als Brutus Steve Borden als "Hammerhead"
Kiki Shepard als Trelawny Heidi Mark als Alison
 Robin Weisman als Jessica Whitaker  Sam J. Jones als Gaststar

Besprechung:

Inhalt:
Die beiden Ex- Navy Seals Hurricane Spencer und Martin Brubaker haben gemeinsam das hochtechnisierte und schwerbewaffnete Kampfboot THUNDER entwickelt. Das Boot verfügt über Hyperdrive, Lasertechnologie, ein fortschrittliches Abwehrsystem, sowie eine fast undurchdringliche Panzerung. Einer der leistungsfähigsten sprachgesteuerten Computer der Welt hilft dem Team, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Leider zeigt die Regierung jedoch nicht das gewünschte Interesse an dem Projekt und die Entwicklung des Superbootes gerät  ins Stocken. Die Schulden werden erdrückend, so das „Spence“ und „Bru“ bald kurz vor einer Pfändung stehen. Der perfekte Ausweg aus dem Dilemma zeichnet sich ab, als der Onkel der Hotelbesitzerin Megan Whitaker auftaucht, um das Erbe ihres verstorbenen Vaters durchzusetzen. Spencer benötigte eine große Summe Geld, Megan einen Ehemann. Hinzu kommt, dass der bullige Ex-Soldat vernarrt in Megans Tochter Jessica ist. Also beschließt man kurzerhand, eine Scheinehe einzugehen.

 

Doch gerade am Hochzeitstag geschieht das Unfassbare. Eine seltsame Messingkette, die Spencer im Bauch eines Hais gefunden und Jessica geschenkt hat entpuppt sich als Karte zu einem Schatz, hinter dem ein skrupelloser Verbrecher her ist. Hurricane gelingt es, eine Entführung der Kleinen gerade noch zu verhindern. Gemeinsam finden er, Megan, Brubaker und Jessica bald heraus, was hinter dem mysteriösen Angriff steckt. „Bru“ und „Spence“ sind Feuer und Flamme und möchten mit THUNDER sofort zur kleinen Insel aufbrechen, zu der die Kette führt. Doch sie haben die Rechnung ohne Megan gemacht, die es sich nicht nehmen lässt, die beiden altgedienten Seals zu begleiten. Doch kaum auf der Schatzinsel angekommen, stolpern die Drei von einem haarsträubenden Abenteuer ins nächste...


Fazit:

Thunder in Paradise stellt nach Serien wie Knight Rider, Automan, Street Hawk und Airwolf einen weiteren Versuch dar, hochmotorisierte Action mit Science Fiction Elementen zu verbinden. Neu ist der Schuss "Baywatch", den Produzent Douglas Schwartz in diesen Coctail hineinmischte. Des weiteren unterscheidet sich diese Show durch eine riesige Portion Klischee, Naivität, Kitsch und Trash von den zuerst genannten. Thunder in Paradise wurde überwiegend in Disneyworld gedreht, so existiert beispielsweise Paradise Beach und das dazu gehörige Hotel in Form des Grand Floridian Resort und Spa Hotel tatsächlich. Die überall im Park vorhandenen Kulissen verführten die Autoren offensichtlich dazu, zahlreiche Geschichten zu verfassen, die mit einem Augenzwinkern versehen sind und sich daher völlig beabsichtigt nicht ganz ernst zu nehmen scheinen. Das trifft bereits auf die Pilot-Doppelfolge („Ein ungleiches Brautpaar“, „Die Schatzinsel“ 1x01/02) zu, in der der abgehalfterte Navy Seal Hurricane Spencer (Hulk Hogan) die Hotelbesitzerin Megan Whitaker heiratet, um seine Schulden zu begleichen. Durch den Fund einer Messingkette, die Spence Megans Tochter Jessica (hier noch: Robin Weisman) schenkt, geraten die beiden zusammen mit Hurricanes Freund und Partner Martin Brubaker (Chris Lemon) in eine ebenso witzige, wie actionreiche Geschichte.

Absichtlich bis ins Groteske überzogen wirken auch die Folgen „Tödliche Magie“ (1x05) und vor allem der Zweiteiler „Süße Träume“ (1x06/07), der Bardame Kelly (Carol Alt) in den Mittleren Osten entführt, wo sie von einem schönen Prinzen an einen bösen General verheiratet werden soll. Vor allem in diesem Film wird tatsächlich jedes Klischee verarbeitet, das sich der geneigte Zuschauer nur vorstellen kann. Von kitschigen Sprüchen („Lass uns zusammen das Mondlicht trinken“), bis hin zu Wachen mit Säbeln, Vorderladern und Kalaschnikows (in dieser Reihenfolge!), Eunuchen, einem Harem und leicht bekleideten Damen wurde alles munter in einen Topf geworfen und verrührt, was nur irgendwie nach Vorderer Orient aussieht. Wie als süßes Topping wurde die Doppelfolge dann auch noch in den Aladdin Kulissen des legendären Freizeitparks gedreht. Das Ganze wirkt herrlich trashig und macht daher großen Spaß.

 

Wenn es dann auch noch ein Hulk Hogan in bester Wrestler Manier krachen lässt und er im wahrsten Sinne des Wortes Bäume ausreißt, scheint die Welt zunächst einmal in Ordnung. Dazu tragen im Übrigen auch Mr. „Schirm, Charme und Melone“ Patrick Macnee, sowie die ebenso hübsche, wie talentierte Carol Alt als Bardame Kelly bei. Als Störfaktor erweist sich lediglich bisweilen Chris Lemmon, seines Zeichens Sohn des bekannten Schauspielers  Jack Lemmon (1925 – 2001). Zwar bemüht sich der damals vierzigjährige redlich als Actionheld. Dies gelingt jedoch nicht wirklich und so wirken seine Darbietungen bisweilen unfreiwillig komisch. Andererseits scheint Lemmon durchaus das komödiantische Talent seines Vaters geerbt zu haben, was dem Timbre der Serie gut zu Gesicht steht. Hulk Hogan hingegen zeigt sich unerwartet spielfreudig und sammelt vor allem in den Szenen mit der damals neunjährigen Ashley Gorrell eine ganze Menge Sympathiepunkte.

Einzig wenn die Serie versucht, ernstere Themen anzugehen, werden ihre Schwächen offenbar. Wird in „Der Orchideenzüchter“ (1x11) noch Brubakers Vietnamtrauma relativ spannend mit einer Portion Predator versehen, wirkt die Doppelfolge „Der Drogenkönig“ (1x16/17) vor allem im zweiten Teil eher lächerlich. Zum Ende der ersten fünfundvierzig Minuten erleben wir Hulk Hogan (in typisch übertriebener Manier) mitten in einem Feuergefecht mit seiner Tochter telefonieren, während er sich im südamerikanischen Dschungel eine Horde Söldner vom Leib hält. In  der Fortsetzung gibt es dann leider nicht mehr viel zu lachen. Die Geschichte entwickelt sich nicht nur viel zu ernst, sondern wirkt insgesamt auch peinlich unglaubwürdig. Die Story ist einfach schlecht geschrieben und  die Kampfzenen sind zudem nicht vernünftig durchdacht. Das trübt die Freude, kommt aber gottseidank nicht allzu oft vor.

 

Die naturgemäß zahlreichen SFX Spezialeffekte einer Actionserie wie dieser sind auch hier sehr gut gelungen und serientypisch routiniert fotografiert. Hinzu gesellen sich einige wenige CGI Effekte, etwa um die Verwandlung des Schnellbootes THUNDER in eine futuristische Kampfmaschine darzustellen. Massenhaft Prügeleien, die mit Stuntmen, offensichtlich aber auch Wrestlingkünstlern, umgesetzt wurden, dürfen selbstredend auch nicht fehlen. Als sehr passend erweist sich ebenso die Musik, die je nach Situation zwischen karibischen Klängen am Strand von Paradise Beach, oder spannungsgeladenen Sounds in den Actionszenen schwankt.

Es ist eigentlich schade, dass die Serie nach nur einer Staffel eingestellt wurde, denn insgesamt verbreitet Thunder in Paradise überwiegend einfach nur gute Laune. 1995 erschien noch ein Videospiel für die Philips CD-i Konsole, danach wurde es ruhig. Die Show ist ein Hauch SciFi gepaart mit Action und Urlaubsfeeling. Ein herrlich überdrehter Hulk Hogan, eine Armee von Girls in knappen Badeanzügen, ein cooles Superboot, massig Prügeleien und Explosionen verbreiten auch heute noch ein schönes 90er Jahre-Feeling. Trashfan-Herz, was willst Du mehr?

persönliche Bewertung: 4(-)/6