Quelle: Quelle: DVD Cover und Szenenfotos: Dreamworks
Quelle: Quelle: DVD Cover und Szenenfotos: Dreamworks

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Taken, original: Steven Spielberg presents Taken (2002)

Dreamwork Entertainment Studios, Amblin TV, SciFi Channel; 10 Folgen á ca. 88 Minuten, Produktionsland: USA,

Kanada; Idee: Leslie Bohem; Produzent: Steven Spielberg; Musik: Laura Karpman

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Darsteller:  
Die Clarks: Die Crawfords
Catherine Dent als Sally
Joel Gretsch als Cpt/Col. Owen Crawford
Alf Humphreys als Fred Tina Holmes als Anne
Kevin Schmidt (Kind)/Ryan Hurst (erwachsen) als Tom Ryan Merriman als Sam (erwachsen)  
Anton Yelcin als Jacob Emily Holmes als Julie
Sadie Lawrence als Carol Heather Donahue als Mary
Chad Morgan als Becky Andy Powers als Eric

Besprechung:

Inhalt:

1944: Der Kampfpilot Russel Keys fliegt eine B17 über Deutschland. Zahlreiche Maschinen werden von der Flak der Deutschen zerfetzt und die Angst nimmt Überhand. In diesem Moment tauchen zwischen den Maschinen der amerikanischen Luftflotte seltsame blaue Lichter auf, von den Piloten Foo-Fighter genannt. Keys kennt diese Lichter bereits aus seiner Jugend und er ist sicher, dass sie ihn beschützen. Als seine Maschine abgeschossen wird, findet sich der Pilot auf einem Operationstisch wieder, umgeben von seltsamen Licht und eigenartigen Gestalten.

Als er wieder zu sich kommt, kann er sich an nichts mehr erinnern, außer, dass er so etwas seit Kindertagen an immer wieder erlebt. Keys fühlt sich von einer weit überlegenen Macht, gegen die er sich nicht wehren kann, misshandelt und missbraucht. Nach dem Krieg fängt er an, sich mit dem Phänomen auseinander zu setzen, als 1947 in einer Tageszeitung aus Roswell der Absturz eines UFOs gemeldet wird, der von einem Farmer namens Brazel gemeldet wurde. Der Fall wird von dem jungen aufstrebenden und äußerst skrupellosen Offizier Cpt. Owen Crawford bearbeitet.

 

Zur gleichen Zeit lebt die junge Witwe Sally Clarke mit ihren beiden Kindern allein auf einer Farm in der Nähe von Roswell, als eines Tage ein junger Mann dort auftaucht, und um Unterkunft bittet. Während ihr Sohn Tom den Neuankömmling als Bedrohung empfindet, verliebt sich Sally schnell in den ruhigen und gut aussehenden Mann. Die beiden pflegen ein intimes Verhältnis, bis eines Tages Cpt. Crawford auf der Suche nach einem Außerirdischen, der den Absturz von Roswell überlebt haben könnte, auftaucht. Nun stellt sich heraus, dass Sally' s neuer Freund in Wirklichkeit dieser Besucher ist, der nun keine andere Wahl mehr hat, als zu fliehen.

Doch Sally ist schwanger und bringt neun Monate später einen Jungen zur Welt, der sich mit Fähigkeiten entwickelt, die vor allem für das Militär bahnbrechend sein könnten. Und einige Jahre später ist es so weit. Crawford, inzwischen Colonel, ist dem Jungen auf der Spur...


Fazit:

Nachdem Steven Spielberg sich seit 1993 auch immer mehr dem Fernsehen zuwendete und die drei Staffel währende Serie DSV Seaquest als Produzent betreute, baute er den TV Bereich seiner Dreamworks Entertainment immer weiter aus. Das Ergebnis war 2001 „Band of Brothers“ und 2002 eine der besten SciFi Miniserien, die meiner Ansicht nach bislang gedreht wurden.

Taken, so der Name der Projekts ist im Prinzip ein zehnteiliger überlanger Spielfilm, der sich über drei Familien und drei Generationen erstreckt, wobei zwei Familien immer wieder von Aliens entführt und beeinflusst werden, während die andere sich der Aufklärung dieses Phänomens widmet. Die Geschichte ist so spannend wie einfühlsam erzählt und beginnt in den 40er Jahren. Von dort aus erstreckt sich bis ins Jahr 2001.

Dabei bilden vor allem die Familien der  Clarkes und Crawfords einen gut gemachten Gegenpol. Die Crawfords sind skrupellos und machtorientiert, die Clarkes beherbergten 1947 vorübergehend einen Außerirdischen, der aus dem abgestürzten UFO von Roswell entkommen war. Daraus entwickelte sich eine Beziehung zwischen Sally Clarke und dem Alien, aus der ein Sohn hervorging. Von nun sorgen die Besucher immer wieder dafür, dass sich dieser Hybrid mit einem Mitglied der Familie Keys paart, bis schließlich Ende der 80er Jahre das Kind Lisa geboren wird, die über enorme mentale Fähigkeiten verfügt. Das Militär ist den Familien dabei über Jahrzehnte auf der Spur und jagt sie.

Das alles ist spannend erzählt, wenn meiner Meinung nach manchmal auch etwas langatmig. Gerade zwischen Teil 6 und Teil 7 scheint die Luft vorübergehend ein wenig raus zu sein, doch zieht der Spannungsbogen mit der 8. Episode wieder rasant an und mündet in einem tollen Finale. Dennoch ist jeder der zehn Filme für sich genommen unterhaltsam.

Für den Plot haben sich Steven Spielberg und Ideengeber Leslie Bohem ausführlich bei der entsprechenden Literatur bedient. Sei es der sogenannte Roswell Zwischenfall, sei es die seit Jahren im Internet kursierende falsche Alien-Obduktion oder eben das Aussehen der Außerirdischen an sich, dass ja inzwischen fast Konsens bei Autoren und Filmemachern ist. So ziemlich nichts wurde ausgespart. Hier wurden viele Theorien, Halbwahrheiten, Verschwörungstheorien und auch Fakten über die Ufo-Forschung zu einem unterhaltsamen Konglomerat vermengt und daraus eine, wie oben erwähnt, insgesamt sehr unterhaltsame Geschichte gestrickt.

 

Die digitalen Spezialeffekte wurden von Jim Lima und seinem Team gestaltet, dass schon hervorragende Arbeit in einigen Folgen von Seaquest DSV geleistet hatte. Seinerzeit galten die Effekte als bahnbrechend und auch Taken erreicht für ein TV-Projekt höchste Standards. Die Idee, dass sich aus mehreren kleinen Ufos ein großes bilden kann ist zum Beispiel „großes Kino“. Vom B17 Angriff über Deutschland in der ersten Episode, bis hin zu den Alienraumschiffen und den Aliens selbst wurden hunderte Effekte innerhalb von rund neun Monaten kreiert. Auch die Szenen innerhalb des Raumschiffes oder die Entführungen selbst sind hervorragend inszeniert und lassen keine Wünsche offen. Für Interessierte sei noch angemerkt, dass Limas Team u.a. auch für die Special Effects in Terminator TSCC und diverse Episoden von „Der Mentalist“ und „True Blood“ verantwortlich zeichnet.

 

Schauspielerisch gibt es ebenfalls viel gutes zu berichten. Dakota Fanning, mit der Spielberg drei Jahre später für das Remake von Krieg der Welten erneut zusammen arbeiten sollte, übernahm den Part des Erzählers und spielte im letzten Drittel des Werkes die Hauptrolle. Obwohl ich Kinderstars meistens nicht sehr mag, gelingt es ihr doch, ihren Part sehr überzeugend rüberzubringen. Mit ihrem Talent schafft es das (damals noch kleine) Mädchen, den Zuschauer an die Figur zu binden, mit ihr zu fühlen und wirklich Anteil zu nehmen. Es würde zu weit führen, hier ausführlich auf die zahlreichen Schauspieler einzugehen.

Erwähnenswert ist jedoch, dass einige Schauspieler, wie etwa Joel Gretsch und Catherine Dent innerhalb ihrer Rollen um Jahrzehnte „altern“ mussten, was eine große Herausforderung für ihr Talent und ebenso für die Maske war. Gretsch's Arbeitstag umfasste so etwa 18 Stunden, da es morgens etwa 5 Stunden dauerte, ihn zu schminken und abends noch einmal 4, die prothetische Maske wieder zu entfernen. In Anbetracht dessen leisteten die beiden sehr gute Arbeit, denn sie überzeugen in beiden Parts ihrer Rolle, wobei es für einen relativ jungen Menschen sicherlich nicht einfach ist, sich in einen 65jährigen hineinzuversetzen.

 

Da sich der Plot, wie erwähnt, über drei Generationen und Familien spannt, sind eben entsprechend viele Akteuere im Einsatz. Auffällig ist aber, dass Spielberg offenbar gerne mit ihm bekannten Gesichtern zusammen arbeitet. So sieht man u.a. Stargäste aus Projekte wie „Band of Brothers“ , Minority Report oder späteren Filmen. Andere Mimen sind aus Dark Angel „Emergency Room“, „Angel“, „Buffy“ Orphan Black, Eureka und so weiter bekannt. Da sind vor allem für Serienfans eine ganze Reihe bekannterer Namen dabei und das zahlt sich aus. Die Schauspieler agieren überwiegend gut, größere „Ausfälle“ sind mir zumindest nicht aufgefallen.

Alles zusammen genommen sind das Vorzeichen für rund 870 unterhaltsame Fernsehminuten und wer auf Serien wie Akte X oder Dark Skies steht, dürfte hier bestens unterhalten werden. Mir geht es jedenfalls so, von daher kann ich diese tolle Miniserie aus dem Jahr 2002 nur wärmstens weiterempfehlen, denn trotz der ein oder anderen Länge hat der Zuschauer es hier mit überdurchschnittlich guter Serienkost zu tun, die genau richtig für eine Bing Watching Sesson ist.

persönliche Bewertung: 5/6