Quelle: Cover und Bildzitate: Paramount/CBS
Quelle: Cover und Bildzitate: Paramount/CBS

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Star Trek: Raumschiff Voyager, Original: Star Trek Voyager (1995 - 2001); Paramount, 1 Pilotfilm á 90min und

170 Folgen á 45min in 7 Staffeln, Produktionsland: USA, Idee: Rick Berman, Michael Piller und Jerí Taylor,

Produktion: Rick Berman, Jerí Taylor, Kenneth Biller und Brannon Braga, Musik: Jerry Goldsmith

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Darsteller  
Kate Mulgrew als Cpt. Kathryn Janeway Robert Beltran als Com. Chakotay
Tim Russ als Lt. Com. Tuvok Robert Duncan McNeill als Lt. Tom Paris
Roxanne Dawson als Chefingenieur B`Elanna Torres Garrett Wang als Ensign Harry Kim
Robert Picardo als der Doktor Ethan Phillips als Neelix
 Jeri Ryan als Sven of Nine  Jennifer Lien als Kes

Besprechung:

 

Inhalt:

Bei Sternzeit 48135.6 (im Jahr 2371) dockt die neuste Raumschiffsklasse der Föderation, die U.S.S. Voyager, an der Raumstation Deep Space Nine an. Ihr Auftrag ist es, den Maquis, eine Gruppe von Widerstandskämpfern, die auf Planeten leben, die die Föderation den Cardassianern zugesprochen hat, ausfindig zu machen und wenn möglich zu zerschlagen. Das Schiff steht unter der Führung von Captain Kathryn Janeway.

Sie hat den ehemaligen Maquis Tom Paris an Board, der für eine angemessene Haftverkürzung bereit ist, die Voyager durch die sogenannten Badlands zu führen, einer unwirtlichen, von Plasmastürmen durchzogenen, Region des Raums nahe der cardassianischen Grenze. Tatsächlich kann ein kleines Maquis-Schiff mit Chakotay, einem ehemaligen Föderations-Commander, als Captain ausfindig gemacht werden und die Jagd beginnt.

 

Plötzlich geschieht etwas Unvorhergesehenes: eine seltsame Sturmwelle scheint sich auszubreiten und bewegt sich auf die beiden Raumschiffe zu. Ohne eine Möglichkeit zur Abwehr werden die Kontrahenten von einem Augenblick zum nächsten in den Delta-Quadranten, 70000 Lichtjahre vom Föderationsgebiet entfernt, befördert. Dort begegnen sie einem überaus mächtigen Wesen, dem Fürsorger, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, über ein Volk namens Ocampa zu wachen. Da der Fürsorger dem Tode nahe ist, sucht er in der gesamten Galaxie nach genetisch kompatiblen Individuen, auf die er seine Fähigkeiten übertragen kann. Die auserwählte Person soll eine riesige Phalanx steuern, um die Ocampa mit Energie und Nahrung zu versorgen. Janeway, Chakotay und den beiden Crews bleibt keine andere Wahl: sie müssen zusammenarbeiten, um diese Krise zu überstehen. Doch selbst wenn es gelingt, wie kommen sie nach Hause?...

 

Fazit:

Deep Space Nine  lief seit zwei Jahren im TV, als Paramount einen weiteren Ableger des Star Trek Franchise ankündigte: Star Trek Voyager. Zum ersten Mal sah man eine Frau als Captain eines Raumschiffes. Die Idee war gut, barg die Konstellation Janeway/Chakotay doch ungeahnte erzählerische Möglichkeiten einer komplizierten beruflichen und privaten Beziehung (z.B. in Folge 2x21: Entscheidungen).

Noch wichtiger war vielleicht in erzählerischer Hinsicht, dass Chakotay, wie viele andere Crewmitglieder, dem Maquis angehörte - einer Widerstandsbewegung, die sich mit Waffengewalt gegen die Föderationspolitik mit den Cardassianern wehrte. Das barg großes Konfliktpotential, das zu einer spannenden Geschichte um Verrat, Treue und Gier führen sollte. Um sich auch mehr von Star Trek: The Next Generation abzuheben, entschied man, dass sich die Voyager in den weit entfernten und unerforschten Delta-Quadranten verirren sollte. Schon in Deep Space Nine war der Gamma-Quadrant eingeführt worden, in dem die Jem'Hadar, die Klonsoldaten der Gründer, brutal herrschten. Dieser Bereich des Weltalls war außerdem mit einem stabilen Wurmloch verbunden, so dass der Plot eines verirrten Föderations-Raumschiffes im Gamma-Quadranten keinen Sinn ergeben hätte.

 

Um eine zusätzliche Verbindung zwischen den einzelnen Serien herzustellen, begann die Reise der U.S.S. Voyager auf der Raumstation Deep Space Nine. Wir beobachten Quark bei einer seiner Lieblingsbeschäftigungen,  nämlich unbedarften „Touristen“ goldgepresstes Latinum aus der Tasche zu ziehen. Ausgerecht Ensign Harry Kim (gespielt von Garrett Wang) ging dem findigen Ferengi in die Falle. Der nicht minder pfiffige Tom Paris (Robert Duncan McNeill) half dem Jung-Offizier aus der Patsche.

Dieser recht lustige Einstieg in die Serie sollte bald durch eine spannende Geschichte  abgelöst werden, die zum Ende der dritten Season in einen neuen, noch aufregenderen Plot überging. In keiner anderen Star Trek Serie wurden so viele neue Spezies eingeführt, wie hier. Natürlich gab es bisweilen Ähnlichkeiten, so weisen die Kazon als kriegerisches kastengeführtes Volk schon einige Ähnlichkeiten zu den Klingonen auf. Doch der Delta Quadrant bot dem Zuschauer kontinuierlich das, wofür die Föderation steht - neue Welten zu erforschen und neue Zivilisationen. Von diesem Leitmotiv macht die Serie ausgiebig Gebrauch, was bis heute einen großen Teil der Faszination ausmacht. Vor allem aber barg der Delta-Quadrant die Möglichkeit, den gefährlichsten Feind der Föderation, die Borg, näher zu beleuchten.

 

 

Wie Deep Space Nine zuvor, benötigte auch der neueste Ableger des Franchise etwas Anlaufzeit. Die ersten drei Staffeln wurden mit den Kazon als Antagonisten recht zwiespältig aufgenommen. Wie immer schwankte die Qualität der einzelnen Folgen. Die ersten beiden Seasons wurden hauptsächlich von den Episoden um Seska und Maje Culluh von den Kazon getragen, die mit der Doppelfolge „Der Kampf ums Dasein“ (2x26, 3x01) ihren Höhepunkt finden. Diese Doppelfolge ist wirklich denkwürdig. Sehenswert ist auch der Zweiteiler „Vor dem Ende der Zukunft“, in dem die Voyager auf ein Föderations-Raumschiff aus dem 29. Jahrhundert trifft. Die Besatzung sieht in der Crew der U.S.S. Voyager eine Bedrohung für die Zeitlinie und will das Schiff zerstören.

Mit dem Ende der dritten Staffel und der Doppelfolge „Skorpion“ (3x26, 4x01) wurden, wie oben bereits erwähnt, die neue Figur der Seven of Nine und die Borg eingeführt. Sevens, sprich Jeri Ryan's superenger Anzug löste dabei vielleicht mehr Diskussionen als die Borg selbst aus. Vielen Fans driftete Star Trek zu sehr in die „Mainstream Ecke“ ab, andere waren der Ansicht, Seven of Nine sei eingeführt worden, weil „Sex sells“ eben doch wichtiger als gute Storys seien. Zu einem kleinen Teil mag das stimmen. Das ändert aber nichts daran, dass gerade der Borg-Plot ein unvergessliches Stück Star Trek Geschichte ist.

 

Als weiterer großer Gegenspieler wurde Spezies 8472 eingeführt. Großartig an dieser Idee war, dass es die Borg hier mit einem Gegner zu tun bekamen, der noch stärker war als sie, was die Spannung und Action enorm in die Höhe trieb. Dennoch wurden die Schicksale der Charaktere nicht vergessen. Seven of Nines Entwicklung von der Borg-Drohne zurück zum Menschen (z. B. In 4x06: "Der schwarze Vogel") ist fantastisch anzuschauen und drehbuchtechnisch sehr gut durchdacht.

Gleiches gilt für die meisten Crewmitglieder, vor allem aber auch für den Doktor. Die Folgen um Robert Picardos wundervoll gespielten Charakter waren nicht selten philosophisch angehaucht. So weist auch Star Trek Voyager viele unterhaltsame Geschichten, die jedoch durchaus einen ernsten Hintergrund bieten, auf. Schon in der ersten Staffel wird dem Zuschauer in der Episode „Das Unvorstellbare“ (1x09), hier allerdings nicht mit dem Doktor als Hauptperson, Serienkost mit einem entsprechenden Hintergrund geboten, die auf bis heute aktuelle Fragestellungen Bezug nimmt. Insgesamt bietet die Serie also eine gute Mischung aus Action und Drama.

 

Die Schauspieler waren wie immer sorgfältig ausgewählt und jeder einzelne spielte seine Rolle überzeugend. Vor allem Kate Mulgrew, Ethan Phillips, Tim Russ und eben Robert Picardo tragen die Serie, aber auch die weiteren Hautrollen wurden sehr gut besetzt. Der damals junge Garrett Wang war beispielsweise ein überaus symathischer Ensign Kim, auch wenn die Figur nie wirklich eine Chance zur Entwicklung erhielt.

Was die Spezialeffekte angeht, war Voyager die erste Star Trek Serie, die vollständig auf CGI setze. Die Optik bewegt sich für die damalige Zeit auf höchstem Niveau. Vor allem sind es wieder die Schlachtszenen, die denkwürdig in Erinnerung bleiben. Doch auch die zahlreichen Mattepaintings für die Planetenhintergründe überzeugen völlig. Sets, Locations, Kulissen, Kostüme waren wieder einmal überaus gut gelungen, so dass es am Produktionsstandard nichts zu mäkeln gibt, auch wenn viele Fans aus diversen Gründen teils harsche Kritik an der Serie übten. Vielleicht war der Markt nach vier Serien, die seit nunmehr über zehn Jahren liefen, langsam übersättigt.

 

Trotz allem blieben die Einschaltquoten weitgehend stabil, vor allem auch, weil viele neue Fans hinzu gewonnen werden konnten. So wurden dem Zuschauer wieder sieben Staffeln mit insgesamt einhundertzweiundsiebzig Folgen geboten, die für mich, wie alle Star Trek Serien, mit zur besten Fernsehkost überhaupt zählen, auch wenn ich persönlich die Show insgesamt nicht ganz so stark wie in den Vorgängerserien finde, allein schon wegen des dann doch sehr enttäuschenden Endes, das uns einfach nur zeigt, wie die Voyager in den Alphaquadranten zurück findet. Kein Wort darüber, wie die Crew sich nach diesen sieben Jahren wieder zurecht findet. Dennoch: Voyager ist eine sehr gute Star Trek Serie, die altbewährtes mit Neuem verbindet und verdammt viel Spaß macht.

persönliche Bewertung: 5/6