Quelle: Cover und Bildzitate: CBS/Paramount
Quelle: Cover und Bildzitate: CBS/Paramount

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert, Original: Star Trek - The Next Generation (1987-1994);

 

Paramount Pictures, 178 Folgen  á ca. 45min. in 7 Staffeln, Produktionsland: USA, Idee: Gene Roddenberry,

 

Produktion: Gene  Roddenberry, Rick Berman, Ira Steven Behr u.a., Musik: Jay Chattaway, Dennis Mc,Carthy und Ron Jones

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Darsteller  
Patrick Stewart: Cpt. Jean Luc Picard Jonathan Frakes: Com. William T. Riker
LeVar Burton als Chefingineur Geordi LaForge Denise Crosby als Lt. Tasha Yar
Michael Dorn als Lt. Worf 
Marina Sirtis als Counselor Deanna Troi
Brent Spiner als Lt. Data Gates Mc. Fadden als Dr. Beverly Crusher
Wil Wheaton als Wesley Crusher Diana Muldaur als Doktor Pulaski

Besprechung:

Inhalt:

„Der Weltraum – unendliche Weiten.

Wir befinden uns in einer fernen Zukunft.

Dies sind die Abenteuer des neuen Raumschiffs Enterprise,

das viele Lichtjahre von der Erde entfernt unterwegs ist,

um fremde Welten zu entdecken, unbekannte Lebensformen und neue Zivilisationen.

Die Enterprise dringt dabei in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“

deutsches Intro

 

"Space - the final frontier.

These are the voyages of the starship Enterprise.

Its continuing mission,

to explore strange new worlds.

To seek out new life and new civilizations.

To boldly go where no one has gone before."

US-Intro

 

Im Jahr 2363, neunundsiebzig Jahre nachdem die von Captain James T. Kirk kommandierte Enterprise 1701 A  ihren letzten Flug getan hat, wird die Enterprise D in Dienst gestellt. Der französisch stämmige Captain Jean Luc Picard hat das Kommando des Flaggschiffs der Föderation übernommen. Sein erster Offizier ist William T. Riker, jung, dynamisch, ehrgeizig und ein Frauenschwarm. Auf der Raumstation Farpoint Station wartet er darauf, an Bord gebeamt zu werden.Doch auf dem Weg dorthin kommt es zu einem Zwischenfall. Das omnipotente allmächtige Wesen „Q“ versperrt der Enterprise den Weg und klagt die Menschheit an, unzivilisiert zu sein und dem Barbarentum anheim zu fallen. Die Strafe soll die Vernichtung der menschlichen Rasse sein. Picard gelingt es, „Q“ von einem Test zu überzeugen, der dem Allmächtigen beweisen soll, dass die Menschen nicht mehr aus Mördern und Egoisten bestehen, sondern den nächsten Schritt in der Evolution getan haben.„Q“, für den die Besatzung der Enterprise D nicht mehr als ein Spielzeug ist, ist amüsiert und stellt der Crew  eine Aufgabe, die sie ausgerechnet dorthin führt, wo Riker auf seinen Einsatz wartet...

 

Fazit:

Star Trek: Das nächste Jahrhundert sollte für das Star Trek Universum ein Meilenstein sein, der das Bild des Franchise von 1987 bis 2001 prägte. Die Next Generation zog sich somit über drei Serien mit insgesamt  526 Episoden und vier Kinofilme hin. Daraus entstanden ist ein unglaublich komplexes Universum mit Alienrassen, Imperien, Direktiven und Religionen, das  man als Außenstehender kaum zu überschauen mag. Und obwohl innerhalb der Serien immer wieder Bezüge und Querverweise untereinander hergestellt wurden, ist es selbst als Fan nicht  immer leicht, den Überblick zu behalten.

Anders als noch im Star Wars Franchise bis 2014, gehörten die Romane beispielsweise nie zum offiziellen sogenannten Canon, der elfte, zwölfte und dreizehnte Kinofilm des J. J. Abrams Reboots, der mit eben genau diesem bricht, jedoch sehr wohl. Erklärt wird das Ganze mit einer alternativen Zeitlinie, die sich auftat, als Spock mit einem von Geordi LaForge konstruierten Raumschiff durch eine Raum-Zeit-Verzerrung in die Vergangenheit geworfen wurde. Wie dem auch sei: Das nächste Jahrhundert war ein Wegweiser der modernen Science Fiction Serie und ist mehr als nur Kult geworden - für viele Fans wurde die Serie ein Wegweiser.

 

Natürlich schwankt selbst eine Show wie diese bisweilen in der Qualität. 178 Episoden in sieben Staffeln ist eben eine sehr lange Lebensdauer. Es kam also bisweilen vor, dass schwächere Folgen produziert wurden. Doch insgesamt besticht TNG, wie wir Fans sie kurz nennen, durch seine Tiefe, die hervorragend konstruierten Figuren, die durch ebenso gute Schauspieler über viele Jahre weiter entwickelt wurden und seine grandiosen Geschichten. Obwohl die erste Staffel insgesamt eher etwas schwächer ist, wurde schon zum Ende der Season  mit der Doppelfolge „Die Verschwörung/Die Neutrale Zone“ gezeigt, was in dieser außergewöhnlichen Serie steckt. Es handelt sich um eine spannende Geschichte um die Unterwanderung der Vereinten Föderation der Planeten durch eine außerirdische Macht, die bis in die Schaltzentrale der Sternenflotte vorgedrungen ist und von dort aus ihre Ränke schmiedet. Im letzten Moment kann die Übernahme durch Picard und seine Crew verhindert werden.

 

Weitere unvergessliche Episoden wie etwa „Wem gehört Data“ (2.9.) die die philosophische Descartes' sche Frage nach dem Leben an sich aufwirft, „Der Gott der Mintaker“ (3.4.), die sich mit Religionsbildung und der Einmischung überlegener Kulturen  befasst, aber natürlich auch die Einführung der Borg in Folge 2.16: "Zeitsprung mit "Q"" und der Weiterführung des Plots in der letzten Folge der dritten und ersten der vierten Staffel, sowie der grandiose Abschluss der Serie prägen das Bild von einer qualitativ hochwertigen Serie, an der das gesamte Team mit viel Herzblut gearbeitet hat. Gene Roddenberry arbeitete während der ersten drei Staffeln noch intensiv an der Entwicklung mit, verstarb dann leider jedoch viel zu früh mit nur 70 Jahren an Herzversagen. Doch ich denke, er wäre sehr stolz, wenn er wüsste, dass sein Name auch heute noch unverrückbar mit dem größten Science Fiction Franchise der Welt verknüpft ist.

 

Gene Roddenberry zeichnete für den hohen Qualitätsstandard von The Next Generation  maßgeblich mit verantwortlich, so stand ihm zum ersten Mal ein vernünftiges Budget zur Verfügung, die Visualisierung geriet entsprechend hochwertig. Die von George Lucas' Special Effects Schmiede Industrial Light and Magic verwirklichte Tricktechnik konnte gerade in den Weltraumsequenzen beinahe mit dem Kino konkurrieren. Allein für die Enterprise gab es insgesamt drei Modelle, eines von ein Meter achtzig, eines von sechzig Zentimetern und später wurde noch eines mit einer Größe von ein Meter zwanzig gebaut. Die Regisseure waren darüber hinaus sorgfältig gewählt, einige der Stars standen im Verlaufe der Serie selbst hinter der Kamera. Außerdem waren ungewöhnlich viele Drehbücher wirklich hervorragend.

Viele Star Trek Schauspieler wurden des Weiteren auch in den weiteren Spin Offs  zu Regisseuren oder Drehbuchautoren und bekundeten so ihre anhaltende Liebe zu Star Trek. Für mich als Fan wurde Star Trek: The Next Generation so zu etwas, das uns ein Leben lang begleiten wird. Es mag für den Außenstehenden verwirrend sein, dass erwachsene Menschen eine so tiefe Liebe zu einem TV-Francise verbindet. Doch viele Fans sind seit Kindensbeinen an dabei, wurden von der humanistischen Sichtweise Gene Roddenberrys geprägt, der es so gut verstand, nicht nur unterhaltend, sondern lehrleich zu sein, wie sein Freund Rod Serling einmal sagte.

 

Deep Space Nine und Star Trek: Voyager folgten jeweils, als die Vorgängerserien noch nicht abgesetzt waren  und vielleicht war gerade das zu viel des Guten. Obwohl das Franchise an sich meiner Ansicht nach insgesamt doch auf einem sehr hohen Niveau rangierte, wiederholte sich einiges doch mit der Zeit und eine gewisse Zuschauersättigung setzte ein.

Die Ausstrahlungspolitik von Paramount wurde somit zu einem der großen Fehler, die Star Trek dann im Jahre 2005 den vorläufigen Tod bescherten. Obwohl Enterprise in meinen Augen eine klasse Serie war und ist, wollten die Fans sie damals nicht sehen. Es wurde herumgemäkelt, manchmal zu Recht, oft zu Unrecht. Im Netz war man sich in Deutschland bereits vor der deutschen Erstausstrahlung einig: Die nächste Generation musste weitergehen. Dabei erkannten man nicht, dass dieser Markt sinerzeit abgegrast war und zunächst neue  Zuschauer gewonnen werden mussten. Dazu bot sich ein Prequel - ein Neuanfang - der sich auf das Bewährte bezog, ohne ihm sklavisch zu folgen, an. Das ist umso mehr schade, als dass die neue Serie  mit der dritten Staffel einen Storybogen einführte, der für mich bisher zu den besten und ungewöhnlichsten im Franchise gehört.

Doch im Jahr 1987 waren wir davon noch meilenweit entfernt und so reisten wir als Fans endlich wieder Woche für Woche zu anderen Planeten, entdeckten fremde Zivilisationen und drangen dahin vor, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen war. Für mich werden aufgrund meines Alters wohl immer Kirk, Spock, Bones und Scotty an erster Stelle stehen. Doch Jean Luc Picard, Jonathan Riker, Data, Geordi La Forge, Doctor Beverly Crusher, Worf, Miles O´Brien, Tasha Yar, Deanna Troi und der junge Wesley Crusher waren es, die den fantastischen Mythos Star Trek neu belebten und ihn in Galaxien trugen, die Millionen Menschen bis heute begeistern.

persönliche Bewertung: 6/6