Quelle: CBS All Access
Quelle: CBS All Access

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Star Trek: Picard, original: Star Trek: Picard (ab 2020)

Produktion: CBS Television Studios, Roddenberry Entertainment, Secret Hideout; ausstrahlender Dienst in Deutschland: Amazon Prime; 10(+) Folgen in zwei Staffeln;

Produktionsland: USA, Drehbücher: Michael Chabon, "Rod" Roddenberry, Alex Kurtzman; Produzenten: Sir Patrick Stewart, Alex Kurtzman, Michael Chabon, "Rod" Roddenberry, Akiva Goldsmith, Trevor Roth, James Duff, Heather Kadin

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Star Trek: Picard: Heil- und Segensbringer für ein gespaltenes     Franchise?

 

Picard ist auf Kurs

Bald ist es soweit. Am 23.01.2020 startet die langersehnte Serie Star Trek: Picard rund um den Lieblings-Captain so vieler Fans. Die Vorfreude, aber auch das Hoffen und Bangen nehmen zu. Zu oft haben uns Paramount und CBS, die nun endlich wieder unter einem Dach vereint sind, enttäuscht, oder zumindest nicht das geliefert, was viele Fandom-Geeks sich gewünscht hätten. Sowohl die Kelvin-Timeline-Filme, als auch Star Trek: Discovery auf dem kleinen Screen haben die Gemüter erhitzt und für teilweise erbitterte Debatten gesorgt. Die Fronten scheinen auf beiden Seiten verhärtet. Was die einen als unterhaltsam, modern und innovativ ansehen, ist für die anderen eine Abkehr vom Kanon. Die neuen Abenteuer Picards könnten da wie ein Heilsbringer wirken, der beide Lager wieder miteinander vereint.

 

Vielversprechende Cameos

Die bisherigen Infos sind auf jeden Fall vielversprechend. Der Sohn Gene Roddenberrys, „Rod“ Eugene, hat alle zehn Drehbücher der ersten Staffel verfasst, oder an ihnen mitgeschrieben, Alex Kurtzman und Michael Chabon, der auch als Executive Producer fungiert, an jeweils einem. Mit Kirsten Beyer, Akiva Goldsmith und Trevor Roth sind zudem Star Trek Kenner mit an Bord, die das Schiff gemeinsam mit Patrick Stewart in den richtigen Quadranten steuern wollen.

Auch die Riege der Regisseure scheint auf einen großen Hit hinzudeuten. Neben Jonathan Frakes, der auch erneut in seine Rolle als Will Riker schlüpfen wird, werden Douglas Aarniokoski (Star Trek: Short Treks), Hanelle M. Culpepper (Star Trek Discovery), Akiva Goldsmith (Star Trek: Discovery) und Maja Vrvilo (Star Trek: Discovery) auf dem Regiestuhl Platz nehmen.  Das Team hinter der Kamera weiß also ziemlich genau, wie man die neue Serie neben den aktuellen Produktionen platziert, aber trotzdem genug Raum für Eigenständigkeit lässt. Für den richtigen Nostalgiefaktor sorgen neben Frakes auch einige weitere Vertreter der alten Star Trek-Garde, wie Brent Spiner als Data (oder B-4?), Marina Sirtis (Deanna Troi), Jeri Ryan (Seven of Nine) und Jonathan Del Arco als Hugh.

 

Alles tutti?

Alles tutti paletti also? Wer weiß das schon? Auch, wenn die beiden Trailer fantastisch aussehen und den Eindruck vermitteln, als würden die guten alten Zeiten wieder anbrechen, könnte es für einige „Hardcore-Next-Generationer“ unter Umständen ein enttäuschendes Erwachen geben. Sowohl Alex Kurtzman, als auch Sir Patrick Stewart selbst betonten schließlich bereits mehrfach, dass Picard nicht mehr der Alte ist und einiges durchgemacht hat. Seine Erlebnisse haben ihn geprägt und verändert. Wir begleiten den pensionierten Sternenflottenoffizier also möglicherweise auf einer Reise, die sich vom manchmal gemächlichen Erzähltempo der klassischen Serien verabschieden könnte. Statt eines philosophischen Diskurses über das Wesen des Menschen an sich, könnte uns eine geballte Ladung Action nach modernen Standards erwarten, mit rasanten Schnitten, Dog- und Martial-Art-Fights und was sich heute sonst noch so an gekonnter Effekthascherei in der „Blockbuster-Serienlandschaft“ tummelt.  Für diese These spricht auch, dass es die alten Weggefährten wohl überwiegend bei Cameoauftritten belassen (müssen), während die Hauptlast neben Patrick Stewart auf einem jungen, frischen Cast liegt. Wie wir wissen, hat eine ähnliche Taktik bei einem anderen Genre-Giganten unlängst für hitzige Diskussionen gesorgt.

Die neue Star Trek Serie hat allerdings den Vorteil, sich mindestens zwanzig Episoden Zeit lassen zu können, denn noch vor der Ausstrahlung der ersten Season ist inzwischen bekannt geworden, dass CBS All Access Star Trek: Picard in die zweite Runde schicken wird. Ich stelle dennoch einmal die frevlerische und provakante Frage, ob so Manchem die Serie im Endeffekt zu wenig Next Generation und zu viel Discovery sein könnte. Die Frage wird sich erst ab Januar beantworten lassen, aber sie ist sicherlich nicht ganz uninteressant, was meint ihr? Fakt ist, man kann es sowieso nie allen recht machen, egal, ob man das Rad neu erfindet, oder nicht.

 

Prime-Timeline und Kanon?

Ein spannendes Thema wird auch weiterhin der Kanon und die damit verbundene Zeitlinie bleiben. Wird der Franchises-Bibel genüge getan? Passt die Zeitlinie? Fragen über Fragen. Für die noch nicht ganz so alt eingesessenen Nerds ergibt sich, nebenbei erwähnt, immer wieder das Problem, dass sie Picard nicht wirklich in den trekkigen Gesamtkontext einordnen können. Im welchem Star Trek-Jahr ist eigentlich das Reboot von 2009 angesiedelt? Wann tritt Kirk in der Originalserie auf den Plan und wann reißt Picard den Borg ihre kybernetischen Hintern in Star Trek: First Contact auf? Gehört die Zerstörung Romulus zur alternativen Zeitlinie, oder zur etablierten? Und wie sortieren sich die offiziellen Comics zu den Filmen, oder die kommenden Printmedien zu Star Trek: Picard in diesen Wust ein? Mit diesem Thema befasst sich eine coole Timeline, die ich neulich bei meinem Lieblingshörbuchanbieter Audible https://magazin.audible.de/star-trek-zeitlinie/ ausgegraben habe und die (farblich gut aufgeschlüsselt) sogar einige der neuesten Romane und Hörbucher mit aufführt. Klar, das Teil ist lange nicht vollständig, ist aber dennoch mal was Neues und könnte uns einen Eindruck davon vermitteln, wie sich oben genannte Comics und kommende Romane einnorden lassen würden.

 

Wenn wir also auch nicht bei Professor Trewlaney Tasseomantie (upps, falsche Franchise, sry) studiert haben und vorhersagen können, ob uns Picard letztlich alle glücklich machen wird, können wir uns zumindest an den fiktiven Fakten festhalten und uns an ihnen orientieren. Und das ist auch doch auch etwas wert, oder nicht?