Quelle: DVD Cover, Copyright alle Star Trek Bilder: CBS/Paramount
Quelle: DVD Cover, Copyright alle Star Trek Bilder: CBS/Paramount

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Star Trek: Into Darkness, Original: Star Trek Into Darkness (2013)

Paramount Pictures, Bad Robot, Skydance

Productions, Produktionsland: USA, gefilmt in 3D, Länge: 127 min (132 min Blu Ray 3D Fassung)

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Darsteller Team
Chris Pine als Cpt. James T. Kirk Regie: J.J. Abrams
Zachary Quinto als Commander Spock Produktion: J.J. Abrams, Bryan Burk, Damon Lindelof
Zoé Zaldana als Lt. Nyota Uhura  Alex Kurtzman und Roberto Orci
Karl Urban als Dr. Leonard "Pille" McCoy Drehbuch: Alex Kurtzman, Roberto Orci, Damon Lindelof
Simon Pegg als Montgomery "Scotty" Scott Kamera: Daniel Mindel
Anton Yelchin als Ensing Pavel Chekov
Schnitt: Maryann Brandon und Mary Jo Markey
John Cho als Lt. Hikaru Sulu Musik: Michael Giacchino

Besprechung:

Inhhalt:

Das Jahr 2259: Captain James Tiberius Kirk hat nach dem Nero Zwischenfall das Kommando über die Enterprise behalten. Allerdings schert er sich nicht um Regeln und verletzt auf dem Planeten Nibiru die oberste Direktive. Spock sieht sich veranlasst, dies zu melden, zumal Kirk ihn durch diese Befehlsmissachtung das Leben rettete und dieser sich nun für den Zwischenfall verantwortlich fühlt. Als Reaktion auf die Verletztung der "obersten Direktive" wird Kirk degradiert und muss die Enterprise an Admiral Pike übergeben. Ihm soll er fortan  als erster Offizier dienen.

Zur selben Zeit sprengt sich in einem Londoner Archiv ein Angestellter an seinem Arbeitsplatz in die Luft und reißt 42 Menschen mit in den Tod. Er hinterlässt eine Nachricht, in der er mitteilt, dass er von dem ehemaligen Agenten John Harrison gezwungen worden sei, da dieser nur dann seine lebensbedrohlich erkrankte Tocher retten würde. Die Föderation reagiert auf diesen infamen Terroranschlag mit einer Geheimkonferenz der Sternenflottenführung im Daystrominstitut. Der Terrorist Harrison hat dieses Ereignis jedoch lange im Voraus geplant und verübt mit einem Helikopter einen Anschlag, bei dem unter anderem auch Admiral Pike getötet wird.

 

Kirk, für den Pike eine Art Ersatzvater war, ist außer sich vor Trauer und erbittet von Admiral Marcus, dem obersten Befehlshaber der Sternenflotte, das Kommando der Enterprise zurück. . Marcus stimmt zu und erteilt Kirk den Auftrag, nach Kronos, der Heimatwelt der Klingonen, zu fliegen. Hier soll sich der versuchte Verbrecher versteckt halten. Kirk wird instruiert, 72 spezielle Photonentorpedos mit sich zu führen, die auf den Standort des ehemaligen Agenten abgefeuert werden sollen. Voller Rachegelüste macht sich Kirk auf den Weg, muss allerdings seinen Freund und Ingenieur Scotty zurücklassen, der aus Gewissensgründen den Dienst quittiert hat. Er konnte es nicht verantworten, Torpedos im Maschinenraum zu lagern, dessen Spezifikation er nicht kennt. Auch Spock hat Bedenken, Photonentorpedos auf Kronos zu feuern, da diese Handlung von den Klingonen als kriegerischer Akt angesehen würde. Kirk lässt sich schließlich überzeugen, Harrison lediglich gefangen zu nehmen. Dies gelingt, überraschenderweise unter Zuhilfenahme von John Harrison selbst. Der Renegat erweist sich im Kampf mit den Klingonen  schier übermenschlich und gibt der Crew der Enterprise Rätsel auf. Als auch noch herauskommt, dass die neue Wissenschaftsoffizierin in Wirklichkeit die Tocher Admiral Marcus ist, keimen Zweifel auf, wer hier der Feind und wer der Freund ist. Der Admiral treibt sein eigenes Spiel, in dem Harrison, sowie die 72 mitgeführten Photonentorpedos eine wichtige Rolle spielen. Doch Harrison lebt nach eigenen Regeln und hat seinerzeits eigene Zeile, die er ebenso skrupellos verfolgt, wie Marcus...

 

Fazit:

Wenn ich an Star Trek: Into Darkness denke, schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Als 3D-SciFi-Blockbuster-Fan bin ich über zahllose 3D Popout Effekte, wie ich sie in dieser Menge und Qualität in kaum einem anderem Film gesehen habe, begeistert. Die unvermeidlichen Logiklücken, die anscheinend in jedem Abrams-Produkt en masse auftreten dann noch außen vor gelassen, macht der Film wirklich Spaß. Er ist so rasant, dass er dem Zuschauer kaum Zeit zum Luftholen lässt. Die Effekte bewegen sich auf allerhöchstem Niveau und die Schauspieler sind abgesehen von Simon Pegg, der nach wie vor eine schlechte Wahl für den neuen Scotty ist, super aufgelegt. Die Action ist bombastisch, wenn dem Werk auch, für meinen Geschmack, ein wenig mehr Story und ein paar Ruhephasen  gut getan hätten.

Betrachte ich den Film allerdings als Star Trek Nerd und Fan, der ich seit den 70er Jahren bin, empfinde ich leider etwas weniger enthusiastisch. Chris Pine, Zachary Quinto und Karl Urban sind für mich die beste Wahl, die man für ein Star Trek Reboot treffen konnte, gleiches gilt für Anton Yelchin, der Chekov so anlegt, wie er ursprünglich auch einmal gedacht war. Zoé Zaldana ist eine wunderhübsche Frau und eine gute Schauspielerin, sie wird für mich allerdings nie Uhura sein. Zu wenig ist von der ursprünglichen Figur übrig. Noch weniger Wiedererkennungswert bietet Simon Pegg, der nicht nur keine gute Wahl für Scotty ist, sondern sogar die schlecht möglichste für mein Empfinden (Nachtrag: dieser Eindruck hat sich durch sein Auftreten in Star Trek Beyond inzwischen relativiert)

Das ließe sich verschmerzen. Das größte Problem, der banale, einfallslose Plot und die offfensichtlichen narrativen Fehler, hingegen nicht. Zu ähnlich ist die Geschichte dem ersten Abrams-Star Trek, zu wenig wird aus diesem unendlich reichhaltigen Franchise herausgeholt. Leider lässt sich die Geschichte im Großen und Ganzen wieder einmal auf zwei Sätze herunterbrechen: ein böser Bube ist auf Rachefeldzug und erklärt der Föderation den Krieg. Unser Frauenheld und, dem jugendlichen Leichtsinn verfallene, Kirk übernimmt das Kommando der Enterprise, obwohl er kurz zuvor abgewatscht wurde und rettet natürlich den Planeten. O.K. das ist weder neu, noch innovativ. Trotzdem könnte ich aufgrund der oben genannten Vorzüge mit diesem Manko leben.

Nun schreit jedoch das Fanherz in mir: warum ausgerechnet Khan? Und wenn schon Khan, warum dann einen, der vom Original auch wirklich überhaupt nichts übrig lässt? Diese Frage haben sich wohl viele Fans gestellt, wenn man sich in den einschlägigen Foren einmal umschaut. Warum führen Kurtzman, Orci und Lindelof nicht kurzerhand einen neuen Antagonisten - mit eigenem Background - ein? Die oberste Direktive, die zu Beginn des Films angerissen wird, wäre doch eine wunderbare Ausgangssituation gewesen. Die Enterprise ist ein Forschungsschiff, dazu gebaut, neue Zivilisationen zu entdecken. Warum lassen die Autoren die Crew also nicht das tun, wozu sie erdacht wurde? Auch in so einer Geschichte hätte es sicherlich mehr als genug Raum für Action und ein Effektspektakel gegeben. Vor allem wäre Platz für einen Gegner gewesen, den man absolut frei von Zwängen hätte gestalten können.

 

Das heißt nun nicht, dass ich den Film nicht mag, im Gegenteil. Ich habe immernoch richtig Spaß, ihn mir zu Hause in 3D zu Gemüte zu führen. Nur wäre einfach mehr Star Trek und weniger J. J. Abrams schön gewesen. Das Ganze fühlt sich zu oft nach etwas gänzlich Neuem an, zu abgekapselt vom ursprünglichen Star Trek Universum. Sicherlich freue ich mich über die zahlreichen Querverweise auf alte Star Trek Folgen, etwa dem „Mud Zwischenfall“, oder die Erwähnung der „obersten Direktive“. Das Ende des Films, der Star Trek II: Der Zorn des Khan, einer der besten Star Trek Filme, Ehre erweist, war m.E. eine wirklich schöne Idee, über die ich mich als Zuschauer und Fan sehr gefreut hätte, wäre die Figur Khan nur etwas klassischer gezeichnet worden. Bereits Star Trek (2009) wurde für seinen schlecht ausgearbeiteten Antagonisten kritisiert, obwohl dieser zumindest noch durch eine gewisse Eigenständigkeit glänzte.

 

Wenn auch nicht hier, so  hat sich das Autorenteam in einigen anderen Punkten  die Kritik der Fans an Teil eins zu Herzen genommen. So wurden etwa die unglaubwürdigsten Bereiche der Enterprise neu gestaltetet. Die Klingonen und Kronos spielen ebenfalls eine Rolle im Film, auch das ist für die Fans der ersten Stunde sicherlich schön. Doch dann stellt sich wiederum die berechtigte Frage, warum Bewährtes nicht einfach übernommen wird? Dass die Klingonen optisch modernisiert werden, ist im Franchise nichts Neues. Doch viele Fans mokieren sich, verständlicherweise, über die Radikalität in der Durchführung. Das brachte dem Werk unnötige Schmährufe ein, die sich Abrams sicherlich hätte ersparen können. Insofern verhält sich das Produktionsteam hier inkonsequent.

Diese Inkonsequenz setzt sich innerhalb des rebooteten Franchise fort. Ein Beispiel: der eingefleischte Fan weiß, dass die Originalserie in den Jahren 2267 bis 2269 angesiedelt ist und die Fünf-Jahres-Mission 2170 beendet war [Star Trek: Die Enzyklopädie, Star Trek: Der Film] . Wie kann dann der Khan-Zwischenfall 2159 stattfinden und die Fünf-Jahres-Forschungsmission 2160 beginnen? Solche Inkonsistenzen im Kanon (oder Canon) lassen sich nicht immer mit der Tatsache erklären, dass Abrams klugerweise seine Filme in einer parallelen Zeitlinie angesiedelt hat. Man mag mich für einen Kleinigkeitskrämer halten. Allerdings hat sich das Star Trek Franchise über mehr als 50 Jahre lang entwickelt und ist vielleicht das dichteste der Welt. Dem Heer von Millionen Fans, die teilweise seit 40 Jahren Star Trek leben und atmen, hätte hier durchaus etwas mehr Respekt erwiesen werden können.

Denoch: trotz dieser offensichtlichen Schnitzer hat Star Trek: Into Darkness insgesamt zurecht von den Kinogängern gute Bewertungen erhalten. Die Schauwerte sind phänomenal und der Humor kommt locker rüber, ohne dass die Dialoge ins Alberne abdriften. Die Action ist superp und atemberaubend inzeniert. Die schauspielerischen Leistungen geben, bis auf wenige Ausnahmen, absolut in Ordnung. Benedict Cumberbatch vermag, aus der, ansonsten verkorksten, Figur das beste herauszuholen und trotz aller narrativen Defizite einen Gegenspieler zu präsentieren, dem man gerne zusieht. Der Score orientiert sich, wie bereits im ersten Teil, leicht an der Originalmusik, glänzt aber dennoch durch eine erfrischende Neuartigkeit, die dem Franchise ebenso gut tut, wie die visuelle Politur, die das Star Trek Universum mit seiner Neuauflage erfahren hat.

 

Zur Disc:

Mir liegt die 3D Blu Ray Steel Book Edition vor. Enthalten sind die 3D Fassung, die Blu Ray Fassung, die DVD und eine digitale Kopie. An Extras finden sich diverse  Making of Featurettes, etwa über die Entstehung des roten Planeten Nibiru und die Köstüme der Nibiruianer. Weiter findet sich ein Making of der Vulkansequenz zu Beginn des Films, eines über Khan, über den Raumanzug-Flug von der Enterprise zum Schiff von Admiral Marcus und einiges mehr. Diese Minidokus sind zwar nicht uninteressant, leider aber auch in ca. 15 bis 20 Minuten fertig angeschaut.

Alles in allem ist das für eine über 40€ teure Blu Ray Fassung schon fast unverschämt wenig, zumal noch nicht einmal ein Audio Kommentar vorhanden ist. Was soll ich als Blu Ray Besitzer mit einer DVD- UND einer Digital Kopie des Films? Ich hätte lieber mehr über die Herstellung des Films erfahren.  Die 3D Fassung ist darüber hinaus stellenweise "überbeleuchtet", so dass sich "Lichtschlieren" (zu intensive Lansflares) über den Bildschirm ziehen können, die bishweilen recht störend sind. Gottseidank sind diese Störungen selten und so macht es richtig Spaß, den Film am heimischen TV in 3D anzuschauen. Allerdings reicht die Standard 3D Blu Ray absolut aus. Die ist  zwischen 10 und 20 Euro günstiger. Etwas mehr Rücksicht auf die Altfans, sowie eine bessere Ausarbeit des Plots hätten hier sicherlich zu einer höheren Punktzahl führen können.

persönliche Bewertung. 4(-)/6