Quelle:  Cover und Bildzitate: Paramount/CBS
Quelle: Cover und Bildzitate: Paramount/CBS

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Star Trek: Deep Space Nine, Original: Star Trek: Deep Space Nine (1993-1999) Paramount, 1 Pilotfilm (90min) und

174weitere Folgen á ca. 45min in 7 Staffeln; Idee: Rick Berman und Michael Piller, Produktion: Peter Lauritson,

Steve Oster, Hans Beimler,René Echevarria, Robert Hewitt Wolfe, Peter, Allan Fields, Musik:  Paul Baillargeon,

David Bell, Jay Chattaway, Dennis Mc Carthy und  Gregory Darryl Smith

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Darsteller  
Avery Brooks als Cpt. Benjamin Sisko Nana Visitor als Commander Kira Nerrys
Colm Meaney als Chefingineur Miles O`Brien Terry Farrell als Lt. Jadzia Dax
Alexander Siddig als Dr. Julian Bashir Michael Dorn als Lt. Commander Worf
Armin Shimerman als Quark Cirroc Lofton als Jake Sisko
Nicole de Boer als Ensign Ezri Dax René Auberjonois als Odo

Besprechung:

 

Inhalt:

Sternzeit 46397, das Jahr 2369. Commander Sisko übernimmt das Kommando über die von den Cardassianern im Orbit des Planeten Bajor errichtete Raumstation Terok Nor, die von der Föderation in Deep Space Nine umbenannt wurde. Die Cardassianer haben sich nach einer über 50 Jahre währenden Gewaltherrschaft erst kürzlich von Bajor zurückgezogen und ein Chaos hinterlassen. Der immer stärker werdende Widerstand der Bevölkerung, sowie ein verlorener Krieg gegen die Föderation hat die Eroberer dazu veranlasst, den geschundenen Planeten zu verlassen, nicht ohne jedoch Terok Nor unbrauchbar zu machen. Die Föderation hat mit der provisorischen Regierung von Bajor vereinbart Präsenz zu zeigen und die im Orbit liegende Raumstation zu übernehmen. Sisko steht vor einer nahezu unlösbaren Aufgabe. Fast alle Systeme wurden ausgebaut oder zerstört, es befindet sich zu wenig Personal an Board und der auf DS9 lebende Ferengi Quark nutzt jede Gelegenheit, sich illegal zu bereichern. Außerdem sind da noch der weibliche bajoranische Verbindungsoffizier Kira Nerys und der Formwandler Odo, der Sicherheitschef der Station.

 

Sisko versucht sein Bestes, um alles unter einen Hut zu bekommen, doch etwas Seltsames geschieht. Kai Opaka, die religiöse Führerin Bajors, wünscht Benjamin zu sprechen, denn sie sieht in ihm den „Abgesandten“, der mit ihren Göttern, den Propheten, kommunizieren kann. Sisko nimmt eine Einladung in den Tempel an, lehnt es aber ab, als Abgesandter bezeichnet zu werden. Auf dem Rückweg erfährt der Commander was es heißt, erwählt zu sein. Ein Tor in eine andere Welt scheint sich zu öffnen und plötzlich sieht sich Sisko den Propheten gegenüber - den Wesen, die er bisher für einen religiösen Mythos gehalten hat. Was hat es mit den Aliens auf sich und in was für einer Welt leben sie? Sisko erfährt, dass die Propheten in einem künstlich erzeugten Wurmloch fernab von Raum und Zeit leben, dass von den Bajoranern „Himmlischer Tempel“ genannt wird. Und eben jener „Tempel“ ist nichts anderes, als die erste und einzige bekannte Passage in den unerforschten Gamma-Quadranten...

 

Fazit:

Als im Jahr 1993 Star Trek: Deep Space Nine startete, freute ich mich riesig. Es gab eine dritte Star Trek Serie, davon liefen zwei sogar nebeneinander. Schon die erste Folge, „Der Abgesandte“ überzeugte mich durch die guten schauspielerischen Leistungen von Avery Brooks und die tolle Handlung. Die Raumstation war in einem desolaten Zustand, die meisten Systeme ausgebaut oder zerstört. Und dann glaubten die nun endlich näher vorgestellten Bajoraner auch noch, in Sisko ihren religiösen Führer erkannt zu haben. Das war wirklich spannend!

 

Als die Enterprise an DS9 andockte und Miles O'Brien (gespielt von Colm Meany) der neue Chefingineur an Board der Station wurde, war es um mich geschehen. Für mich als Fan war die Welt also in Ordnung. Die neuen Figuren, allen voran Nana Visitor als Kira, Alexander Siddig als Doktor Bashir und Terry Farell als Dax, schienen interessant und das riesige Entwicklungspotential der Show wurde mit jeder Minute des Pilotfilms spürbarer. Spezies wie die Bajoraner, Cardassianer, Dax-Symbionten oder Ferengi waren zwar bekannt, aber bisher in der Regel nur als Randfiguren in Erscheinung getreten. Das, was man in Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert aufgrund der Serienstruktur also bisweilen vermisste, war in hier nun endlich möglich geworden.

Wie in fast allen Star Trek Serien, offenbarte sich auch hier jedoch zunächst eine altbekannte „Krankheit“. Die ersten beiden Staffeln waren recht durchwachsen. Die meisten Folgen waren zwar interessant und mit dem über der Serie schwebenden Plot des Abgesandten war eine Möglichkeit geschaffen, mehr über das so interessante Volk der Bajoraner zu erfahren. Dass die ehemalige cardassianische Raumstation darüber hinaus an einem stabilen Wurmloch lag, gab den Produzenten zudem die Möglichkeit nicht nur den Gamma Quadranten einzuführen, sondern auch immer mehr neue Alien- Völker.

So sehr geliebt wie The Next Generation habe ich die Show damals allerdings noch nicht. Das Eis begann mit der Einführung der Defiant zu schmelzen. Das tolle Design des Schiffs, dass im Gegensatz zu den anderen Föderationsschiffen als Kriegsschiff konzipiert war, begeisterte mich von der ersten Sekunde an. Mit dem Ende der dritten Staffel rückte die Spezies der Formwandler und mit ihnen Odo in den Fokus.  Mit Beginn der vierten Staffel erschien ein weiterer meiner Lieblingscharaktere auf der Bühne.  Lt. Commander Worf (Michael Dorn) erhielt eine leitende Position auf DS9. (Episode 4x01 und 4x02), Die Serie nahm merklich an Fahrt auf und endlich erhielten meine bis heute ungeschlagenen Lieblings-Aliens, die Klingonen, gebührenden Raum in einer Star Trek Serie. Die Doppelfolge „Der Weg des Kriegers“ hat mich förmlich umgehauen. Die Episode hat alles, was gute SciFi meiner Ansicht nach braucht: starke Charaktere, eine gute Geschichte, eine Menge Konfliktpotential und ein tolles Ende, dass für DS9 gleichzeitig ein neuer Anfang war.

 

Wie die nachfolgenden Serien, hatte es auch Star Trek: Deep Space 9 bei den Fans in der ersten Zeit nicht immer leicht. Die Quoten waren gut, aber insgesamt rückläufig. Mit der Einführung des Dominion-Krieges, ein dramaturgisch richtiger Schritt  (der der neuen Serie Star Trek Discovery übrigens aktuell gerne vorgeworfen wird), erreichten Captain Sisko und Co endlich die Herzen des Fandom.  Das Dominion war ein gefährlicher und brutaler Gegner. Außerdem bafand sich mit Odo einer der „Wechselbälger“ auf der Station. Das Ganze wurde von einem übergeordneten Korsett in Form eines Storybogens getragen, der spannender kaum hätte sein können. Abgesehen von Babylon 5 ist die hier besprochene Show deshalb für mich bis heute die beste Science Fiction Serie aller Zeiten, ein echtes Must Have eben!

 

Action spielte eine immer größere Rolle, wobei sich der Blick immer wieder auf die Individuen richtete, mit denen sich der Zuschauer inzwischen identifizierte. Im Laufe von sieben Jahren lernte man den gesamten Cast kennen und lieben und wenn ich an Folgen wie die Trilogie „Die Heimkehr, „Der Kreis“ und die Belagerung (2x01-2x03), „Das Schwert des Kahless“ (4x09), „Klingonische Tradition“ (6x07) und natürlich „Das, was Du zurücklässt (7x25-7x26) denke, stellt sich noch immer das gewisse "Gänsehaut-Gefühl" bei mir ein. Das war und ist für mich große Serienkunst. Dennoch hatte es nie zuvor ein so starkes Aufkommen an Kämpfen, Scharmützeln und Schlachten gegeben.

 

Natürlich konnte das Team Berman und Piller aus dem Vollen schöpfen. Allein für den Pilotfilm standen zwölf Millionen Dollar Budget zur Verfügung. Für jede einzelne Folge bekam das Produktionsteam ungewöhnliche 2 Millionen Dollar. In Zeiten, in denen eine Folge der aktuellen Franchise-Inkarnation rund zehn Millionen Dollar verschlingt, mag das wenig erscheinen. Im Jahr 1993 gehörte die Show aber sicher zu den teuersten ihrer Zeit. Wer die DVD Box besitzt und es noch nicht getan hat, sollte einmal einen näheren Blick auf die zahlreichen Special Features riskieren. Der betriebene Aufwand zur Ausstattung der Serie war immens. Allein der Maskenbildner Michael Westmore beschäftigte, wie er im Interview erzählt, „ein ganzes Heer“ an Mitarbeitern. Im Laufe von sieben Jahren wurden hunderte Masken, teilweise in dutzendfacher Ausführung, auf höchsten Niveau gefertigt. Das Modell der Deep Space Station am Rande des künstlichen Wurmlochs war rund 6 Fuß (ca. 1,8 Meter) groß und die Ausstattungsabteilung beschäftige allein mehrere Dutzend Mitarbeiter, um Gläser, Flaschen und andere Requisiten für Quarks Bar zu erstehen. Die Serie spielte auf einer von Cardassianern erbauten Raumstation, weshalb außerdem kaum auf vorhandene Sets und Requisiten aus den vorhergehenden Serien und Filmen zurückgegriffen werden konnte.

Nicht nur die Defiant stellte einen völlig neuen Raumschifftyp der Sternenflotte dar und musste daher ebenfalls von Grund auf gestaltet werden. Auch die Cardassianer erhielten einen neuen Kreuzer, ganz zu schweigen von den Jem Hadar, oder den vielen einmalig auftauchenden Völkern und Figuren, wie beispielsweise Tosk (1 x 6: Tosk, der Gejagte) oder das Spielervolk der Wadi (1 x 10: Chula – Das Spiel). Last but not least wurde eine Unmenge an Kostümen kreiert. Alleine zwei Mal erhielt die Crew neue Uniformen und nicht selten sind gleich zahlreiche Klingonen, Cardassianer Ferengi, Bajoraner, Wadi, Paqu, Jem Hadar, Romulaner, Formwandler und weitere Aliens zu sehen.

 

Für mich als Star Trek- und Science Fiction Fan ist Star Trek: Deep Space Nine also mit seinen hervorragenden Schauspielern, den spannenden Geschichten innerhalb des übergreifenden Storybogens, den tollen Sets und noch besseren Spezialeffekten bis heute ganz große Fernsehunterhaltung und gehört zum Besten, was das Genre zu bieten hat.

persönliche Bewertung: 6/6