Quelle Cover und Bildzitate: Studio Network
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Space Cops, Original: Space Precinct (1994 - 1995)

 Mentorn Films, GTV, Gerry Anderson, DVD: Network; 1 Pilotfilm und 24 Episoden à ca. 45 min in einer Staffel, Produktionsland: GB/USA; Idee: Gerry Anderson, Produktion: Gerry Anderson; Produktion: Gerry Anderson; Musik: Crispin Merell

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Darsteller:  
Ted Shackleford als Lieutenant Patrick Brogan Rob Youngblood als Officer Jack Haldane
Simone Bendix als Officer Jane Castle Mary Woodvine als Officer Took
Jerome Willis als Captain Podly Nancy Paul als Sally Brogan
Megan Olive als Liz Brogan  
Nick Klein als Matt Brogan

Besprechung:

Inhalt:

Der Polizist Patrick Brogan ist 20 Jahre als Straßencop in New York tätig, als er sich in der Hoffnung auf einen ruhigeren Job auf eine Stellenausschreibung bewirbt. Er bekommt den Posten und nimmt die Stelle erfreut an. Was er jedoch nicht weiß ist, dass sich seine neue Arbeitsstelle eintausend Lichtjahre von der Erde entfernt befindet. Er soll Lieutenant in einer über dem Planeten Altor schwebenden Polizeistation im Sonnensystem Demeter werden, in dem hauptsächlich Kollegen der Rassen der Tarn und Creon ihren Dienst leisten.

 

Als der erste Schock überwunden und verdaut  ist, packt Brodie mutig die Koffer und begibt sich per Raumschiff mitsamt Frau Sally und seinem pubertierenden Sohn Matt auf zu neuen Ufern. Auf der fremden Welt Altor angekommen, trifft er auf alte Bekannte aus New York. Seine Kollegen Jack Haldane und die hübsche  Polizistin Jane Castle gehören ebenfalls zum menschlichen Team der Polizeiwache. Als Vorgesetzter stellt sich der Außerirdische Captain Podly vor. Der lässt aber nichts von den mies gelaunten Vorgesetzten, wie Brogan  sie aus New York City kennt, vermissen. Auch die Polizeistation erinnert Brogan doch sehr an die Erde und so fühlt er sich schnell zu Hause. Wären da nur nicht der Roboter Slomo und seine seltsamen Kollegen. Und auch die Fälle zeigen sich anders als alles, was der gewiefte Cop bisher erlebt hat. So startet er in ein wahnwitziges Cop-Abenteuer, nicht ahnend, welche gefährlichen Spezies der Planet Altor zu bieten hat.

 

Fazit:

Im Science-Fiction-Genre gibt es eine ganze Reihe Serien, die dem geneigten Fan durchaus das eine oder andere Rätsel aufgeben. Warum verschwindet so manch liebenswertes Konzept beispielsweise einfach von der Bildfläche? Space Precinct gehört sicherlich in die Reihe dieser traurigen Liste. Gerry Anderson liebte die Science- Fiction und blieb ihr als TV Produzent und Fan sein Leben lang treu. Seine Genre-Projekte sind kaum zählbar. Und obwohl gerade Andersons Realserien, allem voran U.F.O. - S.H.A.D.O. , Mondbasis Alpha 1 sowie die hier zu besprechende Show auch heute noch von Millionen geliebt werden, gaben ihnen die Sender in England und den USA leider nie wirklich die Chance, sich über mehrere Jahre hinaus ihrem Publikum zu präsentieren. Dabei hatten diese Serien in ihrer jeweiligen Zeit wirklich etwas zu bieten. Vor allem Space Cops - Tatort Demeter City bediente sich neuester Techniken. Die Spezialeffekte  bestehen aus einem gekonnten Mix der damals noch neuen CGI-Technologie gepaart mit klassischen Modellbauten, klug gewählten Kameraeinstellungen und einer ausgefeilten Pyro-Technik. Überaupt war Andersons letzte Live-Action-Serie  an Aufwand nur schwer zu überbieten. Der kongeniale Produzent vertraute  ganz auf das Können seiner Special-Effects-Spezialisten Steven Begg und Harry Oakes.

So erschufen sie einen einzigartigen Look. Die Außerirdischen, hauptsächlich in Form der Creon und Tarn-Köpfe, sind hochtechnisierte Apparaturen, die mit 28 Motoren für Lippen, Augen, Wangen etc. angetrieben wurden. Für jeden Schauspieler, der so eine Maske trug, wurde eigens ein eigener Puppenspieler benötigt, der die Mimik steuerte. Das Ergebnis ist wirklich verblüffend gut gelungen und verhilft der Serie zusammen mit den oben bereits erwähnten Vorzügen zu einer gewissen Einzigartigkeit im Genre. Set- und Kostümdesign wurden zeitgemäß, aber mit einem Hang zum Außergewöhnlichen angefertigt und wussten als Eyecatcher durchaus zu überzeugen. Zudem schrieben die Autoren spannende und unterhaltsame Hintergrundgeschichten, die oft genug mit Tiefgang punkteten.

Selbst in Sachen Schauspielerauswahl ließ man wieder einmal große Sorgfalt walten und holte sich nach Größen wie Martin Landau, Barbara Bain (Mondbasis Alpha 1) und  Ed Bishop (U.F.O.), dieses Mal Ted, Shakleford an Bord. Dieser dürfte dem deutschen Publikum noch als Gary Ewing aus "Dallas" (1979 – 1991) und "Unter der Sonne Kaliforniens" (1982 – 1995) in bester Erinnerung geblieben sein.

 

Trotz aller Bemühungen wurde Space Cops  nach nur 24 Folgen eingestellt. Damit ereilte es ein ähnliches Schicksal wie Andersons andere Realserien, die es nur auf 26 (U.F.O.) bzw. 48 Folgen (Mondbasis Alpha 1) brachten. Sicherlich hat der immens hohe Produktionsaufwand und die alles andere als niedrigen Kosten viel mit diesen vermeintlichen Misserfolgen zu tun. Gerade in den 90er Jahren spielte allerdings sicherlich auch die Tatsache hinein, dass die Zuschauer sehr auf Star Trek – The Next Generation fixiert waren, die seit 1987 neue Maßstäbe im Fernsehen setzte.

Die Storys bewegen sich grundsätzlich zwar im Rahmen standardisierter Cop-jagt-Bösewicht-Bahnen, wurden aber mit zahlreichen SciFi-Elementen wie Alien-Rassen, brillant ausgedachten außerirdischen SciFi-Technologien und einer Prise Humor gewürzt. Die sorgfältig eingeflochtenen Gags sorgen dazwischen immer wieder für eine angenehme Auflockerung, was einen sehr angenehmen Fluss ergibt. Man nahm sich halt selbst nicht allzu ernst. Das wird bereits im Intro deutlich, in dem Hauptfigur Patrick Brogan (Ted Shakleford) erklärt, er sei zwanzig Jahre Cop in New York gewesen und nun eben versetzt worden. Im Anschluss erfährt man freilich sehr schnell, wo sich das neue Revier des smarten Lieutenants befindet, nämlich über Demeter City auf dem Planeten Altor im Sonnensystem Demeter, welches sich rund eintausend Lichtjahre von der Erde entfernt befindet.

 

Sein Kollegengespann setzt sich hauptsächlich aus Aliens der Völker Creon und Tarn zusammen, die von ihren Heimatplaneten fliehen mussten und das Demeter-Sonnensystem als neue Heimat wählten. Wie die Menschheit Kontakt zu diesen offenbar technisch überlegenden Aliens aufgenommen hat, wie es zu dem Austauschprogramm kam, das Brogan dann nach Demeter City verschlägt, all das bleibt leider im Dunkeln, das große Manko einer Serie, der man nie die Zeit gab, sich angemessen zu entfalten. Das ein oder andere Thema wird mehr oder weniger kurz angerissen, oder auch neue und gefährliche Spezies eingeführt. Doch in der Regel reicht die ersten Staffel einer Serie gerade einmal für eine adäquate Einführung der Figuren. So erfahren wir beispielsweise, dass Captain Podly aus ärmlichen Verhältnissen stammt und in einer miesen Gegend aufwuchs, in die es ihn zu Beginn der Serie wieder verschlägt.

 

Abgesehen von solchen und ähnlichen Infos reichen die wenigen existenten Folgen natürlich nicht aus, um tiefer in die Welt der Protagonisten abzutauchen, zumal die einzelnen Episoden keinem übergreifenden Storybogen folgen.  Diese Art der Konzeptionierung wurde allerdings erst mit dem All-Time-Klassiker Babylon 5 wirklich aktuell. Bis dato entwickelte man, falls nötig, eine  Hintergrundstory Stück für Stück und streute sie in die jeweiligen Folgen als Subplots ein. Dazu sollte es hier, wie ausgeführt, leider nie kommen. Verdient hätte Gerry Anderson es gehabt, denn auch diese Serie präsentiert sich überaus fantasievoll und unterhaltsam. Wer also der englischen Sprache mächtig ist, möge sich die DVD-Box mit der vollständigen Staffel zulegen. Diese liegt zwar nur als UK-Import vor, ist dafür aber im Regionalcode 2 erhältlich und lässt sich somit auf jedem gängigen Player abspielen. Der originale Pilotfilm von 1986 mit Namen Space Police ist ebenfalls enthalten. Der wartet allerdings mit anderen Hauptdarstellern (Shane Rimmer als Chuck Brodie), in der Serie unbekannten Figuren  und einer etwas anderen Attitüde auf. Auch die später so ausgefeilten Aliens sehen in diesem fast unbekannten Erstversuch eher unfreiwillig komisch aus. Dennoch komplettiert das Werk die Sammlung, was einen Kauf der Box doppelt attraktiv macht.

persönliche Bewertung: 4(+)/6