uelle: Cover und Bildzitate: Universal/Koch Media
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Seaquest DSV, Seaquest 2032 (1993-1996)

 

Amblin Entertainment, Universal, Koch Media (DVD Box); Produktionsland: USA, 46 Episoden als Seaquest DSV,

 

13 als Seaquest 2032 á ca. 45 min; Idee: Rockne S. O'Bannon; Produktion: Steven Spielberg; David J. Burke; Musik: John Debney, Russ Landau

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Darsteller  
Roy Scheider als Cpt. Nathan Bridger (St. 1-2) Michael Ironside als Cpt. Oliver Hudson (St. 3)
Stacy Haiduk als Lt. Cmdr. Katherine Hitchcock (St. 1) Edward Kerr als Lieutenant James Brody (St. 2-3)
Stephanie Beacham als Dr. Kristin Westphalen (St. 1) Michael DeLuise als Tony Piccolo (St. 2-3)
Jonathan Brandis als Lukas Wolenczak (St. 1-3) Peter DeLuise als Dagwood (St. 2-3)
Don Franklin als Commander Jonathan Ford (St. 1-3) Kathy Evison als Navigatorin Lonnie Henderson (St. 2-3)
 Royce D. Applegate als Chief Manilow Crocker (St. 1) Elise Neal als Lieutenant J.J. Fredricks (St. 3)

Besprechung:

Inhalt:

Im Jahr 2018 bevölkern die Menschen die Ozeane. Der UNO wurde die UEO, die United Earth Organization zur Seite gestellt, die für den Schutz der Meere, sowie der neuen unterseeischen Grenzen verantwortlich zeichnet. Zur Durchsetzung ihrer Interessen setzt die UEO die Seaquest, das größte, modernste und best bewaffnete U-Boot der Welt ein. Es befindet sich unter dem Kommando von Captain Stark, einer machtbesessenen Frau mit gewalttägigen Tendenzen. Als sie während eines Konfliktes gegen ausdrücklichen UEO Befehl atomar bestückte Torpedos zum Einsatz bringen will, wird sie von Commander Ford abgelöst.

 

Nach diesem Desaster ist man sich einig, dass nur eine Person das Kommando über die Seaquest übernehmen kann: Nathan Bridger, der das Boot maßgeblich entwickelte und einst aus der Navy ausstieg, nachdem sein Sohn im Einsatz gefallen war. Doch Bridger lebt mit seinem Delphin Darwin zurückgezogen auf einer einsamen Insel und muss erst mit List und Tücke überredet werden. In der Tiefsee kommt es schließlich zwischen Stark, die sich zwischenzeitlich einem skrupellosen Tycoon angeschlossen hat, und Bridger selbst zum Showdown. Nach diesem Erlebnis sieht Nathan ein, dass ein so mächtiges U-Boot wie die Seaquest DSV besonnen geführt und überwiegend zu Forschungszwecken eingesetzt werden sollte. Also zieht er seine Uniform wieder an und die Seaquest bricht auf, die Meere zu erforschen und gleichzeitig mit Verstand und Herz Recht und Ordnung zu verteidigen....


Fazit:

Ein Star Trek unter Wasser sollte es werden, als Produzent und Autor Rockne S. O'Bannon (Alien Nation 1991, Farscape, Defiance) die Idee um die Seaquest aus der Taufe hob. Steven Spielberg zeigte sich begeistert und stieg mit seinen damals noch recht neuen TV Studio Amblin in die Show ein und fungierte als ausführender Produzent. Und tatsächlich schien zunächst alles so aussehen, als ob mit einem 300 Meter langen ultramodernen U-Boot, das die Meere erforschen und dabei die neu gegründete UEO (United Earth Organization) beschützen sollte, alles in die richtige Richtung laufen würde.

 

Die visuellen, von Amblin Imagin entwickelten, Effekte basierten auf CGI und konnten für die damalige Zeit mit Fug und Recht als bahnbrechend bezeichnet werden. Mit Roy Scheider (*1932 , +2008) als Captain Nathan Bridger, Don Franklin (u. a. Seven Days – Das Tor zu einer anderen Zeit) und Teeniestar Jonathin Brandis, der sich am 12.11.2003 leider mit 27 Jahren aufgrund starker Depressionen das Leben nahm, fand man zudem einen fantastischen Hauptcast.

Überhaupt kamen die Figuren und ihre Darsteller vor allem in der ersten Season sehr sympathisch rüber und erinnerten in ihren Rollen sehr an die Rollenverteilung in Star Trek. Stephanie Beacham als Dr., Westphalen darf man beispielsweise durchaus mit Gates Mc Faddens Beverly Crusher von der Enterprise vergleichen. Nathan Bridger erinnert ohne allzuviel Fantasie aufwenden zu müssen an Captain Picard. Und Jonathan Brandis' Charakter Lukas Wolenczak hat wohl nicht ganz zufällig mehr als nur eine Gemeinsamkeit mit Wesley Crusher. Allerdings war für mich Brandis nicht nur der bessere Schauspieler, auch die Figur an sich war wesentlich besser ausgearbeitet worden. Abgesehen vom guten Cast gesellten sich nebenbei erwähnt fantastische Gaststars wie etwa Tim Russ und William Shatner hinzu, die die Show sichtbar aufwerteten.

Abgesehen von diesen wundervollen Grundvoraussetzungen zeichnet sich die erste Staffel durch spannende und abenteuerliche Geschichten aus. Man blieb trotz der starken Science Fiction Elemente dennoch so nah an der damaligen Gegenwart, dass man sich als junger Erwachsener gut mit Crew und Schiff identifizieren konnte. Was mir persönlich immer besonders gut gefiel war, dass zum Ende jeder Folge der bekannte Unterwasserarchäologe Robert Ballard (u.a. Entdecker der Titanic) durch die Vermittlung von aktuellem ozeanografischen Wissen Bezüge zur gerade gesehenen Episode herstellte. Das verlieh der Serie noch mehr Glaubwürdigkeit.

Leider zeigte sich NBC mit den Zuschauerergebnissen der ersten Staffel nicht zufrieden und so wurden, wie damals bei vielen Serien geschehen, Konzeptänderungen vollzogen, die m.E. teilweise haarsträubend waren. Die obersten Bosse wollten mehr SF und Fantasyelemente in die Show einbringen und den Cast verjüngen. Außerdem wurde die Produktion von Los Angeles nach Florida verlegt, was den Ausstieg weiterer Crewmitglieder zur Folge hatte. Insgesamt verließen so gleich drei beliebte Crewmitglieder das Schiff: Stacy Haiduk (Lt. Cmdr. Hitchcock) wollte nicht nach Florida übersiedeln und für Stephanie Beachham (Dr. Westphalen) und Royce D. Applegate (Cief Crocker) wurden die jüngeren und durch "21st Jumpstreet" zum Star gewordenen Brüder Michael und Peter De Luise an Bord geholt. Außerdem stieg die hübsche Kathy Evison als Lonnie Henderson ein.

 

Erwiesen sich diese Änderungen noch als vertretbar und teilweise sogar gelungen, traf das auf die konzeptionellen neuen Ideen leider nur zu Beginn der zweiten Staffel zu. Nachdem die Seaquest zum Ende der ersten Staffel in der Folge „Das Ende der Seaquest“ (1x23) zerstört wird, werden im zweiteiligen Pilotfilm der zweiten Season („Daggers“ 2x01; 2x02) die Dagger und somit auch die Figur des Dagwood (Peter DeLuise) eingeführt. Das nahm sich sehr spannend aus und führte zugleich weitere SciFi Elemente in die Show ein. Mit Edward Kerr, der von nun an der neue Sicherheitschef James Brody wurde, erhielten Personal und Schiff beispielsweise nun auch Laserwaffen. Ob dies notwendig war, mag dahin gestellt sein. Der hohe Standard dieser Doppelfolge hielt sich noch für weitere vier, fünf Episoden, bis es dann mit den immer schlechter werdenden Mittelteil langsam bergab ging. Mit „Wenn Tote erwachen“ (2x08), „Grüße aus der Steinzeit“ (2x11) und vor allem „Auf der Suche nach Atlantis (2x12), „Solitaire – die geheimnisvolle Insel“ 2x16 und vor allem „Ausweglose Mission“ (2x21) ist für mich der absolute Tiefpunkt der Show erreicht, obwohl eigens Mark Hamil als Gaststar gewonnen wurde.

Das die neuen Ideen nicht funktionierten, zeigte sich offenbar auch in den Einschaltquoten, denn NBC regte erneut eine Umstrukturierung an, die aus Seaquest DSV mit Seaquest 2032 im Grunde eine völlig neue Serie machten. Wiedereinmal kam es zu Wechseln in der Crew. Roy Scheider hatte sich in Season zwei mehrfach negativ über die Entwicklung geäußert und war folgerichtig künftig nur noch als Gaststar in einigen sehr guten Episoden zu sehen. Der nicht minder bekannte Michael Ironside stieg ein. Die Ausrichtung wurde militaristischer und actionbetonter. Als unnötigste Neuerung stellte sich sicherlich Elise Neal als Lt. Fredricks heraus. Jonathan Brandis, Don Franklin, die Brüder De Luise und Kathy Evison blieben dem Zuschauer erhalten.

 

Mir persönlich gefällt die dritte Staffel um Längen besser, als die zweite. Die SciFi Elemente werden weiter herausgearbeitet, die Handlungen sind knackig und actionbetont. Sicherlich ging die ursprüngliche Idee der Entdeckung und Erforschung verloren. Doch bis auf eine Ausnahme („Der Fluch von Banaba Island“ 3x08) fühle ich mich bis heute gut unterhalten. Leider sahen das die Zuschauer wohl anders. Zu viele Änderungen und die grenzwertigen Einschaltquoten der ersten beiden Seasons ließen die Geldgeber leider zum Entschluss gelangen, die Show endgültig auf Eis zu legen.

 

 

Zurück bleibt eine insgesamt gute SciFi Show der meines Erachtens eine große Zukunft genommen wurde. Hätten die NBC Verantwortlichen nicht nur die Konkurrenz von Paramount ausstechen wollen, sondern sich auch deren Geduld, gerade mit Star Trek: The Next Generation, zum Vorbild genommen, wäre Ihnen eventuell aufgefallen, dass man einer so hochwertigen Show durchaus ein wenig Zeit lassen darf. Denn der Star Trek original Series Nachfolger war in der ersten Hälfte der ersten Staffel bei weitem nicht so erfolgreich, wie man es sich erhofft hatte, ganz zu Schweigen vom Original. Eine Gesamtbewertung der Show fällt mir aufgrund der sehr unterschiedlichen Einzelstafffeln mehr als schwer. Deshalb habe ich mich, wie bei anderen Serien (beispielsweise V) die Staffeln in diesem Fall einzeln bewertet. Ich bitte um Euer Verständnis, dass dies für die Leserbewertung nicht umsetzbar war.

persönliche Bewertung: 4/6