Sachbuch, 350 Seiten, eBook Ausgabe: 250 Seiten

ISBN-10: 3492310842

ISBN-13: 978-3492310840

Verlag: Piper-Verlag

Preis: gebundene Ausgabe: 20,00€, Taschenbuch: 11,00€ eBook: 9,99€

Webseite: https://www.piper.de/

_____________________________________________________________________________________________________________________________________

 

Lesetipp: Metin Tolan: Die Physik von Star Trek: Warum die Enterprise nur 158 kg wiegt und andere galaktische Ereignisse

Kurz vor der Umzugspause widme ich mich noch einmal einem interessanten Sachbuch für Genre- und Star Trek Fans im Besonderen. Das fünfzigjährige Star Trek Jubiläum wurde in Deutschland literarisch gebührend gefeiert. So erschien mit der Star Trek-Prometheus Trilogie von Christian Humberg und Bernd Perplies die erste Franchise-Romanreihe aus deutscher Feder überhaupt.

 

Doch auch das Sachbuch des Dortmunder Physikers Professor Doktor Metin Tolan schlägt in die Jubiläums-Kerbe und tritt das schwere Erbe des Sachbuchklassikers Die Physik von Star Trek von Lawrence M. Krauss an. Der Autor nimmt sich bekannte Zitate und Dialoge der Star Trek-Filme und -Serien vor und wertet sie für den interessierten Laien mit Fach- und Sachverstand  aus. Nach einer, stellenweise leider etwas oberflächlichen, Einleitung über die Entstehung des Franchise, führt Tolan zunächst in einem Grundkurs behutsam in die Welt der Physik ein. Nach den Newton`schen Gesetzen mit seinen drei Axiomen, folgt mit den Maxwell-Gleichungen und der Relativitätstheorie etwas härterer, aber unterhaltsam präsentierter Tobak. Mit einer guten Prise Humor wird anhand zahlreicher bekannter – und unbekannterer - Beispiele etwa erläutert, warum der Warp-Antrieb wohl auch in Zukunft keine Option für die Raumfahrt ist, Spock aber in der Folge „Trouble mit Tribbles“, die Anzahl der potenten Pelzviecher genau richtig mit   1 771 551 angibt. Schön ist, dass auch Neulinge und Laien hier gut folgen können.

 

Um auch Kenner zufriedenzustellen, gewähren die sich, jedem Kapitel, anschließenden „Details für Besserwisser“ tiefere Einblicke in die Materie. Hier wird dann auch mit Formeln und Berechnungen nicht gespart. Die Anhänge sind zwar eine gute Idee und anfangs kann man mit dem gängigen Gymnasium-Wissen auch noch einigermaßen gut mithalten, stellenweise geht mir der Autor hier aber etwas zu sehr ins Detail. Klar, es wird explizit darauf hingewiesen, dass man diese Anhänge überlesen kann, ohne dass der Lesefluss darunter leidet. Doch dann verzichtet man auch auf gut ein Drittel des Inhalts des, ohnehin nicht gerade dicken, Buches. Zusätzlich arbeitet Tolan, wie er es aus seinen Facharbeiten gewohnt ist, mit zahlreichen Fußnoten, die es, trotz der „Details für Besserwisser“, notwendig machen, immer mal wieder zu den letzten Seiten zu blättern. Wohl dem, der hier die eBook-Variante gewählt hat, bei der ein Klick auf die Fußnote reicht, um direkt zum Text zu gelangen.

 

Überhaupt soll an dieser Stelle nicht mit einem kräftigen Lob an den Piper-Verlag für die tolle eBook-Umsetzung gespart werden. Erstens hat man sich die Mühe gemacht, alle Star Trek Bildzitate der Printausgabe auch für den eBook Reader zu lizenzieren, zweitens ist das Layout hervorragend geglückt. Neben der oben erwähnten Verlinkung der Fußnoten, können auch sämtliche Grafiken, die dem Verständnis des Textes zuträglich sind,  jederzeit per einfachen Klick aufgerufen werden. Diesen Service würde ich mir auch für andere Sachbücher wünschen. Denn gerade diese Sparte hat es noch immer auf dem Markt schwer.

 

Insgesamt ist Die Star Trek Physik: Warum die Enterprise nur 158 kg wiegt und anderer galaktische Ereignisse also ein richtig gutes Buch für alle, die tiefer in die Materie eintauchen wollen. Auch wenn das Überlesen der, oben erwähnten, „Details für Besserwisser“ das Lesevergnügen um rund ein Drittel reduzieren, präsentiert Metin Tolan immer noch eine Fülle an Informationen, von denen garantiert eine ganze Menge hängen bleiben werden.

persönliche Bewertung: 5(-)/6