Quelle: Cover und Bildzitate: Universal Home Entertainment
Quelle: Cover und Bildzitate: Universal Home Entertainment

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Knight Rider - Die neue Serie, original: Knight Rider (2008)

 

Dutch Oven, Universal Media Studios, DVD: Universal Home Entertainment;

 

1 Pilotfilm (je nach Quelle auch Backdoorpilot) á 90 Minuten und 17 Folgen á ca. 42 Minuten; Produktionsland: USA; Idee: Glen A. Larson; Dave Andron;

Produzenten: Glen A. Larson, David Bartis, Doug Liman, Matt Pyken, Gary Scott Thomson u.a.; Musik: Stu Phillips (Remix des Originalthemas); Christopher Tyng

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Darsteller  
Justin Bruening als Michael Traceur bzw. Knigh Deanna Russo als Sarah
Smith Cho als Zoe Chae Paul Campbell als Billy
Bruce Davison als Charles, Sarahs Vater Sydney Tamiia Poitier als Carrie Rivai
Yancey Arias als Alex Torres Vanessa Williams als Botschafterin Olara
 David Hasselhoff als Michaels Vater (Cameo) John M. Jackson als Stargast
Richard Roundtree als Stargast Val Kilmer als Stimme von K.I.T.T.

Besprechung:

Inhalt:
Der Ex Soldat Mike Traceur steckt in Schwierigkeiten. Er schuldet einem Kredithai eine große Summe Geld. Als er gerade seine letzten Dollar in einem Kasino verspielt, taucht seine ehemalige Freundin Sarah auf, um ihn um Hilfe zu bitten. Sarahs Vater Charles ist verschwunden und wird offensichtlich mit dem Tode bedroht. Denn er ist der Erfinder der legendären K.I.. K.I.T.T. 2000, die gemeinsam mit Michael Knight in den 80er Jahren auf den Straßen Amerikas für Recht und Ordnung sorgte. Schirmherr war die privat finanzierte FOUNDATION FÜR RECHT UND VERFASSUNG.

 

In den letzten Jahren hatte Charles Graiman seine geniale Erfindung weiterentwickelt und dieses Mal in einen Ford Shelby Cobra Mustang GT 500 eingebaut. Die Karosserie wurde mit Nanotechnologie und zahlreichen weit fortgeschrittenen Systemen bestückt. Die künstliche Intelligenz ist seiner Zeit um Jahrzehnte voraus. Eine private Sicherheitsorganisation und die NSA versuchen mit allen Mitteln, diese Errungenschaft an zu sich zu reißen, während Charles davon träumte, die Foundation wieder ins Leben zu rufen. Nach einigem Zögern entschließt sich Mike, Sarah zu helfen und so lernt er den neuen K.I.T.T. 3000 kennen. Zusammen schaffen sie es nicht nur, den genialen Wissenschaftler zu retten. Zudem räumen Mike, der sich inzwischen in Michael Knight umbenannt hat, Sarah, Charles und die Computerfreaks Billy und Zoe fortan in der Unterwelt Amerikas gründlich auf...


Fazit:

Als David Barts, der seit einigen Jahren als Produzent tätig war, im Jahr 2007 einen Anruf von Universal erhielt, traute er zunächst seinen Ohren nicht: „Wir denken über ein Knight Rider Remake nach“. Den angebotenen Posten als Executive Producer ließ sich Barts indes nicht entgehen. So fing man an, einen Pilotfilm um den jungen Ex-Soldaten Mike Traceur zu entwickeln, der zufällig in die Ereignisse um einen genialen Erfinder und sein Superauto K.I.T.T. 3000 verwickelt wird. Tatsächlich handelt es sich hier allerdings nicht um ein Remake, sondern eher um ein Sequel, wie Hauptdarsteller Justin Bruening im Interview beteuerte: „Es ist definitiv keine Neuerzählung, es es kein Remake. Es handelt sich um eine Fortsetzung, ein Sequel der Originalserie“. Diese Einschätzung Bruenings trifft absolut zu und grundsätzlich ist diese Idee auch gar nicht mal so schlecht umgesetzt.

Knight Rider 2008 gehört zu jenen Shows, dessen Scheitern sich, oberflächlich betrachtet, zunächst nicht wirklich fest machen lässt. Mit der Wahl des Hauptdarstellers traf man durchaus eine gute Entscheidung und auch die weiteren Rollen, etwa Smith Cho als Zoe, Deanna Russo als Mikes Partnerin Sarah, oder auch Bruce Davison als Sarahs Vater Charles sind nicht schlecht besetzt. Bruening hat sich erste Lorbeeren in der Seifenoper „All my Children“ (2003 bis 2007) verdient, bevor er 2008 der neue Michael Knight wurde. Deanna Russo verdingt sich seit 2003 als Schauspielern, Drehbuchautorin und Produzentin und war unter anderem in vierzehn Episoden der Serie „Being Human“ zu sehen. Bruce Davison, der die älteren Zuschauer zufrieden stellen sollte, wurde in seiner Karriere einmal für einen Oscar und ein weiteres Mal für einen Golden Globe nominiert und gehört zu den erfahrensten Darstellern des Casts.

Auch technisch vermag man der Serie nicht allzu viel vorzuwerfen. Die CGI Effekte gehören sicherlich zu den besseren der TV Landschaft und kommen reichhaltig zum Einsatz. Das liegt zum großen Teil an K.I.T.T.s neuen Transmorpher-Fähigkeiten. Der Wagen kann sich aufgrund seiner Nanotechnologie und mega-fortschrittlichen K.I. in fast jedes gewünschte Fahrzeug verwandeln – die Transformers lassen grüßen. Auch für die Einspeisung des Turboboosts, oder die Selbstreparaturfähigkeiten des Superautos wurden eigens Effekte kreiert, die zwar fast inflationär repetitiv eingesetzt werden, aber optisch durchaus etwas hermachen. Den Höhepunkt erreicht das Spektakel mit Episode 12, „K.I.T.T. gegen K.A.R.R.", wobei es hier für meinen Geschmack zu sehr übertrieben wurde. Dass von den Produzenten angepeilte Ziel wurde hier aufgrund der natürlichen Einschränkungen des Budgets schlicht verfehlt. Außerdem ist die Folge nach meinem Dafürhalten schlecht geschrieben und bereitet Umwälzungen vor, die einfach zu spät kamen und zu drastisch waren.

Weiterhin gibt es eine Menge cooler Stunts, Explosionen und vieles mehr, was das Actionherz begehrt. An den guten Absichten und dem betriebenen Aufwand ist also absolut nicht zu zweifeln. Das wird schon an der Zahl der eingesetzten Fahrzeuge ersichtlich. Allein fünf K.I.T.T. Versionen eines umgebauten Ford Shelby Cobra Mustang GT 500 wurden regelmäßig eingesetzt, wobei man auf ein „Hero-Car“,- eine ferngesteuerte- und eine nicht fahrtüchtige Studiovariante setzte. Hinzu kamen je mindestens zwei Stuntautos.

 

Von den genannten Standpunkten aus gesehen, versprach dieses Sequel also durchaus Erfolg. Was mich persönlich stört ist die Tatsache, dass die Show schlicht und ergreifend zu laut und eigentlich schon zu „hip“ daher kommen will. So ziemlich alle Protagonisten sind sehr jung und sehen so verflucht gut aus, dass ich als Zuschauer schon fast Minderwertigkeitskomplexe bekomme. Die Musik ist eine Mischung aus Techno und Rock und wirkt an vielen Stellen unpassend. Tatsächlich macht man selbst vor Spannungsmomenten nicht halt, so dass ich nicht in den Moment einzutauchen vermag. Weiterhin empfinde ich die Themenwahl als zu austauschbar. Knight Rider 2008 gibt sich mehr als eine Mischung aus "Fast and Furios", "Navy CIS Las Vegas" und Transformers. Das Konglomerat wurde  dann mit einem kleinen Schuss Original Knight Rider angereichert.  Hier liegt denn auch der Hase im Pfeffer.

 

 

Denn die zahlreichen älteren Fans, die der Show seit 1982 die Treue halten, wurden eigentlich außen vorgelassen. Hier wurde eindeutig zu sehr auf die Zielgruppe Männer und Frauen unter fünfundzwanzig gelinst. Übersehen hat man allerdings, dass eben die seit Jahrzehnten fesgtgelegten Zielgruppen immer mehr aufzuweichen beginnen. Es gibt inzwischen heute auch zahlreiche Fernsehfreunde jenseits der fünfzig, die moderne Action mit Stil mögen. Die sogenannten Älteren tragen dieselbe Kleidung, wie die Jüngeren, hören dieselbe Musik, lieben dieselben Serien und Filme. Leider war man m. E. also nicht in der Lage, eine gewisse Ausgewogenheit zu erlangen, so dass man sich irgendwann genervt abwendet. Dabei ist das Gezeigte eigentlich nicht so übel - aber eben Übertreibung in Reinkultur.

 

Hinzu kommt, dass die ständigen FBI Aufträge um Terroristen und USA-Feinde, die es zu stoppen gilt, zu generisch wirken. Mit einer puren Mischung wie der oben genannten ist es eben nicht immer getan. Die verwendeten Plots sieht man seit Mitte der 2000er ständig und es gibt zahlreiche Serien, die diese Thematik glaubwürdiger und spannender verarbeiten können. Dieser Missstand fiel offenbar auch den Produzenten auf, so dass man mit Episode zwölf wieder mehr zu den Wurzeln zurückkehren wollte. Der FBI Mann Torres und seine Gehilfin Carrie scheiden genauso aus, wie Sarahs Vater. Ab hier konzentriert sich die Serie auf die vier Figuren Michael Knight, Sarah, Billy und Zoe, allesamt höchstens Mitte zwanzig und klischeebeladen. Die fünf folgenden Geschichten orientierten sich wieder mehr Original, konnten aber das sinkende Schiff nicht mehr retten. Nach nur siebzehn Episoden zog man die Notbremse, wobei Universal beteuerte, Knight Rider 2008 sei nicht eingestellt worden. Einzig die momentane Schieflage beim geldgebenden Sender und dem Sponsor Ford zeichne für eine „temporäre“ Absetzung verantwortlich, da die Produktionskosten zu hoch seien.

 

Nun, dass wir es hier nicht mit einem Billigprodukt zu tun haben, entspricht absolut den Tatsachen. Allerdings darf man nach neun Jahren ohne Fortsetzung nun wohl getrost von einer „Einstellung“ sprechen, zumal davon auszugehen ist, dass man bei entsprechend hohen Einschaltquoten weiterproduziert hätte. So verschwand der bislang letzte Ableger des altehrwürdigen Franchise so schnell in der Versenkung, wie man den vermeintlichen Schatz zuvor gehoben hatte. Schade eigentlich, denn wie gesagt, so übel war er gar nicht, der neue Knight Rider. Potential war allemal vorhanden.

persönliche Bewertung: 4(-)/6