Quelle: DVD Cover und Bildzitate: Universal Studios
Quelle: DVD Cover und Bildzitate: Universal Studios

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gefahr aus dem Weltall, Original: It Came from Outer Space" (1953)

 

Universal Studios; gedreht in schwarz/weiß, gedreht im 3D-Verfahren; Produktionsland: USA, Länge: 77 Minuten

_____________________________________________________________________________________________________________________________________

Darsteller Team
Richard Carlson als John  Regie: Jack Arnold
Barbara Rush als Ellen   Produktion: William Alland
Charles Drake als Sheriff Warren
Drehbuch: Harry Essex
Joe Sawyer als Frank
Kamera: Clifford Stine
Russel Johnson als Georg  Schnitt: Paul Weatherwax
 Kathleen Hughes als Jane  Musik: Herman Stein

Besprechung:

Inhalt:

In Sand Rock, einer Kleinstadt nahe der Wüste von Arizona, lebt der Amateurastronom John und seine Freundin, die Lehrerin Ellen. Eines morgens beobachten sie, wie in der Nähe einer alten Mine ein Meteor niederzugehen scheint. Neugierig begutachtet John die Absturzstelle und entdeckt anstelle eines Meteors ein UFO, doch dieses wird durch einen Steinschlag plötzlich verschüttet.

In der Stadt angekommen schenkt ihm niemand Glauben, gilt der eigenwillige Mann dort doch als Außenseiter. Ausgerechnet Warren, der Sheriff von Sand Rock, hegt eine besondere Abneigung gegen John da er selbst in Ellen verliebt ist. Die Tatsache, dass die Aussage Johns einen vorübergehenden Presserummel verursacht, durch den auch die junge Frau belästigt wird, bestärkt den Sheriff nur in seiner Meinung.

 

Plötzlich verschwinden einige Einwohner des Städtchens. Als sie wieder auftauchen, sind sie seltsam verändert, so als wären sie nicht mehr sie selbst. Dann wird auch noch Ellen entführt und John hat keine andere Wahl mehr: er muss einen Beweis dafür finden, dass ein Ufo auf der Erde gelandet ist und dass die Besatzung sich der Körper der Entführten bemächtigt. Doch was beabsichtigen die fremden Wesen und warum wollen sie unbedingt als Menschen in Erscheinung treten?...


Fazit:

Es ist für uns heutzutage nichts Ungewöhnliches, einen 3D-Film im Kino anzuschauen. Viele von uns mögen besonders die sogenannten „Pop Out“ Effekte, Objekte, die aus der Kinoleinwand oder unserem TV-Bildschirm direkt im Raum zu schweben scheinen oder sich auf uns zu bewegen. Star Trek: Into Darkness ist vielleicht bezüglich dieser Technik einer der besten 3D Streifen der letzten Jahre. Wir genießen diese Technologie erst seit einigen Jahren im Blockbuster Bereich und erfreuen uns inzwischen an 3D-tauglichen Fernsehern, die uns dieses tolle Kinoerlebnis für relativ wenig Geld nach Hause bringt.

 

Wenig bekannt ist hingegen, wie alt 3D wirklich ist. Bereits vor den 50er Jahren gab es entsprechende Filme, obwohl der Boom in der klassischen Invasionsfilm-Ära einen ersten Boom erfuhr.  Einer der erfolgreichsten Streifen dieser Art ist „It Came From Outer Space“ oder zu deutsch Gefahr aus dem Weltall. Obwohl der Film in schwarz/weiß gedreht wurde, beinhaltet er doch einige für die damalige Zeit spektakuläre Effekte und war tatsächlich auf die drei-dimensionale Visualisierung ausgelegt. Regie-Legende Jack Arnold verwirklichte in seinem ersten Science Fiction Film die Vision von Universal. Herausgekommen ist ein wirklich brillanter Klassiker, der auch heute nichts von seiner Faszination verloren hat und der auch in 2D noch immer viel Freude bereitet.

Die Geschichte, die auf einer Story von Ray Bradbury basiert, ist auch heute noch sehenswert. Im Gegensatz zur vorherrschenden Grundthematik der 50er Jahre, Aliens kämen als Invasoren wie z.B. in Kampf der Welten , ist hier erfrischender weise das Gegenteil der Fall. Durch einen Unfall ist ein Raumschiff auf der Erde gestrandet und die Besatzung versucht verzweifelt, das Schiff mit den primitiven technologischen Möglichkeiten der Erde zu reparieren. Dies mag vielleicht auf den ersten Blick nicht sonderlich aufregend erscheinen. Tatsächlich liegt aber ständig eine latente Bedrohung in der Luft, weil die Außerirdischen menschliche Gestalt annehmen müssen, um ihr Werk zu vollenden. Zu schrecklich ist ihr Äußerliches, zu groß die Angst, die Menschen würden sie vernichten. Damit spielt der Plot auf den Grundsatz an, dass Menschen alles zu vernichten suchen, was sie nicht verstehen. Also bleibt den unfreiwilligen Eindringlingen nichts übrig, als Menschen zu entführen und deren Gestalt anzunehmen.

 

Bis zur Mitte des Films ist dabei unklar, wie die Aliens der Menschheit gegenüber stehen. Erst dann wird deutlich, dass sie friedliche Absichten verfolgen. Selbst danach bleibt die bedrohliche Lage spürbar. Doch geht sie nun von den Menschen aus. Dies ist ein äußerst geschicktes Manöver des Drehbuchautors Harry Essex, der auch für Klassiker wie „Die vier Söhne der Kathie Elder“ oder Der Schrecken vom Amazonas verantwortlich zeichnete. Man fiebert als Zuschauer gerade zu mit, es bleibt bis zum Ende spannend.

Unterstützt wird die Story durch die für die damalige Zeit grandiosen Spezialeffekte aus der Schmiede von Ray Harryhausen, der als einer der besten seiner Zeit gilt. Er perfektionierte die Stop Motion Technik, die erst in den 90erJahren endgültig an Bedeutung verlor und noch bei hochtechnisierten Streifen wie Robo Cob Verwendung fand. Harryhausens Spezialeffekte waren wegweisend und wurden bei Klassikern wie Earth vs. Flying Saucers, „Jason und die Argonauten“ und natürlich den Sindbad Filmen eingesetzt, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. Selbst Peter Jackson verbeugte sich vor ihm, als er Ray Harryhausen während der Dreharbeiten zur "Herr der Ringe" Trilogie als Inspirationsquelle nannte.

 

 

Auch sonst versteht es Arnold, durch seinen Regiestil eindrückliche Bilder zu erzeugen. In Erinnerung bleibt beispielsweise eine Sequenz gleich zu Beginn, als unser Held John mit Ellen in die Wüste hinausfährt, um die Außerirdischen zu finden und einen Monolog über die Gefahren der Wüste hält, die er subtil natürlich auf die fremden Wesen überträgt. Durch den geschickten Einsatz von Licht entsteht ein noch eindringlicheres Gefühl. Schon die Startszene, in der das Raumschiff auf uns zu zu stürzen scheint, ist großes Kino. Auch die Idee, uns die Welt durch das Auge der zyklopenartigen Wesen zu zeigen, darf wohl ohne Übertreibung als Geniestreich Arnolds bezeichnet werden. Niemand war zuvor auf so eine Idee gekommen.

 

Die Musik stammt von Herman Stein, der hier ausgezeichnete Arbeit geleistet hat. Die Aliens, vor allem wenn wir durch ihre Augen schauen, werden mit einer geradezu sphärischen Musik untermalt. Die orchestrale Begleitung schwillt in jeder wirklich bedrohlichen Szene an und unterstützt die Dramatik der Sequenzen. Ruhige Phasen werden mit leisen Tönen, etwa Geigen unterlegt.

Die schauspielerische Leistung bewegt sich auf einem konstant hohen Niveau. Richard Carlson und Barbara Rush waren sicherlich keine Superstars ihrer Zeit, aber eben auch keine Unbekannten. Carlson hat Arnold so gut gefallen, dass er ihm im 1954 entstandenen, ebenfalls in 3D gedrehten Horror-Klassiker „Der Schrecken vom Amazonas“ wieder die Hauptrolle übertrug. Gefahr aus dem Weltall ist ein Klassiker, der auch heute noch, über 60 Jahre nach seiner Entstehung, nichts von seiner Faszination verloren hat.

persönliche Bewertung: 5/6