Quelle: Cover und Bildzitate: Kinowelt Home Entertainment
Quelle: Cover und Bildzitate: Kinowelt Home Entertainment

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Flash Gordon, original: Flash Gordon (1980)

Starling Films, Dino de Laurentiis Company, Kinowelt Home Entertainment (DVD); gefilmt in Technicolor;

Produktionsland: USA, GB; Länge: 111 Minuten

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Darsteller Team
Sam J. Jones als Flash Regie: Mike Hodge
Max von Sydow als Ming Produktion: Dino de Laurentiis
Ornella Muti als Prinzessin Aura Drehbuch: Lorenzo Semple
Melody Anderson als Dale Arden Kamera: Gilbert Taylor
Timothy Dalton als Prinz Barin Schnitt: Malcom Cooke
 Chaim Topol als Dr. Zarkov  Musik: Queen, Howard Blake

Besprechung:

Inhalt:

Die Erde wird seit Wochen von ungewöhnlich zahlreichen Naturkatastrophen heimgesucht, die auf den grausamen Imperator Ming, Herrscher über das intergalaktische Großreich Ming, zurückgehen. Auf diese Weise testet der brutale Despot alle eintausend Jahre einen Planeten in seinem Herrschaftsbereich auf seine technologischen Errungenschaften. Halten die jeweiligen Bewohner die Attacken für naturgegeben, bleiben sie verschont, wenn nicht, wird die auserkorene Welt vernichtet. Tatsächlich gibt es auf der Erde einen Wissenschaftler namens Dr, Hans Zarkov, der die derzeitigen Plagen als Angriff einer außerirdischen Macht deutet. Für die Veröffentlichung dieser Theorie wurde der überdrehte Physiker jedoch verlacht und aus der Akademie der Wissenschaften verbannt. Nun arbeitet er im Geheimen an Gegenmaßnahmen.

Zur selben Zeit landet auf einer abgelegenen Piste ein kleines Passagierflugzeug, dass die Reiseleiterin Dale Arden und den Footballstar Flash Gordon nach New York bringen soll. Nach wenigen Minuten in der Luft, wird das Flugzeug jedoch von Turbulenzen geplagt. Außerdem ergießt sich ohne ersichtliche Ursache ein heißer Hagel über die Erde. Als ein lautes Geräusch aus dem Cockpit zu hören ist, wird schnell klar, dass die Cockpit durch ein Unfall  zertrümmert und die beiden Piloten hinaus gesogen wurden. Gorden gelingt es mit viel Mühe, den Boden zu erreichen, bruchlandet aber ausgerechnet in Dr. Zarkovs Wintergarten, in dem dieser eine Rakete deponiert hat. Bevor Flash und Dale wissen, wie ihnen geschieht, hat Hans Zarkov die Beiden in das Fluggerät gelockt und startet die Aggregate. Denn der Doktor hat sich in den Kopf gesetzt, die Erde zu retten und sich Ming entgegen zustellen, koste es, was es wolle. So beginnt ein Abenteuer, wie es verrückter nicht sein könnte...

 

Fazit:

Über die Comicfigur Flash Gordon und die dazu gehörigen Verfilmungen habe ich ja bereits einiges geschrieben. Inzwischen finden sich auf meiner Seite Berichte zum Serial Flash Gordon (1936), der Flash Gordon (1954) TV Serie und nun die wohl berühmteste Bearbeitung des Stoffes von 1980. Produziert wurde der Titel von Dino de Laurentiis, der unter Science Fiction Fans vor allem für sein absichtlich trashiges Barbarella (1968), Dune, der Wüstenplanet und eben Flash Gordon bekannt ist. Gemein ist allen Filmen, dass sie mit einer sehr ungewöhnlichen Ausstattung glänzen, die sich irgendwo zwischen Steampunk, Fantasy und Kitsch bewegen.

Das 1980er Remake des Comic Strips macht hier keine Ausnahme, ganz im Gegenteil. Quietschig bunt und überzogen präsentiert sich der Look. Dabei schien de Laurentiis ein Gegenentwurf zu in jener Zeit ebenfalls erschienen Ikonen wie Alien und Star Wars  vorzuschweben. Kräftige Rot- Pink- und Blautöne dominieren die Szenerie, die Schwärze des Alles suchen wir vergebens.  Falkenmänner in  römisch/germanisch anmutenden  Kostümen, Waldmänner wie aus einem Fantasyfilm, Zwerge an Ketten und ein Bösewicht namens Klytus (Peter Wyngarde), der auf bizarre Weise an Darth Vader erinnert, runden ein surreales Bild ab, dass eigentlich so gar nichts mit der althergebrachten Science Fiction Ikonografie zu tun hat, die der Fan seit den 50er Jahren kannte.

 

Hinzu gesellen sich Darsteller, die sich keinen Augenblick ernst nehmen und so ziemlich an jeder Stelle overacten, die sich ihnen bietet. Ein fast dümmlich wirkender Sam J. Jones passt da tatsächlich hervorragend herein. Inzwischen ist aus Jones ein recht gut beschäftigter Schauspieler geworden, 1980 sah dies noch ganz anders aus.  Max von Sydow als Imperator Ming hatte offenbar einen fast diebischen Spaß an seiner Rolle. Seine mit schwarzem Kajal geschminkten Augen blitzen des öfteren schelmisch auf, so dass es dem aufmerksamen Betrachter kaum verborgen bleibt, wie witzig er die Produktion offenbar fand. Die hübsche, aber eher unauffällige Melody Anderson, die die Rolle der Dale Arden übernahm, zog sich nebenbei erwähnt 1995 aus dem Showgeschäft zurück, nachdem sie nach Flash Gordon kaum mehr große Rollen ergattern konnte.

 

Ornella Muti gehörte in den 70er und 80er Jahren zu den sexiest Women alive und verfügt darüber hinaus auch über ein großes schauspielerisches Talent. Beides zusammen macht ihren Auftritt in diesem Trash-Spekatel für mich immer wieder zu einem angenehmen Erlebnis. In Italien war Muti übrigens bereits seit den 70er Jahren ein gefragter Star, in Deutschland ist sie eher durch die seichten Adriano Celentano Komödien der frühen 80er bekannt geworden. Das entsprach weniger ihren Auftritten in Werken wie „Die letzte Frau“ (1976) oder „Der Fall Serrano“(1977), dennoch brachte ihr die Rolle der Lisa in „Der gezähmte Widerspenstige“ (ebenfalls 1980) einen Jupiter ein, nachdem sie bereits einen Bambi erhalten hatte.

 

Kein Bericht über über diesen Film darf die grandiose Filmmusik der britischen Rockgruppe Queen unerwähnt lassen, die sicherlich mit zum großen Erfolg beitrug. Die Single „Flash“ und der gesamte Soundtrack war seinerzeit ein Renner, obwohl fast das gesamte Album instrumental und, ganz im Gegensatz zur Bandphilosophie, mit viel Synthesizer arrangiert war. Lediglich auf „Flash' s Theme“ (die als „Flash“ ausgekoppelte Single) und „The Hero“, beide von Brian May, ist Freddy Mercurys Stimme zu hören. Ansonsten fällt das Album durch zahlreiche, geschickt eingewobene, Dialogsequenzen auf, durch die Der Zuhörer unmittelbar an die entsprechenden Szenen erinnert wird

 

Alles in allem halte ich Flash Gordon auch heute noch für einen witzigen Zeitvertreib, den man sich gerne zusammen mit einigen Freunden bei einem gemütlichen Bierchen anschauen darf. Allzu ernst sollte man das Gezeigte jedoch nicht nehmen, sonst könnte sich recht schnell eine gewisse Enttäuschung einstellen. Wer aber einmal etwas völlig Anderes sehen möchte, dass es seitdem in dieser Art so nicht mehr gegeben hat, wird sicherlich gut bedient.

 

Kurz gesagt handelt es sich also um ein gut produziertes Stück Trash im Sinne des Stilmittels mit teilweise hervorragenden Akteuren, die ihrer spielerischen Natur in diesem bunten Abenteuer ungehemmt freien Lauf lassen durften. Dino de Laurentiis und Regisseur Mike Hodges haben ein witziges, skurriles Stück Film produziert, dass den Science Fiction Boom jener Tage gekonnt auf die Schippe nimmt. Bedenkt man, dass der Titel immerhin 20 Millionen Dollar verschlang, während George Lucas für Star Wars V im selben Jahr 18 Millionen zur Verfügung standen, wird sehr deutlich, dass man hier durchaus bewusst das Risiko einging, etwas völlig Neues, vom mittlerweile etablierten Standard Abweichendes, zu präsentieren.

persönliche Bewertung: 4/6