Automata, original: Automata (2014)

 

Wild Bunch, Millenium Films, Greenmoon Productions, DVD: Eurovideo; Produktionsland: Bulgarien/Spanien, Länge: ca. 106 Minuten

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Darsteller Team
Antonio Banderas als Jacq Vaucan Regie: Gabe Ibáñez
Brigitte Hjort Sorensen als Rachel Vaucan Produktion: Danny Lerne
Robert Forster als Robert Bold Drehbuch: Gabe Ibáñez, Igor Legarreta Gómez
Melanie Griffith als Dr. Duprè Kamera: Alejandro Martinez
Tim McInnerny als  Vernon Conway Schnitt: Sergio Rozas
 Dylan McDermott als Sean Wallace  Musik: Zacarías M. De La Riva

Besprechung:

 

Inhalt:

2044 A.D.

Verstärkte Sonnenstürme haben die Erdoberfläche

in eine radioaktive Wüste verwandelt und

die menschliche Bevölkerungszahl um

99,7 auf 21 Millionen reduziert.

 

Atmosphärische Störungen habe die meisten terrestrischen

Kommunikationssysteme deaktiviert und die Zivilisation

in einen Prozess technologischen Zerfalls gebracht.

In einer Atmosphäre der Angst und Verwzeiflung,

hat die ROC Corporation den Automata Pilgrim 7000 entwickelt.

Primitive Roboter, entwickelt,

um die Wände und mechanischen Wolken zu bauen,

die die letzten Städte der Menschen schützen.

 

Jetzt gibt es Millionen Roboter, die von Menschen durch

zwei Sicherheitsprotokolle kontrolliert werden.

Das erste Protokoll hindert die Roboter daran,

jeglicher Form von Leben Schaden zuzufügen.

Das zweite Protokoll hindert den Roboter daran,

sich selbst oder andere Roboter zu modifizieren.

Diese Protokolle wurden gemacht,

um den Menschen vor dem Automata zu schützen.

Sie sind unveränderbar.“

Intro Text

Fazit:

Automata ist das Werk des spanischen Regisseurs Gabe Ibáñez, der gleichzeitig als Drehbuchautor und Konzeptdesigner fungierte. Mit nur rund sieben Millionen Dollar Budget ausgestattet, weist diese spanisch bulgarische Koprduktion doch eine Fülle interessanten Bildmaterials auf, dessen näheres Anschauen durchaus lohnt. Ibáñez  begann seine Karriere als Animator für Visual Effects und ist sich daher absolut darüber im Klaren, dass eine glaubwürdige Umsetzung von Effekten das Salz in der Suppe eines guten Science Fictions Films sind. Und tatsächlich sehen die thematisieren Roboter, die Automata, großartig aus. Als Setting wurde eine nahe Zukunft gewählt, in der starke Sonnenstürme weite Teile der Erdoberfläche unbewohnbar gemacht haben. Einige wenige große Städte werden von der Strahlung abgeschirmt. Wer wie Jacq Vaucan (Antonio Banderas) einen guten Job bei einer der großen Versicherungen hat, gehört zu den wenigen Glücklichen, während viele Tausende vor den Toren in breitgefächerten Slums ausharren müssen. Als Drehort dienten überwiegend die New Boyona Film Studios in Sofia, doch auch einige wüstenartige Landstriche in Bulgarien, die computertechnisch entsprechend angepasst wurden. So sieht man in der durch Sonneneinstrahlung verseuchten Wüste ausgetrocknete Flussbetten, verlassene Fabriken, Wetter-Zeppeline für künstlich erzeugten Regen und so weiter. Angereichert werden die Sequenzen durch eine sehr helle Beleuchtung, die die Trostlosigkeit der Zone unterstreicht.

Die Thematik des Streifens ist nicht neu. Grundlegend geht es um die moral-philosophische Frage nach der Defintion von Leben in Bezug auf fühlende und selbstbewusste Maschinen, die schon Issak Asimov in seinen Robotergeschichten so brillant formuliert hat. Darüber hinaus bedienen sich zahlreiche Filme und Fernsehserien dieser Idee, oftmals verbunden mit einer ausgewachsenen Verschwörung. Auch Gabe Ibáñez' Automata macht hier keine Ausnahme, verliert sich allerdings ein wenig in seinem unausgegorenen und etwas verwirrenden Drehbuch. Wer sich hier mit wem warum verschwört, kann letztlich nicht logisch erklärt werden und dient somit nur als Triebfeder für ein actionreiches Finale. Das ist durchaus schade, denn obwohl der Regisseur dem Thema nichts wirklich Neues hinzufügen kann, erzählt er die Geschichte der Menschwerdung seiner künstlichen Intelligenzen doch mit einer guten Portion Feingefühl. Wäre der genannte Verschwörungsplot besser ausgearbeitet, hätte dies ein mehr als nur bemerkenswertes Werk werden können.

Die Drehbuchschwächen werden allerdings teilweise durch den hervorragenden Cast kompensiert. Antonio Banderas ist für die Hauptrolle des Jacq Vaucan eine hervorragende Wahl. Er transportiert die Selbstzweifel der Figur, aber auch die Sorge um die eigene Familie grandios und läuft vor allem im letzten Drittel zur Hochform auf. Als Zuschauer erlebe ich Jacqs pure Angst, Verzweiflung, Hoffnung, aber auch sein Mitgefühl unmittelbar mit und versetzte mich in seine Lage. Das ist schon großartig gespielt. Die stark beworbene Melanie Grifith gefällt mir ebenfalls außerordentlich gut. Leider ist ihr Part viel zu kurz. Das Drehbuch gibt der vielfach prämierten (und nein, ich rede hier nicht von der Goldenen Himbeere) Darstellerin einfach nicht genug Zeit, ihre Rolle zu entwickeln. Das ist zwar schade. Doch ihr vorzeitiger Abgang sorgt zumindest für einen Spannungsmoment. Auch Robert Foster (u. a. Heroes, „Twin Peaks“) macht sich prima als Jacqs Vorgesetzer Robert Bold und präsentiert sich als loyaler Freund, der den Umständen zum Opfer fällt. Als Bösewicht fällt vor allem Tim McInerny (u. a. „Game of Thrones“, „Sherlock“, „Outlander“) positiv auf.

Automata ist insgesamt gesehen kein schlechter Film, im Gegenteil. Doch mit etwas mehr Feinschliff im Drehbuch, vielleicht dem ein oder anderen Impuls von außen, hätte Gabe Ibáñez daraus einen Indiefilm höchster Güte machen können. Die minimalistisch eingesetzte Musik, ein hervorragender Antonio Banderas, sowie eine gute visuelle Umsetzung sind genau die richtigen Zutaten. Das leicht modifizierte Thema der asimov'schen Robotergesetze ließ genug Spielraum, um dem Plot mit einigen spannenden Twists eine spannende Verschwörungsgeschichte zu verpassen. Leider verlor der Spanier offenbar auf der Zielgeraden den Weg aus den Augen, was der Produktion einiges an Drive nimmt. Dennoch: einen Blick sollte man auf jeden Fall riskieren.

persönliche Bewertung: 4(-)/6