Quelle: Cover und Bildzitate: Twentieth Century Fox Home Entertainment
Quelle: Cover und Bildzitate: Twentieth Century Fox Home Entertainment

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wing Commander, original: Wing Commander (1999)

 

American Entertainment Investors, Carousel Picture Company, The Digital Anvil, DVD: Twentieth Century Fox; Produktionsland. USA; Länge: ca. 100 Minuten

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Darsteller Team
Freddie Prinze Jr. als 1st Lt. Christopher 'Maverick' Blair Regie: Chris Roberts
Saffron Burrows als Lt. Cmdr. Jeannette 'Angel' Deveraux Produktion: Todd Moyer
Matthew Lillard als Lt. Todd 'Maniac' Marshall Drehbuch: Chris Roberts, Kevin Droney
Jürgen Prochnow als Cmdr. Paul Gerald Kamera: Thierry Arbogast
Tchéky Karyo als Cmmdre. James 'Paladin' Taggart Schnitt: Peter Davies
Ginny Holder als Rosie 'Sister Sassy' Forbes Musik: David Arnold, Kevin Kiner

Besprechung:

Inhalt:

Im Jahr 2654 befindet sich die Konföderation der von Menschen besiedelten Planeten im Krieg mit den katzenartigen KILRATHI, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Menschheit auszulöschen. Als sich das requirierte Handelsschiff DILIGENT mit den beiden Kampfpiloten Christopher Blair und Todd Marshall an Bord auf dem Weg zum Trägerschiff TCS Tiger Claw befindet, empfängt der Captain des kleinen Transporters, James Taggart, eine schreckliche Nachricht. Die KILRATHI haben die Raumstation PEGASUS angegriffen und ein sogenanntes Nav-Com erbeutet. Das Gerät enthält wichtige Sprungkoordinaten, die den Feind direkt in den Erdsektor führen könnten.

Der Sprung würde etwa vierundzwanzig Stunden dauern, während die Flotte der Konföderation sechsundzwanzig Stunden benötigt, um die Erde zu erreichen. Nur die TIGER CLAW ist nah genug, um die KILRATHI-Flotte abzufangen, kann aber nicht per Funk benachrichtigt werden. Also fällt es der DILIGENT zu, sich durch feindliches Gebiet zu begeben, um das verbündete Kampf-Raumschiff zu erreichen. Als der Coup schließlich gelingt, unternehmen Blair, „Maniac“ Marshal und ihre neuen Kameraden „Angel“ und „Sister Sassi“ alles, um die feindlichen Außerirdischen aufzuhalten, bis es schließlich zum entscheidenden Kampf kommt...

 

Fazit:

So ziemlich jedem computerspielenden SciFi Fan dürfte der Name Chris Roberts ein Begriff sein. Seit 2012 hat der US-Amerikaner über 156 Millionen Dollar für seinen ultramodernen Space-Shooter Star Citizen gesammelt. Angefangen hat der Game-Designer indes 1990 mit dem ersten Teil der weltberühmten Wing Commander Reihe, dem sich insgesamt drei Fortsetzungen und zwei Ableger anschlossen. Damit gehört die Spiele-Serie bis heute zu den erfolgreichsten ihrer Art. 1996 verließ Roberts sein Baby Origin Studios, gründete Anvil Digital und kaufte vom Spiele-Giganten Electronic Arts die Rechte zur Filmverwertung. 1999 war es dann endlich soweit und der langersehnte Kinostreifen erschien  in den Lichtspielhäusern.

Von Anfang an sah sich Roberts harscher Kritik der Fans ausgesetzt, die die zahlreichen Story-Änderungen nicht guthießen. Nicht nur, dass einige der beliebtesten Figuren der bravourös erzählten Game-Reihe einen anderen Background erhielten, auch die katzenartigen KILRATHI sahen plötzlich völlig anders aus. Zudem agierten sie  so gar nicht mehr als die klugen Taktiker, als die der Fan sie kannte. Außerdem waren die beliebten Antagonisten kaum im Film zu sehen. Doch auch von Seiten der Fachmagazine schlug Roberts ein harter Wind entgegen. Der Plot sei ideenlos, die schauspielerischen Leistungen zum Teil grottig und die Regie wenig durchdacht. Es verwundert also kaum, dass die Umsetzung an den Kinokassen gnadenlos floppte und nur etwas mehr als die Hälfte seiner rund dreißig Millionen Dollar Produktionskosten einspielte.

Lizenzgurken gibt es bekanntlich in beide Richtungen, wobei meist Spieladaptionen zu Filmen im Fokus der Berichterstattung stehen. Doch auch anders herum bleiben die Ergebnisse oft hinter den Erwartungen, sowohl der Fans, als auch der Produzenten, zurück. Egal ob das hier besprochene Werk, „Dungeon Siege“, „Mortal Combat“, „Alone in the Dark“, „Prince of Persia“, „Hit Man“, oder neuerdings "Assassins Creed" und "Word of Warcraft". Entweder sind die Streifen leidlich erfolgreich, oder floppen gleich ganz. Die Gründe dafür sind vielfältig. Eine Story, die in einem guten PC- oder Konsolengame über mehr als zehn Stunden erzählt wird, lässt sich nun mal in der Regel schlecht in ein zwei-Stunden-Format pressen, zumal viele Zuschauer ein sehr konkretes Bild von den Protagonisten, der Umgebung, oder auch dem Erzählstil der Spiele-Autoren haben. Hinzu kommt, dass die Drehbuchautoren der Filmadaptionen recht häufig mehr oder weniger nachvollziehbare Änderungen vornehmen, die sich für den Fan als Stimmungskiller auswirken.

Im Fall von Wing Commander sind genau jene Umstände eingetroffen. Für die Liebhaber der Reihe fühlte sich die Verfilmung einfach zu wenig nach dem Original an. Hinzu kam, dass vor allem Hauptdarsteller Freddie Prinze Jr. einfach nur schlecht spielte. Im Kontrast dazu stehen die seinerzeit ebenfalls noch jungen Saffron Burrows und Matthew Lillard, deren Leistungen durchaus in Ordnung gehen. Dennoch stimmt einfach die Chemie zwischen Burrows und Prinze Jr. nicht, der zudem oft schlicht alberne Grimassen schnitt. Als bekannte Größen holte man Jürgen Prochnow und Tchéky Karyo an Bord, die als Nebendarsteller die Kohlen aber auch nicht  aus dem Feuer holen konnten.

Leider ist auch das Drehbuch nicht wirklich brillant. Die Geschichte gestaltet sich insgesamt viel zu simpel und man merkt einfach, dass Roberts nicht gerade in Militärkreisen recherchiert hat, um seinen Protagonisten eine glaubwürdige Umgebung an die Hand zu geben. Schade ist zudem, dass die interessante Idee der Pilger, die eigens für den Film eingebaut wurde, eigentlich nur existiert, um die Antipathie zwischen Blair und Commander Gerald zu erklären. Hier hätte man wunderbar einen spannenden Nebenschauplatz einbauen können, der dem Universum wesentlich mehr Tiefe verliehen hätte.

Trotz dieser großen Kritikpunkte ist das Werk für mich aber kein Totalausfall. Ich habe ein Herz für seichte Space Operas im Military Look. Der Streifen bietet nicht nur grundsätzlich eine nette Atmosphäre, aus der man sehr viel hätte rausholen können, sondern auch eine Reihe hübsch anzusehender Dog Fights und einige spannende Momente. Von Verfolgungsjagden im Stile einer U-Boot-Jagd ála „Das Boot“, bis hin zu den Begegnungen der Großkampf-Raumschiffe, die sich mit Bordkanonen und Torpedos beharken, gibt es einige hübsche Schauwerte, die mich milde stimmen. Der Action-Anteil geht also völlig in Ordnung. Die Musik gestaltet sich darüberhinaus passend episch und mit Wiedererkennungswert. Hier hat Komponist David Arnold, der das Theme verfasste, richtig gute Arbeit geleistet. Sicherlich: Wing Commander ist weder ein Block Buster, noch ein intelligent gemachter Indie-Film. Insgesamt kommt der Titel eher wie ein Pilotfilm zu einer nie realisierten TV-Serie daher. Dies wäre vielleicht sogar die bessere Idee gewesen, denn innerhalb einer zehn- bis zweiundzwanzigteiligen Staffel hätte man sicherlich den ein oder anderen Hintergrund intensiver beleuchten können. So bleibt leider nur eine SciFi-Space-Opera, die man absolut gesehen haben kann, aber eben nicht muss.

persönliche Bewertung: 3/6