Quelle: Cover und Bildzitate: StudioCanal
Quelle: Cover und Bildzitate: StudioCanal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Universal Soldier, original: Universal Soldier (1992)

StudioCanal, Carolco Pictures, IndieProd Company Productions, Centropolos Film Productions,

Blu Ray: StudioCanal; Produktionsland: USA; Länge: 103 Minuten

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Darsteller Team
Jean - Claude VanDamme als Luc Deveraux Regie: Roland Emmerich
Dolph Lundgren als Andrew Scott Produktion: Allen Shapiro, Craig Baumgarten, Joel B. Michaels
Ally Walker als Veronica Robers Drehbuch: Richard Rothstein, Christopher Leitch, Dean Devlin
Ed O'Ross als Colonel Perry Kamera: Karl-Walter Lindenlaub
Jerry Orbach als Dr. Gregor Schnitt: Michael J. Duthie
 Ralf Moeller als GR 76  Musik: Christopher FrankBesprechung:

Inhalt:

Besprechung:

Inhalt:

1968 in Vietnam: der Lieutenant Luc Deveroux und Sergant Andrew Scott befinden sich mitten in der Hölle, als Scott, von Wahnsinn umnachtet, ein ganzes Dorf massakriert. Soldaten seiner Einheit, die ihm nicht folgen wollen, werden erschossen. Die Ohren der Getöteten hängt er sich als Kette aufgeschnürt um den Hals. Deveroux versucht dem mit allen Mitteln ein Ende zu setzen. Es kommt zum Kampf, bei dem sich die Kontrahenten gegenseitig erschießen.

23 Jahre später: als am Hoover Staudamm bei einer Geiselnahme immer mehr Unschuldige erschossen werden, wird das Militär zu Hilfe gerufen. Colonel Perry rückt mit seiner „Universal Soldier“ genannten Spezialeinheit an, um die Gangster unschädlich zu machen. Der Einsatz wird von Polizeieinheiten beobachtet, die über die fast übermenschlichen Fähigkeiten dieser Supersoldaten nur staunen können. Die Situation wird bereinigt, alle Entführer erschossen und kein Gefangener verletzt. Anschließenden Reporterfragen stellt sich Perry nicht.

 

Im seltsamen Truck, mit dem das Team anreiste, wird klar, warum der Colonel sich allen Nachforschungen entzieht: die Universal Soldier sind in den Kriegen der USA gestorbene Soldaten. In jahrelangen Forschungen gelang es, die toten Körper zu reanimieren, neu zu programmieren und mittels verschiedener Substanzen schneller, stärker und härter zu machen. Doch die Behandlungen haben ungeahnte Auswirkungen, denn durch bestimmte Trigger wird das letzte erlebte Ereignis vor dem Tod der Soldaten, der letzte Gedanke, neu ausgelöst. Zwei der Universal Soldiers sind ausgerechnet Sergant Scott, nun GR44 und Lieutenant Deveroux, jetzt GR13. Während Lucs Todestrauma aus dem Wunsch bestand, nach Hause zurückzukehren, war Andrew noch immer vom Wahnsinn und Rachegedanken an seinem Vorgesetzten erfüllt. Als der entsprechende Trigger ausgelöst wird, erwachen die Beiden aus ihrem langen todesähnlichen Schlaf . Es entbrennt ein Kampf auf Leben und Tod, den nur einer gewinnen kann...

 

Fazit:Roland Emmerich ist jedem Science Fiction Fan mehr als nur ein Begriff. Auf seine Art ist der deutsche Regisseur Kult. 1984 fing er in Deutschland ganz klein an. Mit Das Arche Noah Prinzip (1984) und "Joey" (1985) gelangen ihm erste Achtungserfolge. Sein Moon 44 wurde zwar ein Flop, dennoch wurde ihm 1992 die Regiearbeit für den 23 Millionen Dollar teuren SciFi-Action Film Universal Soldier zugetragen. Obwohl die meisten seiner Filme von der Kritik wenig gelobt wurden, sind sie doch fast alle Hits geworden. Emmerich lässt sich gerne von Autoren wie Erich von Däniken (etwa Stargate, 10000BC) inspirieren und liebt es offenbar, Katastrophenszenarios zu entwerfen. Andererseits steht er für ausufernde Action. Der besprochene Titel gehört nun, wie eingangs gesagt, zu den sehr frühen Werken des „Master of Desaster“, wie er auch gerne genannt wird. Als der Film damals auf VHS herauskam, im Kino hatte ich ihn nicht gesehen) lieh ich ihn mir in der Videothek aus. Als relativ junger Mann war ich von Actionfeuerwerken wie diesem sehr angetan und mochte ihn entsprechend gern.

Das führte dazu, dass ich mir vor Kurzem für immerhin fast 20 Euronen die Uncut-Blu Ray Edition angeschafft habe. Als ich den Film dann gestern nach langer Pause wieder sah, fragte ich mich unwillkürlich, warum zum Geier ich so verdammt viel Kohle dafür hingelegt habe. Nicht dass ich ihn schlecht finde. Die Action ist nach wie vor sauber, Jean-Claude Van Damme und Dolph Lundgren immerhin Helden einer jüngeren Version meiner selbst. Allerdings haben sich auch meine Sehgewohnheiten vielleicht geändert und Action kann irgendwie heute jeder. Was bleibt dann noch? Wenn wir einmal ehrlich sind, ist Van Dammes Leistung eher mittelmäßig, da war er in "Bloodsport" oder später in Timecop besser. Dolph Lundgren ist der gewohnte Bösewicht, womit ich ganz gut leben kann. Ally Walker als Veronica empfinde ich eher als schmückendes, aber unglaubwürdiges Beiwerk eines in sich absolut unglaubwürdigen Filmes. Und Colonel Perrys Auftritt – über diesen größten aller  Ausrutscher  reden wir lieber erst gar nicht.

Nicht, dass ich mich je an kleinen Unzulänglichkeiten wie Glaubwürdigkeit gestört hätte. Auch Soldier mit Kurt Russel ist vom Plot her schließlich alles andere als das. Doch im Gegensatz zu Universal Soldier bietet mir dieser zumindest einmal eine nette Umgebung und eine wirklich satte und ausgedehnte Action, die mir persönlich besser gefällt, als die von Roland Emmerich präsentierte. Zudem sind hier einfach die schauspielerischen Leistungen besser (o.K.: etwa 100 Worte in einem ganzen Film sind selbstredend kein Aushängeschild für Schauspielkunst, nicht wahr, Herr Russel?). Versteht mich also bitte nicht falsch. Handwerklich ist das toll gemacht. Es gibt in der Kameraführung sogar gewisse Parallelen, übliche Standards sozusagen (z.B. der Held, der in der Dunkelheit vor einem Flammenmeer im Hintergrund steht und sich zum finalen Fight bereit macht) Das ist schon unterhaltsam. Das ist schlicht solide Actionkunst. Aber eben nicht mehr und nicht weniger. Mich reißt der Streifen einfach nicht mehr so mit, wie vor über 20 Jahren. Mir fehlt hier ein wenig der Story-Background, das Quäntchen, was mich neben aller Action dennoch mitnimmt und mitfiebern lässt. Den Final Kampf zwischen van Damme und Lundgren erlebe ich als Außenstehender und genieße den reinen Schauwert. Aber ich sorge mich weder um Veronica, noch um Lucs Eltern, die nebenbei erwähnt, ziemlich blöde sein müssen. Denen fällt noch nicht einmal ein zu fragen, warum ihr Sohn innerhalb von über 20 Jahren keinen Tag gealtert ist.

 

Von solchen kleinen und größeren Löchern sind Roland Emmerichs Filme, abgesehen vom oft nervig übertriebenen Patriotismus (Independence Day, "White House Down") bisweilen voll. Im Gegensatz dazu tut Todd (Kurt Russel) in oben erwähnten Paul W. S. Anderson Werk eben genau das, wozu er geschaffen wurde, gegen einen Feind kämpfen, der seine neue „Einheit“ bedroht und zwar mit aller Effizienz. Da muss nun jeder von Euch selbst entscheiden, welcher Titel es besser vermag, bei Euch auf die unterbewussten Knöpfchen zu drücken. Mir jedenfalls blieb das kleine bisschen Genugtuung, die Befriedigung verwehrt, die ich nach einem guten Film oft verspüre. Oder anders ausgedrückt. Irgendwie springt mein Belohnungssystem hier nicht mehr an. Macht aber nix, denn trotz alledem gehört Universal Soldier in die Sammlung des geneigten SciFi- und Actionfans, schon wegen der kultigen Hauptdarsteller und hat allein wegen der handwerklichen Leistung des Regisseurs und der tollen Musik von Christoper Franke (Babylon 5 ) natürlich eine höhere Bewertung als etwa Paco, Kampfmaschine des Todes verdient.

persönliche Bewertung: 3(+)/6