Quelle: Cover und Bildzitate: Concorde
Quelle: Cover und Bildzitate: Concorde

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Timecop, original: Timecop (1994)

Largo Entertainment, Dark Horse Entertainment, JVC Entertainment, Signature Pictures,

Renaissance Pictures, Blu Ray: Concorde Video; Produktionsland: Kanada, USA, Japan, Länge: 94 Minuten

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Darsteller Team
Jean-Claude Van Damme als Max Walker Regie: Peter Hyams
Mia Sara als Melissa Walker Produktion: Sam Raimi, M. Diamant, R. G. Tapert
Ron Silver als Senator McComb Drehbuch: Mike Richardson, Mark Verheiden
Bruce McGill als Commander Matuzak Kamera: Peter Hyams
Gloria Reuben als Sarah Fielding Schnitt: Steven Kemper
 Scott Lawrence als George Spota  Musik: Mark Isham, Rober Lamm

Besprechung:

Inhalt:

Im Jahr 2004 sind Zeitreisen Realität geworden. Die Technologie wird jedoch von Verbrechern ausgenutzt, die sich in die Vergangenheit begeben, um sich zu bereichern. So wird etwa während des amerikanischen Bürgerkriegs ein Goldtransporter der Konföderierten ausgeraubt, oder mitten in der Zeit des Börsencrashs in New York ein Vermögen ergaunert. Drahtzieher der illegalen Eingriffe in die Zeit ist der skrupellose Senator Aaron McComb, der sich auf diesem Weg Geldmittelmittel beschaffen möchte, die ihm den Wahlsieg sichern sollen. Nur die TEC, die Time Enforcement Commission, steht dem korrupten Politiker im Weg. Die Behörde setzt sogenannte TIMECOPS ein, um die Machenschaften krimineller Subjekte zu stoppen und die Schuldigen ihrer gerechten Strafe zuzuführen.

Als erfolgreichster Ermittler gilt der junge Polizist Max Walker. Als er seinen ehemaligen Partner im New York des Jahres 1929 aufspürt und dieser ihm den Namen seines Auftraggebers enthüllt, ist es von nun an Walkers erklärtes Ziel, Senator McComb dingfest zu machen. Dieser versucht allerdings mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln nicht nur, die TEC zu schließen, sondern auch, Max zu beseitigen. Ein Katz- und Maus Spiel zwischen den beiden Kontrahenten beginnt, dass nur mit dem Tod des einen, oder des anderen enden kann...

 

Fazit:In Bezug auf Zeitreisethemen in Filmen und Fernsehserien, sollte man sich als Zuschauer von der Frage der Logik lösen können. Die Drehbücher scheren sich in der Regel weder um Kausalitäten, noch um innere Kontinuität. Daran ist man als Science Fiction Fan gewöhnt. Wenn die meist zahlreichen Logiklöcher jedoch in ein unterhaltsames und spannendes Korsett gezwängt werden, ist diese Tatsache eher zweitrangig. Dieses kleine Kunststück ist Regisseur Peter Hyams mit Timecop von 1994 gelungen.Der Film basiert auf dem dreiteiligen Dark Horse Comic Timecop – A Man of Time von Mike Richardson und Mark Verheiden, die gemeinsam auch das Drehbuch verfassten. Die Reihe wurde 1992 ein großer Erfolg und zog bald das Interesse der Universal Studios auf sich. Als Hauptdarsteller konnte der damals beliebte Action Star Jean-Claude Van Damme gewonnen werden, dessen vorherige Filme „Karate Tiger“ (1 und 3), „Bloodsport“ und Cyborg von den Kritikern zwar verrissen worden waren, aber kommerziell erfolgreich wurden. Van Damme wurde als hölzern agierender „Hau-Drauf“ bezeichnet, der zwar körperlich beeindruckend fit sei, aber ansonsten ein miserabler Schauspieler wäre. Das mag zum Teil sicherlich stimmen. Nichtsdestotrotz fanden alle vier Titel, nicht zuletzt wegen Van Dammes beeindruckender artistischer Einlagen, ihre Fans. In Timecop machen sich erstmalig die zuvor gemachten Erfahrungen vor der Kamera bemerkbar. Der Belgier ist in der Rolle des Max Walker nicht nur als harter Action-Hero zu sehen, sondern zeigt auch, dass er sich die teilweise harten Kritiken zu Herzen genommen hat. Mit der für Timecop mit dem Saturn Award als beste Nebendarstellerin ausgezeichneten Mia Sara, dem aus „Rizzoli und Isles“ bekannten Bruce McGill, sowie Ron Silver, standen dem ehemaligen Karate- und Bodybuilding-Champion drei routinierte und talentierte Akteure zur Seite. Vor allem Sara  versteht es hervorragend, aus einem eigentlich simplen Drehbuch etwas Tiefe hinauszukitzeln. Silver gibt den perfekten Ekelpaket-Bösewicht, der unserem Held immer wieder auf den Pelz rückt.

Man könnte sich jetzt darüber beklagen, dass das Drehbuch viel zu wenig aus der insgesamt doch recht spannenden Prämisse macht. Im Grunde verlegten sich Richardson und Verheiden auf eine simple Zeitreisestory. Zwar wurde das physikalische Pauli-Prinzip („Die gleiche Materie kann nicht zur selben Zeit denselben Raum einnehmen“) als Leitmotiv herangezogen, bis auf das Finale holen die Autoren aber nicht wirklich viel aus dem Thema heraus. Auch wird völlig außer Acht gelassen, dass sich die Vergangenheit bereits geändert hat, wenn die Zeitwächter der TEC (Time Enforcement Commission) schließlich eingreifen. Diese Tatsache führt, wie oben bereits angedeutet, zu zahlreichen Logiklöchern, die man mit etwas mehr Recherche-Input sicherlich minimieren hätte können. Dem steht eine klar umrissene Motivation des Helden entgegen, die der Geschichte Stringenz verleiht, so dass dem Geschehen gut zu folgen ist.

 

Science Fiction Themen interessierten den 1943 in New York geborenen Künstler Peter Hyams bereits seit seiner Jugend, wie er in einem Interview erzählt. Erste Erfahrungen sammelte er bereits 1978 mit dem grandiosen Thriller Unternehmen Capricorn, der insgesamt sehr positive Kritiken erhielt. 1980 folgte Outland, der zu meinen Lieblingsfilmen zählt und 1984 die Kubrik-Fortsetzung 2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen. Es verwundert also nicht, dass er für Timecop großen Wert auf gute Spezialeffekte, sowie ein möglichst futuristisches Artwork legte. Beides mag, rein optisch betrachtet, heute überholt wirken, war aber 1994 durchaus State of the Art. Neben Computereffekten wurden Pyrotechnik-, Stunt- und allerlei weitere nicht digitale VFX-Effekte eingesetzt.

Timecop hat sicherlich seine Schwächen. Der Plot weist große Logik-Löcher auf, die Story konzentriert sich vielleicht zu sehr auf den Action-Anteil. Dennoch handelt es sich um ein kurzweiliges Vergnügen, dass auch heute noch über seine vierundneunzig Minuten Spieldauer zu unterhalten weiß. Ein Hauptdarsteller, der sich Mühe gibt, nicht nur als hirnloser Rammbock aufzutreten, gute Nebendarsteller, grandiose Fights, sowie ein ansprechender Look sorgen dafür, dass der Film bis heute zu den beliebtesten und kommerziell erfolgreichsten von Jean-Claude Van Damme gehört.

 

 

Das Herzstück sind allerdings die fantastisch choreografierten Kampf- und Actionszenen, die von einer soliden Handwerkskunst zeugen. Peter Hyams ist von Hause aus eigentlich Kameramann und übernahm diese Position für Timecop gleich mit. Die Kameraeinstellungen sind auf den Punkt und zeigen einen Jean-Claude Van Damme in Hochform inklusive 360° Kick und Spagat, zwei immer wieder spektakulär anzusehende Fähigkeiten. Egal ob in engen Büros, einer großen Fabrikhalle, oder im Regen bei Dunkelheit: die Fight-Szenen sehen immer gut aus und sorgen für einen netten Unterhaltungswert. Besonders gut gefällt mir, nebenbei erwähnt, die Idee, Walker nicht als quasi unbesiegbare Kampfmaschine darzustellen. Der Zeit-Polizist steckt gehörig Schläge ein und ist sich nicht zu schade, eine Schusswaffe in die Hand zu nehmen, oder sich sogar von seiner Ehefrau das Leben retten zu lassen. Als Stuntkoordinator fungierte übrigens Glenn Randall, der unter anderem für Klassiker wie „Ben Hur“, Planet der Affen (1968), Der Omega Mann, „Jäger des verlorenen Schatzes“, E.T., oder Die Rückkehr der Jedi-Ritter verantwortlich zeichnet.

persönliche Bewertung: 4/6