Quelle: DVD Cover und Bildzitate: Warner Bros. Home Entertainment
Quelle: DVD Cover und Bildzitate: Warner Bros. Home Entertainment

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

The Time Machine, Original: The Time Machine (2002)

Warner Brothers und Dreampictures Produktionsland: USA, Länge: 92 min

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Darsteller Team
Guy Pearce als Alexander Hartdegen Regie: Simon Wells
Samantha Mumba als Mara Produktion: Walter F. Parkes und John Logan
Orlando Jones als Vox Drehbuch: (nach) H. G. Wells, David Duncan
Mark Addy als David Philb Kamera: David E. Diano
Jeremy Irons als Über-Morlock
Schnitt: Joanne Trotta und Nicole Sma
Sienne Guillory als Emma   Musik: Klaus Badel

Besprechung:

Inhalt:

Alexander Hartdegen ist Dozent für Mathematik an der Universität von New York im Jahre 1899. Er liebt seine Arbeit so sehr, dass er eine Verabredung mit seiner Verlobten Emma fast vergisst. So trifft er verspätet ein, hat jedoch einen Ring mit Mondstein gekauft, um seiner Geliebten einen Heiratsantrag zu machen. Während des Antrages wird das Paar jedoch von einem Straßenräuber überfallen. Als dieser den Verlobungsring stehlen will, greift Alexander ein und ein Schuss löst sich, der Emma tötet.

 

Alexander ist verzweifelt und hat von diesem Moment an nur noch eines im Sinn: eine Zeitmaschine zu bauen, die es ihm ermöglicht, Emma zu retten. Vier Jahre später ist es so weit und die Reise in die Vergangenheit gelingt. Doch lässt sich das Schicksal nicht betrügen. Was der verzweifelte Wissenschaftler auch versucht, er kann seine Verlobte nicht vor dem Tod beschützen. Da er in der Gegenwart keine Antwort auf seine Frage finden kann, entschließt sich Hartdegen, so weit in die Zukunft zu reisen, bis seine drängendste Frage beantwortet ist: warum kann er Emma nicht retten? Im Jahr 2030 angekommen prangt über der Bibliothek von New York eine große Filmwerbung über eine Urlaubskolonie auf dem Mond, die in Kürze in das Trabanteninnere gesprengt werden soll. Alexander betritt hoffnungsvoll die Bibliothek und trifft auf die kernfusionsbetriebene Informationseinheit Vox. Der kann die Frage nach dem Scheitern der Rettung Emmas jedoch nicht beantworten, da es Zeitreisen nicht gäbe. So begibt sich Alexander erneut in seine Zeitmaschine.

 

Sieben Jahre später ist der Mond zerstört. Während der Sprengungen im Mondinneren ist es zu einer Katastrophe gekommen. Gerade noch flüchtet sich der Zeitreisende in seine Maschine, wird aber durch die Erschütterungen der Katastrophe ohnmächtig. Er erwacht erst im Jahre 802701 wieder in einer Welt, die auf den ersten Blick paradiesisch anmutet. Hartdgen wird von einer hübschen  Eloi namens Mara gesund gepflegt und langsam scheint sich eine Liebe zu entwickeln.

Doch hat die Evolution seltsame Früchte getragen und eine unterirdisch lebende kastenorganisierte und menschenfressende Rasse hervor gebracht, die Morloks.  Als die Morloks Mara entführen, hat Alexander keine andere Wahl: er darf nicht noch einmal eine geliebte Frau verlieren...

 

Fazit:

Dem Remake des Klassikers Die Zeitmaschine (1960) gelingt es, wie vielen anderen Neuverfilmungen leider nicht, an das Original heranzureichen. Nicht dass es an Schauwerten mangeln würde, unterhaltsam finde ich den Film ohne Frage. Doch zu offensichtlich sind die Logiklücken.  Um nur zwei Beispiele zu nennen, soll etwa eine kernfusionsbetriebene Informationsquelle der Bibliothek von New York  nach 800000 Jahren noch voll funktionsfähig sein. Beschriftete Gebäudereste, die nach solch einer Zeitspanne natürlich längst vollständig verwittert sein sollten,  lehren die Eloi die englische Sprache, die sie aber anschließend wieder vergessen. Dies sind nur zwei Beispiele von vielen, an denen das Drehbuch schlicht versagt.

Dabei fängt der Film gar nicht schlecht an. Durch Emmas Tod hat der Protagonist ein zwar unnötiges, aber immerhin  nachvollziehbares Motiv für den Bau seiner Zeitmaschine.  Die Zeitmaschine und die aus ihrem Betrieb resultierende "Zeitblase" sind, wie auch der Rest des Films, visuell schön umgesetzt und steigern die Neugier. Das Drehbuch lockert zu Beginn zudem durch die ein oder andere humoristische Einlage auf. Die Idee, eine Lehrerin ihren ungezogenen Schüler androhen zu lassen, dessen DNS umzuschreiben, lässt mich beispielsweise durchaus schmunzeln. Allerdings bleiben  diese Momente  selten und in Verbindung mit den oben erwähnten Logiklücken und einem schwachen und lediglich auf Action orientierten Ende wirkt das Skript leider insgesamt eher blass und  ideenlos. Regisseur Simon Wells und Drehbuchautor David Duncan versuchen anscheinend fast krampfhaft, sich vom Klassiker abzuheben. Manches Detail wirkt daher schlicht zu wenig durchdacht. Da reißt es auch die Tatsache nicht raus, dass Simon Wells der Urenkel von H. G. Wells ist.

 

Im weiteren Verlauf des Films finden sich zudem, anders als im Original, bei allen Schauwerten kaum denkwürdige Momente. Obwohl die technischen Möglichkeiten im Jahr 2002 im Vergleich zu 1960 sehr weit gediegen waren, fällt den CGI Spezialisten etwa in der Darstellung der vergehenden Zeit nichts ein, was nicht auch schon Projects Unlimited 54 Jahre zuvor realisiert hätte. Die Effekte wurden seinerzeit, auch ohne CGI, nicht weniger wirkungsvoll in Handarbeit umgesetzt. Das Set-Design weiß hingegen, beispielsweise in der Darstellung der Eloi-Kultur, zu gefallen und setzt angenehme Akzente. Selbiges trifft auf die Spezies der Morloks zu, wobei die Aufbauten hier doch recht gekünstelt wirken und einen gewissen Grad an Glaubwürdigkeit vermissen lassen. Das ist äußerst schade, denn so gelingt es diesem Set nicht vollständig, dem Zuschauer das Gefühl der Angst zu vermitteln, welches hier allerdings beabsichtigt ist.

 

Die schauspielerische Leistung, vor allem der Hauptdarsteller, ist eher durchwachsen. Jeremy Irons legt einen guten Auftritt als Super-Bösewicht  hin und überzeugt durch eine gewisse Arroganz, die seiner Figur gut zu Gesicht steht. Samantha Mumba ist als Mara  hübsch anzusehen, versteht es aber nicht vollends, ihrer Figur Leben einzuhauchen, obwohl die Rolle an sich interessanter angelegt ist, als im Original. Guy Pearce wirkt auf mich als  Alexander Hartdegen stellenweise zu emotionsarm und unbeteiligt. Er reagiert auf den Tod seiner Verlobten eher kühl. Die Verzweiflung über den Verlust bleibt eine Randnotiz. Das passt zwar durchaus zum Typus seiner Rolle, sorgt aber auch dafür, dass ich ihn als Zuschauer nicht wirklich annehmen kann. Die Verkörperung eines von seiner Arbeit besessenen Wissenschaftlers, der um des Wissens willen eine Zeitmaschine baut, wäre hier wesentlich erbaulicher und passender gewesen. All diese Einschränkungen im Konglomerat trüben den Filmgenuss und trugen bereits 2002 dazu bei, dass der Film sowohl bei den Kritikern, als auch beim Publikum durchfiel.

 

Insgesamt ist The Time Machine zwar also durchaus ansehnlich, allerdings weder als Remake, noch als Blockbuster wirklich tauglich. Gerade wenn man sich einem so bekannten (hier: Film-)Stoff widmet, aus dem einer der bekanntesten und beliebtesten SciFi Klassiker überhaut hevorging, sollte man doch mehr Herzblut erwarten können als hier dargeboten. Dass ein Remake genauso gut wie das Original sein kann, beweist meiner Ansicht nach beispielsweise Krieg der Welten mit Tom Cruise sehr eindrucksvoll. der näher an der Vorlage ist, als sein großes, ebenfalls von George Pal produziertes, Vorbild und den Stoff geschickt in die Moderne transportiert. So bleibt ein Film, den man, der nett anzuschauen ist, aber auch keinen dauerhaften Eindruck beim Zuschauer hinterlässt.

 

Zur Disc:

Die DVD ist insgesamt ordentlich ausgestattet. Zwei  interessante Audiokommentare, eine nicht verwendete Szene mit Deam Fulton und einige Kurzdokumentationen über die CGI, die Erschaffung der Morloks, die Konstruktion der Zeitmaschine, sowie die Choreographie der Stunts runden das Paket ab. Der Ton in Dolby 5.1. ist sehr gut, das Bild ist klar und ohne rauschen.

persönliche Bewertung: 3(+)/6