Quelle: Cover: Auszug der VHS Veröffentlichung von CIC Video, Bildzitate: Universal Home Entertainment
Quelle: Cover: Auszug der VHS Veröffentlichung von CIC Video, Bildzitate: Universal Home Entertainment

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Knight Rider 2000, original: Knight Rider 2000 (1991)

Charles E. Sellier Productions, River Rock Productions, Universal Television; DVD: Universal Home Entertainment

Produktionsland: USA, Länge: 92 Minuten

_____________________________________________________________________________________________________________________________________

Darsteller Team
David Hasselhoff als Michael Knight Regie: Alan J. Levi
Edward Mulhare als Devon Miles Produktion: Michele Brustin, Rob Hedden
Carmen Argenziano als Russel Maddock Drehbuch: Rob Hedden
Susan Norman als Shawn McCormick Kamera: Billy Dickson
Lou Beatty Jr. als Bürgermeister Harold Abbey Schnitt: Barry B. Leirer
 Carmen Argenziano als Stimme von K.I.T.T. Musik: Jan Hammer

Besprechung:

Inhalt:

Das Jahr 2000: Schusswaffen sind in den USA verboten. Der illegale Markt boomt. Die Polzei steht mit ihren Elektroschockpistolen der zunehmenden Brutalisierung auf den Straßen hilflos gegenüber. Immer wieder kommt es zu Polizistenmorden. Helfen könnte die FOUNDATION FÜR RECHT UND VERFASSUNG. Aber die Stiftung steht vor einem gewaltigen Problem. Das neue computergesteuerte Superauto K.I.T.T. 4000 kann aufgrund massiver Lieferengpässe nicht in die alles entscheidende Testphase gehen. Bürgermeister Abbey gibt Devon Miles und seinem designierten Nachfolger Russel Maddock nur noch vier Wochen Zeit, die Schwierigkeiten zu lösen.

 

Da hat Devon die zündende Idee: er will Michael Knight reaktivieren, um ihn auf die offenbar gezielten Polizistenmorde anzusetzen. Der ehemalige Foundationangehörige und Held der Organisation lebt seit fünf Jahren in einem abgeschiedenen Örtchen und widmet sich dem Fischen. Michael lässt sich unter der Voraussetzung überreden, dass auch K.I.T.T. instandgesetzt wird. Devon sagt zu, doch als die beiden Freunde die Foundation erreichen, erleben sie eine böse Überraschung. Maddock hat K.I.T.T. in seine Einzelteile zerlegt und wichtige Elemente verkauft, um die Fertigstellung seines Superautos zu finanzieren. Glücklicherweise gelingt es, die meisten Komponenten zurückzuerwerben. Auch ist der Hauptcomputer noch intakt, so dass Michael ihn vorübergehend in seinen 30 Jahre alten Chevrolet einbaut. Doch ein wichtiges Bauteil, ein Chip, bleibt unauffindbar. Als ein Anschlag auf die junge Polizistin Shawn McCormick verübt wird, wird allen Beteiligten klar, dass die Zeit mehr als drängt. Michael und K.I.T.T. treten in Aktion, doch nicht allein. Denn Shawn ist inzwischen genesen und bewirbt sich als Knights Nachfolgerin...

 

Fazit:

Knight Rider gehörte zu den beliebtesten Serien der 80er Jahre und hat heute absoluten Kultstatus erlangt. Kein Wunder also, dass man kaum eine andere Show so oft wiederbeleben wollte, wie diese. Ein Erstversuch wurde bereits 1991, fünf Jahre nach dem Ende der Mutterserie gestartet. In Knight Rider 2000 sollten David Hasselhoff und Edward Mulhare den Staffelstab an Susan Norman (als Officer Shawn McCormick) und Carmen Argenziano als neuen Chef der FOUNDATION FÜR RECHT UND VERFASSUNG weiterreichen. Grundsätzlich hätte diese Idee auch gut funktionieren können, wenn Hasselhoff und Mulhare nicht von vornherein angekündigt hätten, nur für den neuen Pilotfilm zur Verfügung zu stehen. Das schreckte zu viele der Altfans ab und der Streifen floppte letztlich.

 

Das ist durchaus schade, denn als Startschuss für einen Spin Off funktioniert der Streifen eigentlich ganz gut. Schön ist zunächst, dass die Handlung in die nahe Zukunft verlegt wurde. Das gab Drehbuchautor Rob Hedden Raum für einige zusätzliche SciFi Elemente, die gar nicht mal uninteressant sind. So werden Verbrecher im Jahr 2000 nicht mehr eingesperrt, sondern kryogenisiert. Schusswaffen sind verboten, selbst die Polizei muss sich mit Elektroschockpistolen begnügen. Natürlich sollte auch K.I.T.T. gründlich aufgemotzt werden und einige interessante Zusatzfunktionen erhalten. Um dennoch einen weiteren Bezug zum Original zu schaffen, wurden Teile des alten Bordcomputers im neuen K.I.T.T. 4000 verwendet. Das ist grundlegend erst einmal gar nicht schlecht umgesetzt. Hätte sich zumindest Hasselhoff im Vorfeld zu einigen Gastauftritten bereit erklärt, hätte das Ganze auch durchaus funktionieren können.

Denn der Film birgt für Fans ganz sicherlich den ein oder anderen Wohlfühlfaktor. So ist die Geschichte zwar etwas futuristischer, fügt sich aber doch gut in den Gesamtkontext ein. Der Plot ist nicht gerade innovativ, aber actionreich und durchaus spannend. Die beiden neuen Figuren der Shawn McCormick und des Russel Maddock sind zudem sympathisch. Argenziano hätte Mulhare durchaus ersetzen können. Genau dieses Kunststück vermag Susan Norman aber leider nicht zu gelingen. Es fehlt schlicht der typisch maskuline Part, der zu einer Actionserie gehört, wie die Butter zum Brot. Grundsätzlich mag die Idee, das Ruder an eine starke Frau zu übergeben, ja gut gemeint sein. Doch in diesem speziellen Fall mag der Funke nicht so richtig überspringen. Im Duett funktionieren die Figuren Knight und McCormick allerdings hervorragend. Die beiden Charaktere ergänzen sich auf eine angenehme, unaufgezwungene Weise. Das Zusammenwirken der beiden wird durch K.I.T.T.S. humorvolle Auftritte, die anfangs gezielt gegen McCormick gerichtet sind. Das schafft zusätzlichen Unterhaltungswert und weiß zu gefallen.

 

Nicht ganz so gut gelungen sind die Spezialeffekte. Vor allem die Mattepaintings von David E. Duncan fallen oft negativ auf. Aber auch einige schlecht einkopierte, sehr künstlich wirkende Explosionen trüben das Bild. Gottseidank beschränken sich diese Ausrutscher auf nur wenige Szenen, so dass ich mit diesem Manko noch recht gut leben kann. Sehr gut gefällt mir hingegen die Stuntkoordination und die damit verbundenen Actionsequenzen. Es gibt reichlich Prügeleien und Schießeren. The Hoff lässt, wie immer, die Fäuste fliegen und selbst Susan Norman gibt sich alle Mühe.

 

Auch der Score geht so weit in Ordnung. Die Filmmusik stammt von niemand Geringerem als Jan Hammer. Der Vollblut Synthie Pop Musiker ist heute eine kleine Legende. Ihm verdanken wir die hervorragende und atmosphärische Musik zur Kultserie „Viami Vice“, die ihn weltberühmt machte. Hammer ist bereits seit den 70er Jahren im Geschäft, richtete aber erst Mitte der 80er Jahre sein Augenmerk auf Film- und TV Produktionen. Der Sound ist nicht ganz so eingängig. Doch die typischen Früh-90er Jahre Klänge rufen Erinnerungen wach und wissen für einen Pilotfilm durchaus zu gefallen.

Alles hätte gut werden können, wenn die zahlreichen Fans der Serie nicht von vornherein darüber enttäuscht gewesen wären, dass die geliebten Original Stars nur für den Pilotfilm zur Verfügung stehen würden. Hasselhoff stand 1991 bereits seit zwei Jahren für „Baywatch“ vor der Kamera und hatte kurz zuvor die Produktion übernommen. Mulhares Gründe sind leider unbekannt. Alles in allem ist Knight Rider 2000 sicherlich kein schlechter Pilotfilm für eine geplante Serie jener Zeit. Das Projekt wäre unter anderen Umständen meiner bescheidenen Meinung nach durchaus erfolgversprechend gewesen. Für Fans ist der Streifen sowieso ein Muss. Wer Knight Rider  mag, wird sich auch hier sicherlich schnell zu Hause fühlen und einen unterhaltsamen Filmabend erleben.

 

Zur DVD:

Der Film ist bisher nicht als eigenständige DVD veröffentlicht worden.  Allerdings befindet er sich als Bonus auf der achten Disc der ersten Staffel zur Original Serie. Die ist im Komplettpaket inzwischen für unter 35€ auf DVD zu habe.

persönliche Bewertung: 3(+)/6