Quelle: Cover: Millcreek Entertainment, Bildzitate: Paramount Pictures, Millcreek Entertainment
Quelle: Cover: Millcreek Entertainment, Bildzitate: Paramount Pictures, Millcreek Entertainment

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Destination Space, original: Destination Space (1959)

Paramount Pictures, CBS, DVD: Millcreek Entertainment; gefilmt in schwarz/weiß; Produktionsland: USA; Pilotfilm für eine nie realisierte Serie,

Länge: 51 min

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Darsteller Team
Harry Townes als Jim Benedict Regie: Joseph Pevney
John Agar als Col. Matthews Produktion: Alford van Ronke
Charles Aidman als Dave Drehbuch: Alford van Ronke
Whitney Blake als June Kamera: Loyal Riggs
Cecil Kellaway als Dr. Andrews Schnitt: Jerry Web
 Edward Platt als Dr. Easton  Musik: Van Cleave

Besprechung:

Inhalt:

Der Leiter der U.S. Raumfahrtbehöre Jim Benedict hat im Erdorbit eine Raumstation, wegen der immensen Kosten Benedict' s Billions genannt, gebaut, um von dort aus die Eroberung des Weltalls anzugehen. Die Station dreht sich so um die eigene Achse, dass künstliche Schwerkraft erzeugt wird und ist groß genug, als Ausgangsbasis und Versorgungsstation für Raumschiffe zu dienen.

Doch von Anfang an wird das Projekt mit Problemen überschattet. Einige Mitglieder des Kongresses sind gegen die Station, die nicht nur amerikanische Leben gefährdet, sondern auch riesige Summen an Steuergeldern verschlingt.   Benedict' s Billions wird zu allem Übel von einem Meteor getroffen, der starke Schäden verursacht, die nur mit größter Mühe notdürftig repariert werden können. Außerdem kam es bei einigen Crewmitgliedern zu schweren Verletzungen. Dieser Unfall befeuert die Gegner des Projektes und so ist Benedict gezwungen, einen wissenschaftlichen Beobachter auf seiner Station zu akzeptieren, den renommierten Astronomen Dr. Eastman. Der ist zunächst skeptisch, doch nachdem er die Arbeit im All einen Monat lang beobachtet hat, begeistert. Schließlich erhalten die Astronauten die Erlaubnis, mit einem neben dem Weltraumbahnhof liegenden Raumschiff zum Mond zu starten. Doch als die Triebwerke gestartet werden, heulen die Alarmsirenen...

 

Fazit:

Einigen von Euch mag nicht nur aufgefallen sein, dass Destination Space ein nur 51 Minuten langer Film, sondern auch ein Pilotfilm für eine nie realisierte SciFi Serie Ende der 50er Jahre ist. Von dieser Art gescheiterter Projekte gibt es im TV wohl Hunderte. Dennoch halte ich es für wichtig, gerade auch einmal ältere Pilotfilme zu erwähnen, so sie sich in meiner Sammlung befinden. Den Besitz dieses Filmes habe ich dabei der Sammlung 150 SciFi TV Episodes von Millcreek Entertainment zu verdanken, die uns einen wundervollen Blick in die „gute alte Zeit“ gewährt. Von Mystery über Zeichentrick, bis hin zu Serials und eben auch einige Pilotfilme ist auf den insgesamt 24 DVDs so ziemlich alles zu finden, was der SciFi-TV-Markt damals hergab. Die Qualität der Aufnahmen lässt dabei zwar zu wünschen übrig, doch man muss dankbar dafür sein, diese Schätze überhaupt auf DVD zur Verfügung zu haben.

Destination Space zeigt dabei wie ich meine sehr eindrucksvoll, wie weit die technischen Möglichkeiten der Serienmacher jener Zeit bereits gediegen waren. Der Film weist überaus gute Special Effects und nicht minder tolle Sets auf, die eine gute Atmosphäre schaffen. Es gibt viele Weltraumszenen, die sich von Einblendungen der Raumstation des Hauptdarstellers, bis hin zu gut und fantasievoll inszenierten Weltraumspaziergängen ziehen. Das bereitet Vintage-TV Freunden wie mir einige Freude und ist obendrein noch gut für das Gesamtbild. Die Sets der Raumstation und der Erdstation wirken gut durchdacht und keineswegs billig. Zusätzlich werden sie durch Teleskop und Radarantennen Aufnahmen aufgewertet. Die Optik des Films weiß also durchaus zu gefallen. Um ehrlich zu sein, war ich nach meinen bisherigen Erfahrungen mit so alten Serien sogar über die sehr gute Qualität überrascht.

 

Was wohl den Ausschlag dafür gegeben hat, dass die Show letztlich nie in Produktion ging, war womöglich der Plot. Der ist aus Sicht der Entstehungszeit eigentlich recht spannend. Es geht um den Leiter der U.S. Raumfahrtbehörde Jim Benedict und  die Erfüllung seines Traumes. Er hat im Orbit der Erde eine Weltraumstation gebaut, die als Ausgangsbasis für Flüge zum Mond dienen sollen. Auf dem Mond soll dann eine dauerhafte Basis errichtet werden, von der aus die endgültige Eroberung des Weltalls starten soll. Bedenkt man, dass die Sowjets Ende der 50er Jahre in der Raumfahrt die Nase weit vorn hatten, schließlich hatten sie gerade den ersten künstlichen Satelliten Sputnik ins All geschossen, war eine Serie mit so einem Thema eigentlich eine logische Konsequenz.

Allerdings setzt der Film (immer aus damaliger Sicht versteht sich) mehr auf Realismus, denn auf Science Fiction Ansätze. Destination Space zeigt, wie sich Drehbuchautor Alford van Ronkel die Raumfahrt der Zukunft vorstellte. Er erdachte Gefährte, mit denen man von einem Raumschiff zur Station pendeln konnte, Raumanzüge mit Lamellen-Armen und -beinen, die den „Astronauten“ größtmögliche Bewegungsfreiheit geben sollten, erdnahe Satelliten zur Übertragung von Bild und Ton, sowie Raketen, mit denen man problemlos zwischen Erde und Raumstation pendeln konnte. All dies war in van Ronkels Vision eine Selbstverständlichkeit. Spannung wird etwa durch den Einschlag eines kleinen Meteors auf der Station oder anderer Zwischenfälle erzeugt. Laserwaffen und anderes typischen Space Opera Spielzeug gibt es nicht.

 

Vielleicht hat aber gerade das dem ambitionierten Werk das Genick gebrochen. Abgesehen vom Kino war SciFi im Amerika der 50er Jahre mehr etwas für Kinder. Es handelte sich oft um 25- bis 30minütige Space Operas, in denen stets ein oder mehrere heldenhafte „Raumpolizisten“ für die Freiheit des Weltalls kämpften. Gute Beispiele für diese Art von Serien sind die auf meiner Seite bereits vorgestellte Flash Gordon (1954), oder auch Captain Video and the Video Rangers, die erste Science Fiction TV Serie überhaupt, die ich demnächst in dieser Rubrik vorstellen werde.

Eine andere Art von Science Fiction, die allerdings in den Mystery Sektor hineinreicht waren etwa so großartige Serien wie One Step Beyond, Science Fiction Theatre oder etwas später auch The Twighlight Zone. Diese waren zwar auch etwas mehr auf Erwachsene ausgelegt, fanden aber doch überwiegend ein jugendliches Publikum. Dem musste nun durch entsprechende Werbung Rechnung getragen werden. Das könnte sich für Destination Space als schwierig erwiesen haben, da das Zielpublikum mit so einer Serie vielleicht nur schwer erreicht werden konnte. Eine Serie für Erwachsene mit einem ernsten Thema im Sinne eines Dramas war also vielleicht eher nicht gefragt.

 

Das war sehr schade, denn mir hat der Pilotfilm sehr gut gefallen. Abgesehen von der guten Optik sind mir besonders auch die recht guten Schauspieler aufgefallen, eine (subjektive) Tatsache, die bei weitem für SciFi Serien jener Zeit nicht üblich war. Der Jim Benedict spielende Harry Townes etwa war ein recht bekannter und erfahrener Seriendarsteller, der im Verlauf seiner langen Karriere (18.09.1914 – 23.05.2001) in über 100 Produktionen mitwirkte, unter anderem so bekannten Klassiker-Serien wie „Rauchende Colts“, „Alfred Hitchcock präsentiert“, „Perry Mason“, „Rawhide“, die Clint Eastwood bekannt machte, oder The Twiglight Zone, die sicherlich auch noch ihren Weg auf meine Seite finden wird.

John Agar, der den Kommandanten der Raumstation Col. Matthews gab, war durch den bekannten Western „Bis zum letzten Mann“ bekannt geworden und 1955 der Hauptdarsteller in Tarantula. Whitney Black wiederum war ebenfalls aus TV Produktionen wie Sheriff Cochise oder Perry Mason den Zuschauern ein Begriff. Diese Routine zahlt sich aus, denn schauspielerisch kann Destination Space durchweg überzeugen. Zusammen mit der oben erwähnten aufwändigen Ausstattung hätte es dieser Pilotfilm also meiner Ansicht nach durchaus verdient gehabt, in Serie zu gehen. Denn Potential war durchaus vorhanden. Vintage SciFi Fans und all jene, die sich für die Entwicklung der Science Fiction TV Serie an sich interessieren, dürfen gerne einen Blick riskieren, der Film kann kostenlos in der Tube angeschaut werden.

persönliche Bewertung: 4/6