Quelle: DVD Cover und Bildzitate: Pandavision
Quelle: DVD Cover und Bildzitate: Pandavision

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dark Skies - Tödliche Bedrohung, original: Dark Skies (1996/1997)

 

Bryce Zabel Productions, Columbia Pictures Television, DVD Release: Pandavision

 

Produktionsland: USA; 1 Pilotfilm á 90 Minuten und 18 Episoden á 45 Minuten; Idee: Bryce Zabel; Produktion: Brent V. Friedman; Musik: Michael Hoenig

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Darsteller  
Eric Close als John Loengard Megan Ward als Kimberly Sayers
J. T. Walsh als Captain Bach Tim Kelleher als Jim Steele
Lackos als Man in Black No. 6 Conor O'Farrell als Lt. Com. Phil Albano
Jeri Ryan als Juliet Stewart Charley Lang als Dr. Halligan
John M. Jackson als Mr. Pratt T. J. Kennedy als Allen Dulles
 Richard Gilliland als Jesse Marcel Don Moss als Hubert Humphrey

Besprechung:

Inhalt:
John Loengard ist eigentlich ein glücklicher junger Mann. Er arbeitet für einen Senator, befindet sich beruflich auf dem aufsteigenden Ast und hat eine hübsche Freundin. Eines Tages stolpert er jedoch über ungeklärte Staatsausgaben, die in keinem Haushaltsplan verzeichnet sind. Nach einigen Recherchen findet er heraus, dass diese mit dem UFO-Forschungsprojekt Blue Book und einer nirgends registrierten Geheimorganisation im Zusammenhang stehen. Eines Abends wird er auf dem Heimweg von einem Hubschrauber gestoppt, dem vier, allesamt in schwarz gekleidete, Männer entsteigen. John wird verprügelt. Der offensichtliche Chef warnt ihn eindringlich davor, weitere Nachforschungen anzustellen. Als der aufstrebende Kongressmitarbeiter sich davon nicht abhalten lässt und schließlich herausfindet, dass die Gruppe sich „Majestic 12“ nennt und von einem Mann namens Captain Bach geleitet wird, weiht dieser John schließlich ein und rekrutiert ihn.

 

Als Loengard erfährt, dass „Majestic 12“ einen Verteidigungskrieg gegen weit überlegene Außerirdische führt, nimmt er seine Arbeit zunächst begeistert auf. Nach und nach enthüllt er jedoch immer mehr Geheimnisse, die die Geschichte, wie er sie kannte, völlig auf den Kopf stellt. Schließlich wird seine Freundin Megan von den „Greys“ genannten Aliens angegriffen und ihr ein Parasit namens „Ganglion“ implantiert. Einmal eingedrungen, übernimmt die hochintelligente Spezies die Kontrolle über Körper und Geist seines Wirtes. Im letzten Augenblick gelingt es ihm, seine Verlobte zu retten, doch Reste des Wesens verbleiben in ihr. Als Bach Megan schließlich gefangen setzen und obduzieren lassen möchte, bricht John auch mit ihm. Den Beiden bleibt nur die Flucht, doch das schreckliche Wissen lässt sich nicht mehr abschütteln. Als Megan die Fähigkeit entwickelt, „Ganglions“ zu spüren ist klar, dass das Paar etwas unternehmen muss. Also begeben sie sich auf die Suche, wohl wissend, dass ihnen sowohl Bach, als auch ein Halb-Alien namens Jim Stelle dicht auf den Fersen sind...


Fazit:

Bezeichnungen wie Roswell, Project Blue Book, Socorro, Area 51, oder Namen wie Jesse Marcel und Allen Hynek sind jedem auch nur halbwegs an Aliens und UFOs interessierten SciFi Fan ein Begriff. Seit Jahrzehnten wurden und werden tausende Bücher zu diesen Themen publiziert, die inzwischen nicht nur Standardthemen der etablierten UFO-Forschung sind, sondern auch in die amerikanische Popkultur eingingen. Anfang bis Mitte der 40er Jahre nahmen UFO Sichtungen, unter anderem durch Piloten, stark zu. Das Phänomen war so bekannt, dass die beobachteten Erscheinungen den Namen „Foo-Fighters“ bekamen. Nach dem Krieg wurde Roswell schließlich der zunächst einzige Atomwaffenstützpunkt der USA. Es ist daher vielleicht kein allzu großes Wunder, dass der bis heute bekannteste dokumentierte Fall eines (angeblichen) UFO-Absturzes aus dieser Gegend in der Wüste New Mexikos stammt. Die fast mythischen Geschichten um Personen wie Betty und Barney Hill und dem Airforce Offizier Jesse Marcel, der am Tag nach dem Zwischenfall die Pressemeldung über ein abgestürztes Raumschiff herausgab, bilden spätestens seit Ende der 60er Jahre Stoff für immer neue Filme und Serien.

Ende der 80er bis Ende der 90er Jahre erlebten wir dann im TV einen regelrechten Mystery-Science Fiction Boom, der Serien wie das Remake der altbekannten Twilight Zone, Outer Limits, Akte X, oder eben die hier zu besprechende Dark Skies hervorbrachte. Die Show stellt dabei nach meinem Dafürhalten eine gelungene Mischung aus Invasion von der Wega und eben Akte X dar. Obwohl die Grundvoraussetzungen andere sind und die Legende hier sogar noch besser ausgearbeitet wurde, bleiben gewisse Ähnlichkeiten zwischen den drei Projekten doch unverkennbar. Dennoch gelang es Ideengeber und Autor Bryce Zabel, hier etwas Eigenständiges zu schaffen. Das liegt in erster Linie daran, wie er die erwähnten Ereignisse und Namen zu einem großen Ganzen in einer spannenden Grundstory vereint. Die Geheimorganisation „Majestic 12“ auf der einen, sowie eine Gruppe Außerirdischer („Greys“ oder „Hive“ genannt) bilden dabei die Antagonisten zu unseren beiden jungen Helden John Loengard und Kimberly Sayers. Die „Greys“ wurden vor mehreren Tausend Jahren von einer parasitären Lebensform angegriffen, den „Hive“. Nun versuchen diese, Menschen in möglichst hohen Positionen zu übernehmen oder auszuschalten, um so, möglichst lange unbemerkt, die Weltherrschaft zu erlangen. Der Leiter der „Majestic“ Gruppe, Captain Bach, versucht andererseits, dies mit jedem noch so skrupellosen Mittel  verhindern. Wie John und Kimberly da hinein passen, findet Ihr am besten selbst heraus.

 

Technisch gesehen handelt es sich um eine typische Serie der mittleren 90er Jahre. Langsam aber stetig hielt die CGI Einzug und wurde hier ebenfalls verwendet. Das sieht für heutige Verhältnisse vielleicht billig und altbacken aus, vor 20 Jahren handelte es sich jedoch um eine im TV noch junge Technik. Für die damalige Zeit erfüllen die Special Effects allerdings recht hohe Standards und waren sicherlich auf der Höhe ihrer Zeit. Das verwundert kaum, wurde das Projekt doch von Columbia Pictures Televison in Auftrag gegeben. Als Zuschauer sollte man dennoch in der Lage sein, das eigentliche Alter der Show im Hinterkopf zu behalten.

 

Wer das kann, dem werden dafür 19 spannende Episoden geboten, dessen Themenbereiche sich quer durch die amerikanische Geschichte bewegen. Geschickt verwebt Zabel die oben genannten Mythen etwa mit der Ermordung Kennedys, der afro-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, dem kalten- oder dem Vietnamkrieg. Auf diese Weise vermittelt er, teilweise mit einem Augenzwinkern in Richtung Verschwörungstheoretiker, dass die Geschichte, wie wir sie kennen, eine einzige, große Lüge sei. Das macht schon einigen Spaß und es ist durchaus bedauerlich, dass Dark Skies – Tödliche Bedrohung bereits vor dem Ende der ersten Staffel eingestellt wurde und es so nicht einmal auf die seinerzeit üblichen 22 Episoden brachte. Dieser Misserfolg dürfte zu einem großen Teil auf den Erfolg der fast übermächtigen Akte X zurückzuführen sein. Seit 1993 etabliert, waren aus Mulder und Scully zwei Kulthelden geworden, die inzwischen nicht nur weltweit berühmt, sondern ihrerseits Teil der Popkultur geworden waren. Außerdem wurde nicht nur dieselbe Zielgruppe bedient, sondern zwangsweise die selben Themen der Ufologie aufgegriffen.

Das ist schade, zumal die Auswahl der Schauspieler hier wirklich gelungen war. John Loengard wurde etwa vom heute 49jährigen Eric Close verkörpert, der dann 2002 erst in Steven Spielbergs Taken zu sehen war, bevor er als Special Agent Martin Fitzgerald in „Without a Trace“ brillierte. Seit 2012 ist er in der Dramaserie „Nashville“ zu sehen. Megan Ward ist eigentlich eine typische B-Movie Darstellerin und spiele unter anderem im gar nicht mal schlechten Kampf der Roboter (1990), Future Cop 2 oder in Trancers III. Der leider bereits mit 54 Jahren verstorbene J. T. Walsh (+27.02.1998) war in Kino und TV wiederum ein sehr bekanntes Gesicht. Er war durch Streifen wie „Good Morning, Vietnam“, „Tequila Sunrise“, Moon 44, oder „Backdraft – Männer, die durchs Feuer gehen“ bekannt geworden. Kurz nach den Dreharbeiten zur hier besprochenen Serie starb er.

 

Alles in allem war Dark Skies – Tödliche Bedrohung also ein vielversprechender Kandidat für ein langes Fernseh-Leben. Das es nicht klappte, ist wohl mehreren Faktoren zuzuschreiben. An der Serie an sich hat es sicherlich nicht gelegen. Wer also Lust auf ein wenig 90er Mystery-Charme hat, kann hier gerne zugreifen.

persönliche Bewertung: 4(+)/6