Quelle: DVD Cover und Bildzitate: AUTOMAN: THE COMPLETE SERIES Studios
Quelle: DVD Cover und Bildzitate: AUTOMAN: THE COMPLETE SERIES Studios

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Automan, original: Automan (1983-1984)

Glen A. Larson Productions, Kushner-Locke Company, Twentieth Century Fox Television, DVD: Automan: The Complete Series Studios, nicht in Deutschland

veröffentlicht; Produktionsland: USA, 1 Pilotfilm á 70 Minuten, 12 Episoden á 50 Minuten, Idee:  Glen A. Larson, Produktion: Glen A. Larson, Musik: Stu Phillips

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Darsteller  
Dezi Arnaz jr. als Walter Nebicher Patrick Mcnee, Gastrolle als Lydell Hamilton
Chuck Wagner als Automan Laura Branigan, Gastrolle als Jessie Cole
Heather McNair als  Roxanne Caldwell Anne Lockhart, Gastrolle als Tracy Morgan
Gerald S. O'Loughlin als Capt. E. G. Boyd Richard Anderson, Gastrolle als Carl Donovan
Robert Lansing als Lt. Jack Curtis Richard Lynch, Gastrolle als Sheriff Clay Horton
Cursor als Cursor France Nyuen, Gastrolle als Liang Lu

Besprechung:

Inhalt und Fazit:

 

Es ist kein großes Geheimnis, dass ich ein großer Glen A. Larson Fan bin. Ich habe dem, leider am 14.November 2014 verstorbenen, TV-Produzenten einige meiner Lieblingsserien zu verdanken. Bis heute sind Der sechs Millionen Dollar Mann, „Quincy“, Kampfstern Galactica, Buck Rogers in the 25th Century, „Magnum“ oder „Ein Colt für alle Fälle“ Kult. Doch obwohl seine Science Fiction Serien stets hochwertig und ihrer Zeit voraus waren, blieben gerade diese Shows in der Regel leider eher kurzlebig. Das Problem war dabei nicht etwa mangelndes Zuschauerinteresse, sondern vielmehr die zu hohen Kosten, die sich durch die Werbeeinnahmen nicht kompensieren ließen. 1983, ein Jahr, bevor mit Knight Rider die einzige SciFi-Action Show Larsons startete, die mehr als zwei Staffeln überdauerte, versuchte sich der Produzent mit Automan wiederum an einem großartigem SciFi Projekt. 1982 war Disneys Tron überaus erfolgreich im Kino gelaufen. Als man Larson den Film zeigte, war dieser von dessen grandiosen Optik restlos begeistert. So ersann er Automan, eine eigentlich typische Crime-Action-Show, die er allerdings mit einer gehörigen Portion Science Fiction im Tron-Look kombinierte.

 

Im Fokus steht der Computerspezialist Walter Nebicher, hervorragend verkörpert von Desi Arnaz junior ( der Sohn eben jenes Desi Arnaz, dem gemeinsam mit Lucille Ball viele Jahre lang die berühmten Desillu Studios gehörten). Der Geek arbeitet in der neu eingerichteten Computerabteilung einer Polizeistation. Nichts möchte der junge Mann lieber, als aktiv an den Ermittlungen mitzuarbeiten. Sein stets übellauniger Vorgesetzter, Captain E. G. Boyd (Gerald O’Loughlin), möchte den Nerd jedoch am liebsten in seinem Büro einsperren und den Schlüssel fortwerfen. Einzig die fetten Zuschüsse vom Staat verhindern Nebichers Rauswurf. So ersinnt dieser ein perfektes Computerprogramm namens Automan, das in der Lage ist, als Hologramm direkt in die Geschehnisse der realen Welt einzugreifen. Der Computermann ist nicht nur optisch ein stattlicher Kerl. Er kann tanzen wie John Travolta, Tennis spielen wie John McEnroe, hat den Charme von Clarke Gable und löst jeden noch so schweren Fall mit dem Mut des Stuntmans Colt Seavers. Begleitet wird Automan von seinem Cursor, der nicht nur in der Lage ist, Fahrzeuge aller Art zu materialisieren, sondern auch über eine ganz eigene Persönlichkeit verfügt. Der Mensch und sein Programm finden weitere Unterstützung in Walters Kollegin und Freundin Roxanne Caldwell (Heather McNair) und Lt. Jack Curtis (dargestellt vom großartigen Robert Lansing, One Step Beyond, The Twilight Zone Classic, „The Equalizer“, „Kung Fu – Im Zeichen des Drachen“), der ihn immer wieder in seine Ermittlungen einbezieht und so Nebichers größten Traum erfüllt. Ein echter Polizist zu sein.

Auf den ersten Blick mag die oben erwähnte Prämisse nicht sonderlich innovativ erscheinen. Cop-Shows mit Future-Elementen stellten auch in den frühen 80er Jahren schließlich alles andere, als eine Neuheit im US-TV dar. Im Gegensatz etwa zum Sechs Millionen Dollar Mann, bot Automan dem Fernsehzuschauer jener Tage jedoch etwas vollkommen Neues. Denn der digitale Superheld und sein Cursor verfügten über allerlei Fähigkeiten, die von Special Effects Designer Peter Anderson und seinem Team (Kampfstern Galactica, Buck Rogers in the 25th Century, Tron) in guter alter Handarbeit hergestellt wurden. Der Trick lag darin, Nebichers Schöpfung in einer Zeit nach CGI aussehen zu lassen, in der die Computeranimation noch in den Kinderschuhen steckte.

Das Vorhaben glückte und so gelang es Cursor, Woche für Woche als erste Fernsehserie überhaupt, den berühmten Lamborghini Countach LP 400 als „digitale Projektion“ für Automan auf Amerikas Straßen zu zaubern. Und obwohl der Wagen an sich mit seinen 355 PS bereits richtig schnell ist, mutet das Original im Vergleich zu seinem Computer-Pendant eher wie eine lahme Ente an. Denn Auto Car kann im Supertempo im 90° Winkel um die Ecken sausen, ganz so, wie es Alt-Nerds etwa aus dem Kult-Computerspiel Pacman kennen. Nicht umsonst erwähnt Auto schließlich im Pilotfilm, dass er sowohl mit dem Geisterfresser, als auch mit Donkey Kong gut befreundet sei. Auch wenn die Effekte aus heutiger Sicht überholt wirken mögen, so darf man an dieser Stelle also nicht vergessen, dass hier die seinerzeit neuesten Techniken Anwendung fanden, die sonst nur in hochbudgetieren Filmen zum Einsatz kamen. Diese Tatsache schlug dann auch gewaltig zubuche. Mit etwa einer Millionen Dollar Produktionskosten pro Folge war Automan die zu seiner Zeit teuerste Serie im amerikanischen Fernsehen.

 

Abgesehen von diesem Aspekt, ist es der naive Charme und Humor, die Familienfreundlichkeit und erfreuliche Gewaltlosigkeit, die diese Serie auch heute noch zu einem erinnerungswürdigen Stück Fernsehgeschichte machen. Leider führten eine Reihe unglücklicher Umstände zur frühzeitigen Absetzung. Abgesehen von den oben erwähnten immensen Kosten musste sich die Show Montag abends gegen "Magnum P.I." behaupten, die seinerzeit die absolute Nummer 1 im Serien-Universum innehatte. Glen A. Larson erzählt außerdem in einer auf der DVD Box enthaltenen Dokumentation (nicht in Deutschland erhältlich), dass Automan zwar eher als Superhelden-Serie angelegt war, gleichzeitig aber den Fehler beging, alle interessanten Fähigkeiten des Heroes viel zu früh einzuführen. So erreichte man in den ersten Folgen zwar gute Quoten. Im Gesamt- Publikumsrating stieg die Show jedoch nie über einen mittleren 13. Platz und blieb damit hinter den Erwartungen von 20th Century Fox Television zurück. Damals wie heute zogen die Geldgeber recht schnell die Notbremse, wenn sie das Gefühl hatten, ihr Geld könnte nicht gut angelegt sein. So wurden letztlich leider nur 13 Episoden produziert. Diese sind aber überaus unterhaltsam und kurzweilig gestaltet, so dass sich nach der erneuten Einsichtnahme als Vorbereitung zu diesem Artikel dasselbe Gefühl des Bedauerns bei mir einstellte, wie schon 1989, als auf Sat 1 plötzlich nach 13 Folgen Schluss war.

 

Für die Statistik-Freunde unter Euch sei abschließend noch erwähnt, dass Automan erstmalig ab 03.06.1989 vollständig auf Sat 1 ausgestrahlt wurde. Zwischen 27.12.1987 und 1.1. 1988 wurden 6 Episoden in deutscher Erstausstrahlung gezeigt. Die restlichen 7 Folgen liefen zwischen 12.07.1989 und 23.08.1989 auf demselben Sender. Bis heute ist mir übrigens nicht bekannt, dass die Show in der richtigen Produktionsreihenfolge ausgestrahlt worden wäre. Die übliche Reihenfolge auf Sat 1 und Pro 7 war die folgende:

 

1.01: Befreiung aus dem Paradies (Automan)

 

1.07: Spiel mit dem Untergang (The Biggest Game in Town)

 

1.03: Zweikampf der Giganten (The Great Pretender)

 

1.02: Der Richter und die Mafia (Staying Alive While Running a High Flashdance Fever)

 

1.04: Reise ohne Wiederkehr (Ships in the Night)

 

1.09: Mord im Musikkanal (Murder MTV)

 

1.06: Madame Russos Medium (Flashes and Ashes)

 

1.05: Absturz mit Folgen (Unreasonable Facsimile)

 

1.13: Diamanten mit Piranhas (Club Ten)

 

1.08: Arizonas schlimmster Sheriff (Renegade Run(

 

1.10: Mord, 1. Klappe (Murder, Take One)

 

1.11: Der Ring der Kronzeugen (Zippers)

 

1.12: Der geheimnisvolle Rächer (Death by Design)

 

persönliche Bewertung: 4(+)/6