Quelle:  Cover: Alpha Video, Bildzitate: RBM Pictures, Public Domain
Quelle: Cover: Alpha Video, Bildzitate: RBM Pictures, Public Domain

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Attack from Space, original: Attack from Space (1964)

Shintoho Film Distribution Comittee, Walter Manley Enterprises, Medallion Films, Release: RBM Pictures auf You Tube;

Produktionsland: Japan, Kompilation: USA, Länge: 76 Minuten

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Darsteller Team
Ken Utsui als Starman Regie: Teruo Ishii,
Hiroshi Hayashi als Dr. Yamanaka Produzent: Shintoho
Utako Mitsuya als Kaoru Yamanka Drehbuch: Ichiro Miyagawa
Chisako Hara als Tahara Kamera: Takashi Watanabe
Junko Ikeuchi Schnitt: von Medallion Films
 MInako Yamada  Musik: original: Riichiro Manabe, in der US Fassung: Takashi Watanabe

Besprechung:

 

Inhalt:

Eine bösartige und machthungrige Alienspezies namens Sapphireans (auch Spherions) trachtet nach der Vorherrschaft im gesamten Weltall. Als erstes Ziel wurde die Erde auserkoren, die den Eroberern hilflos ausgeliefert ist. Nur der Wissenschaftler Dr. Yamanaka, der ein ultrafortschrittliches Raumschiff entwickelt, könnte den Plänen entgegentreten. Um dies zu verhindern und gleichzeitig das Wissen des Physikers und Ingenieurs gegen seine Heimat zu verwenden, entführen die Spherions Yamanaka, seine Tochter und seinen Sohn.

 

Doch die schändliche Tat bleibt nicht unbeobachtet.  Die gutartige Aliengemeinschaft des Planeten Emerald schickt ihren Superhelden Super Giant aus, um die Erde gegen die Aggressoren aus der Sapphire Galaxie zu verteidigen. So macht sich der Starman auf den Weg, um sich dem ultimativen Bösen zu stellen – und als Sieger aus der kommenden Schlacht hervorzugehen…

 

 

 

Fazit:

Wer auf Science Fiction Klassiker der trashigen Sorte steht, kommt bekanntermaßen an Japan nicht vorbei. Ein besonderes Schmankerl für ganz Hartgesottene stellt die ab 1957 produzierte Super Giant (Súpá Jaiantsu) Reihe dar.   Nachdem Takeo Nagamatsu 1930 mit The Golden Bat (Ògon batto) den ersten modernen japanischen Superhelden erfunden hatte, war es Super Giant, der mit Fug und Recht als erster Film-Superheld des Landes der aufgehenden Sonne zählen darf. Dabei erinnern Starmans (so sein US-Name) Fähigkeiten wahrscheinlich nicht von ungefähr an die seines US-amerikanischen Kollegen mit dem großen S (Verzeihung, eigentlich ist es ja kein S) auf der Brust. Zur Zeit der Entstehung der neunteiligen Serie wurden in Japan die Adventures of Superman ausgestrahlt, was die sowieso schon blühende Fantasie der Japaner wohl zusätzlich beflügelte. Und auch wenn es Moonlight Mask war, der 1958 als erster das Superheldenthema auf die Fernsehbildfläche und somit in die fernöstlichen Wohnzimmer brachte, gilt doch Starman als großes Vorbild für die erfolgreichen TV-Umsetzungen Ultraman und Kamen Rider.

 

 

Die neun zwischen 39 und 57 Minuten langen Filme erinnern in ihrer Machart stark an die Serials des frühen US Kinos. Sowohl das Storytelling, als auch die Kulissen, Kostüme, Dialoge (soweit aus der US-Synchro zu entnehmen) und nicht zuletzt die Kameraführung lassen wohlige Erinnerungen an die guten alten Zeiten eines Buck Rogers oder Flash Gordon aufkommen. Auch an Ideenreichtum mangelte es in Japan nicht. Da fliegt der unverwundbare Held durch das All und greift mit bloßen Fäusten Raumschiffe und -stationen an. Er verprügelt massenhaft die naziähnlich auftretenden (witzigerweise klingt das japanische „Hai“ für „Ja“ in der US-Version verdächtig nach „Heil“) Saphhireans aus der Sapphire Galaxie oder bringt einen irren Wissenschaftler zur Strecke. Die Serie zeigt sich dabei oft so unfreiwillig komisch, dass das Zuschauen auf skurrile Art und Weise unglaublich viel Spaß macht.

 

 

Dank Walter Manley Enterprises wurden die Short Feature Films für das westliche Publikum adaptiert und sind heute somit in Form von Kompilationen zu sehen. Jeweils zwei bis drei Folgen wurden zu einem mehr oder weniger zusammenhängenden Film zusammengeschnitten. Hier eine Auflistung:

 

 

Folge 1: Super Giant (The Steel Giant)

 

Folge 2: Super Giant Continues

 

= Atomic Rulers

 

 

 

Folge 3: Super Giant – The Mysterious Spacemen‘ s Demonic Castle

 

Folge 4: Super Giant – Earth on the Verge of Destruction

 

= Invaders from Space

 

 

 

Folge 5: Super Giant – The Artificial Satellite and the Destruction of Humanity

 

Folge 6: Super Giant – The Spaceship and the Clash oft he Artificial Satellite

 

= Attack from Space

 

 

 

Folge 7: Super Giant – The Space Mutant Appears

 

Folge 8: Super Giant Continues – The Devil‘ s Incarnation

 

Folge 9: Super Giant Continues  - The Poison Moth Kindgom

 

= Evil Brain from Outer Space

 

 

Wie oben bereits angedeutet, werfen wir hier ein spezielles Auge auf Attack from Space, nicht weil der Film besonders gut oder wichtig ist, sondern weil ich ihn zufällig in der Public Domain entdeckte und meine Neugier geweckt wurde. Allerdings ist Ken Utsuis  (in Japan) legendärer Auftritt als Super Giant, aka Starman aka Spaceman hier exemplarisch. Das typische alberne Kostüm mit der gebogenen Antenne auf dem Kopf ist unverkennbar, die von einem tiefen Lachen begleitete Muscle-Pose einfach nur kultig witzig. Außerdem wirken sowohl die Kulissen, als auch die Setbauten inklusive Kameraführung, als kämen sie dreißig Jahre zu spät. Die Japaner scheuten sich auch nicht, Ideen aus älteren Filmen erneut zu recyclen, so treffen wir etwa die seesternförmigen PAIRAN aus dem ersten japanischen Farb-SciFi Film, Warning from Space, in etwas abgewandelter Form wieder. Der wirkt gegen das hier besprochene Movie allerdings geradezu wie ein Blockbuster.  

Eigentlich, so müsste man also resümieren, wirkt alles an diesem Film billig. Dennoch: Attack from Space hat einen ganz besonderen Charme, wie man ihn sonst vielleicht nur noch in der italienischen Trash-Liga findet und die man einfach nur lieben muss. Wenn man diese Art Film genießen möchte, darf man sich erst gar nicht mit so banalen Themen wie Logik, innerer Logik, Kontinuität des Skripts, Glaubwürdigkeit etc. herumschlagen. Diesen Ballast werft ihr am besten gleich ab – mit dem entsprechenden Teil Eures Hirns versteht sich.  

 

 

Interessant zu erwähnen ist vielleicht noch, dass sich die Medallion Films, die letztlich die Adaption für die Syndicaton in Angriff nahmen, recht große Mühe gaben, so viel Material aus dem Super Giant Episoden Nummer 5 und 6 zu übernehmen. Lediglich 2 Minuten konnten nicht verwendet werden. Die Musik wurde allerdings leider größtenteils ausgetauscht. Auch Cast und Credits stimmen nicht vollkommen mit dem Original überein, da man die Credits aus der ersten Filmzusammenstellung Atomic Ruler übernahm. Immerhin: im Gegensatz zu den beliebten osteuropäischen Zusammenschnitten der 60er Jahre wurden hier zumindest die Namen der Filmschaffenden nicht verfremdet.

 

 

Da der Film frei in der Public Domain verfügbar ist, findet Ihr oben im Kopf einen Direktlink zu RBM Pictures, ein zu Cinenet gehörendes Label, dass mit Anbietern wie Netzkino oder weload.tv vergleichbar ist. Zu bewerten ist ein Machwerk wie dieses nur sehr schwer. Wenn man davon ausgeht, dass ich ein Kult-Trash-Movie wie Abenteuer auf dem Mars fast vollständig verrissen habe, müsste dem Super Giant fairerweise dasselbe Schicksal ereilen. Doch hier liegen die Dinge anders. Ich fühle mich nicht so genervt wie vom „Cinemagic“ Verfahren, die unfreiwillige Komik kommt an und irgendwie greift bei mir der Sense of Wonder. Vielleicht werde ich ja doch noch zum Trashfan.

persönliche Bewertung: 3(+)/6