Plakat: American International Pictures, Bildzitate: Mig Filmgroup
Plakat: American International Pictures, Bildzitate: Mig Filmgroup

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abenteuer auf dem Mars, Alternativtitel: Raumschiff MR1 gibt keine Antwort, Original: The Angry Red Planet

(1959); American International Pictures; gefilmt in "Cinemagic" und Eastman Color; Produktionsland: USA;

Länge: 83 Minuten, mit legalem Direktlink zum Film

_____________________________________________________________________________________________________________________________________

Darsteller Team
Gerald Mohr als Col. Thomas O’Bannion Regie: Ib Melchior
Naura Hayden als Dr. Iris ‚Irish‘ Ryan Produktion: Norman Maurer, Lou Perlof, Sidney W. Pink
Les Tremayne als Prof. Theodore Gettell Drehbuch: Ib Melchior
Jack Kruschen als Sam Jacobs Kamera: Stanley Cortez
Paul Hahn als Maj. Gen. George Treegar Schnitt: Ivan J. Hoffman
 Tom Daly als Dr. Frank Gordon
 Musik: Paul Dunlap

Besprechung:

Inhalt:

Obwohl seit Monaten der Funkverkehr abgebrochen war, kehrt das Raumschiff MR1 doch eines Tages unbeschädigt vom Mars zurück. Dr. Iris ‚Irish‘ Ryan und Col. Thomas O’Bannion sind die einzigen Überlebenden der vierköpfigen Besatzung und O'Bannion leidet an einer seltsamen unbekannten Krankheit.

Nur Iris kann helfen, Thomas' Leben zu retten, aber die junge Biologin erinnert sich nicht. Doch Iris liebt O'Bannion und so stimmt sie verzweifelt einer medikamentenunterstützten Hypnosebehanlung zu. Nun kehren die Erinnerungen wieder und für Iris ist es, als sei sie wieder zurück auf dem Mars.

 

Denn Raumschiff MR1 ist tatsächlich auf dem roten Planeten gelandet. Schon während des ersten Erkundungsganges wird der Besatzung die Gefahr bewusst, in der alle schweben, als Iris fast von einem pflanzenartigen fleischfressenden Marswesen getötet wird. Trotzdem verlässt die Crew tags darauf erneut das Schiff, um die Erkundung fortzusetzen, doch bald schweben sie wieder in Gefahr, als sie ein riesiges fledermausartiges Wesen mit einem Baum verwechseln. Dies ist jedoch nicht die eigentliche Gefahr des Planten, denn Prof. Theodore Gettell gewinnt schnell den Eindruck, dass auf dem Mars nichts zufällig passiert. Irgend eine Form von Intellligenz scheint sie alle zu kontrollieren. Wer sind diese Wesen?....


Fazit:
Gewissen Fankreisen gilt Abenteuer auf dem Mars als Kultstreifen.  Ich für meinen Teil bin der Ansicht, dieses Machwerk braucht kein Mensch. Was ist an diesem hirnverbrannten Streifen nur Kult? Die Geschichte ist dämlich, die schauspielerische Leistung auf C-Movie-Niveau und der Rest auch nicht weniger nervig. Dem Regisseur fehlt es am jeglichen handwerklichen Können und Stanley Cortez, der immerhin einmal für einen Oscar nominiert wurde, hatte wohl auch nicht die besten neun Tage seines Schaffens. Wobei die Kameraführung sicherlich noch das beste an "Angry Red Planet" ist.

Besonders grausam finde ich allerdings die Monstersequenzen.  Ein seltsames Fledermaus-Viehzeugs mit Stelzen, das nichts anderes als eine (dann auch noch) schlecht gespielte Marionette ist, hüpft nervend durchs Bild, bis sich das Vieh nach einem Schuss aus Sam' s Schallknarre endlich vor Schmerzen die Augen zuhält (das tat ich übrigens auch mehrfach während dieser Szene) und sich trollt. Gemalte Hintergründe, die aussehen, als seien sie auf auf Papier statt Glas gemalt, Riesenamöben, die aus was-weiß-ich-für einen Schleim oder Schaum bestehen und obendrauf das im Trailer so stolz angekündigte Augenkrebs verursachende "Cinemagic" Verfahren, dass nach meinen Dafürhalten mehr nervt, als unterhält.

Das einzig positive, was man dem Film vielleicht noch abgewinnen könnte, sind einige der Sets. Vor allem das Raumfahrtzentrum ist recht gut gelungen. Anders hingegen Raumschiff MR1 selbst. Das "Raumschiff" ist von innen mehr ein schlechter Scherz, als ernstgemeinte Kulisse. Hochbetten, Schreibtische mit Lampen, Treppchen, die bei jedem Schritt nachzugeben scheinen und andere mehr als billige Requisiten wurden verwendet. Ja ich weiß. Die Geminiprogramme setzten erst in den 60er Jahren ein, so dass man Ende der 50er fast nichts über Raumfahrt wusste. Doch es gibt Filme, z. B. Rakete zum Mond (1950), dessen Autoren und Regisseure bereits Jahre früher eine konkretere Vorstellung von Raumfahrt hatten, als ausgerechnet Ib Melchior.

 

Ja, der Film war nie mehr als ein B-Movie. Ja, der Streifen wurde in neun Tagen runtergedreht und hatte nur ein paar Tausend Dollar Budget. Dennoch hätte man so viel mehr rausholen können. Regisseure wie Ray Harryhausen, Roger Corman und Jack Arnold zeigten in jener Zeit, wie man mit wenig Mitteln gute Filme herstellen konnte. Für Trashfans mag der Film ja lustig sein. Ich bräuchte da schon mehr als ein paar Biere, um "Raumschiff MR1 antwortet nicht" zu mögen. Der Streifen ist jedenfalls kein Vergleich zu anderen Filmen dieser Zeit. Da schaue ich mir doch wesentlich lieber Metaluna 4 antwortet nicht oder Der Tag an dem die Erde still stand an. Aber ich bin auch nicht der größte Trashfan.

persönliche Bewertung. 2(-)/6