Lesetipp: Christian Humberg und Bernd Perplies. Star Trek Prometheus

Da halte ich ihn nun in meinen Händen, den ersten eBook Band von Star Trek Prometheus: Feuer gegen Feuer. Gerade eben habe ich auf der Fahrt nach Hause die letzte Seite gelesen. Soviel sei bereits hier vorweg genommen: ich kann kaum erwarten zu erfahren, wie es weitergeht. Schon zu Beginn wird der Leser auf ein schreckliches Phänomen aufmerksam gemacht, das im Jahr 2266 von einem übereifrigen Sternenflottenkapitän namens Jeremy Hayden verursacht wird. Allerdings endet der Prolog recht abrupt und ohne weitere Erklärung finden wir uns im Oktober des Jahres 2385 wieder.

Zehn Jahre sind seit dem Dominion Krieg vergangen, sechs seit Shinzons Putschversuch, der das Romulanische Sternenimperium ins Chaos stürzte. Doch weder der Alpha- noch der Betaquadrant kommen zur Ruhe. Der „Typhon Pakt“, ein Verbund aus Tzenkethi, Breen, Gorn, Romulanern und einigen anderen erklärten Feinden der Föderation, bedrohen ihre Grenzen. In der Nähe des Raumes der Tzenkethi Koalition, nahe der cardassiansichen Grenze, fliegt die NX-59650 U.S.S. PRMOETHEUS Patrouille, als weit entfernt im Betaquadranten ein schrecklicher Anschlag geschieht. Aufgrund eines „Bekennervids“ geraten schnell die isolationistischen, aber rückständigen Renao in Verdacht. Das Volk stammt aus dem Lembatta-Cluster, der am Ende des Föderationsgebietes nahe des klingonischen Reiches liegt. Nachdem ein weiteres Attentat, dieses mal auf klingonischem Hoheitsgebiet, geschieht, werden die U.S.S. PROMETHEUS und die I.K.S. BORTAS ausgesandt, um den wahren Verantwortlichen zu entlarven.

 

Aus dieser Prämisse entwickelt sich eine wundervoll flüssig zu lesende Abenteuergeschichte, die mich als Star Trek Fan sehr anspricht. Wohlgemerkt: Fan - denn Neulinge könnten mit diesem Roman vielleicht etwas überfordert sein. Das Werk ist nämlich an allen Ecken und Enden mit Anspielungen auf bekannte Figuren, Ereignisse und Orte gespickt. So treffen wir etwa uns liebgewordene Sternenflottenoffiziere wie Ro Laren, Ezri Dax und den Bolianer Chell wieder. Oder wir begleiten einige der Helden in Quarks Bar mit seinen Dabo-Tischen. Andererseits etablieren Humberg und Perplies eine neue Crew mit sympathischen, wenn auch bislang absolut typischen Sternenflotten- Charakteren. Captain Adams ist beispielsweise ein freundlicher, aber bestimmter und mutiger Anführer, der sich nicht zu schade ist, auch einmal einen Rat anzunehmen. Etwas mehr Mut hätte hier sicherlich nicht geschadet. Insgesamt erscheinen mir die Helden der neuen Saga fast schon etwas zu stereotyp. Das ist meines Erachtens ein typisches Star Trek Problem, dass bisher noch keine Serie, kein Film und kein Roman wirklich in den Griff bekommen hat. Doch keine Sorge: es gibt auf der PROMETHEUS durchaus Interessantes zu entdeckten. Was genau das ist, wird hier allerdings nicht verraten.

Die Geschichte selbst liest sich flüssig und spannend. Die beiden Autoren begeben sich immer wieder auf eine emotionale Ebene, indem sie in Nebenkapiteln gezielt Schicksale der durch die oben erwähnten Terrorakte Getöteten aufgreifen. Dabei vergessen sie allerdings nicht, die Motivation der Täter ins Auge zu fassen. So wird hier durchaus ein gewisses Verständnis auch für die andere Seite geschaffen. Diese kleinen Einblicke in das so tragisch endende Leben von Sternenflottenoffizieren, Planetenbewohnern, klingonischen Arbeitern aber auch der Renao sind kurz, bereichern den Roman aber.

Insgesamt bleibt der Plot stringent erzählt und wartet, abgesehen von einigen netten Gimmicks (die Ihr allerdings besser selbst herausfinden solltet), nicht mit allzu großen Überraschungen auf. Das ist in diesem Fall auch gut so. Auf diese Weise gelingt es den Autoren, das Feeling der Serien und Kinofilme einzufangen. Sehr gut gefällt mir obendrein, dass Themen wie Terrorismus, Fremdenfeindlichkeit, Angst vor Veränderung thematisiert werden. Das wäre sicherlich ganz im Sinne des großen Gene Roddenberry gewesen, dürfte allerdings in den Folgebänden gerne weiter ausgebaut werden. Mit anderen Worten: als Fan fühle ich mich heimisch und genieße eine mit Herz geschriebene Star Trek Geschichte, die das seit 50 Jahren gewachsene Franchise auf angenehme Art vergrößert und ihm dennoch treu bleibt. Star Trek Prometheus: Feuer gegen Feuer ist ein Buch, dass ohne Zweifel von Fans für Fans verfasst wurde. Und was kann man zum 50. Star Trek Jubiläum mehr erwarten?

Die Erweiterung des von der Sternenflotte und dem Klingonischen Hohen Rat ursprünglich erteilten Auftrages dürfte selbstverständlich sein. Dieser führt die PROMETHEUS und die BORTAS weiter in unerforschtes Gebiet. Da könnte, und wird, gefühlt noch einiges auf uns zu kommen. Obwohl die beiden Crews um Captain Adams und Captain Kromm den ersten Faden entwirrt haben, haben sich daraus doch mehr Fragen als Antworten ergeben. Diese Rätsel gilt es in den beiden folgenden Bänden zu entschlüsseln und ich freue mich bereits darauf.

 

Roman, 480 Seiten

ISBN 10: 3864258510

ISBN 13: 978-3864258510

Verlag: Cross Cult

Preis: eBook: 7,99€, Broschiert: 15€

persönliche Bewertung: 4(+)/6

Anmerkung: diese eBook Vorabversion wurde mir netterweise von Cross Cult zur Verfügung gestellt. . Es gab weder Auflagen, noch Wünsche in puncto Gestaltung und Inhalt. Man bat mich lediglich, meine Besprechung zeitnah zum Release fertig gestellt zu haben, wie immer mein Bericht auch ausfallen  möge. Danke dafür.

 

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